Sa. Mai 21st, 2022

Was ist an Soulmusik denn das schöne? Doch nicht der Beat, die Östrogene….tataahhhhh! (geringfügig abgeänderte, berühmte Büttenrede von Otto Waalkes)

Es ist wieder Zeit, das Glimmern an der Frontbeleuchtung des Quasimodo wahrzunehmen. Ein Projekt namens Soulounge gibt sich die Ehre und löst sich unmittelbar im Anschluss daran auf. 2001 gegründet, 2010 begraben! Für immer und dich! Eine Lounge voll Soul, ein ganzer Arsch voller Musik, do da riddim, do da beat, oder watt? Watt? Volt? Alles bullshit. Wenn Soullounge auftreten, geht’s um großes Kino. Eine Palette großartiger Musik wird zum Abspulen gebracht, livehaftig.

 

Soulonge -Spinníng Wheels (mit Babelsberger Filmorchester) (via Website)

Ob eine Band das große Kino wirklich zu überprüfen beherrscht , dafür haben sich die Menschen „das Referenzmodell“ ausgedacht. Die Referenz ist das Stück gutgeratenes, das du als Vergleich bemühst, weil es einfach nichts besseres gibt. In Sachen Auto ist eher der Mercedes Benz das Referenzmodell, als der Trabbi es je hätte werden können. Und in Sachen Musik?

Wer eine Stereoanlage kaufen möchte, die diesen Namen verdient und insbesondere vernünftige Feldversuche hinsichtlich der Boxen unternehmen möchte, schafft sich einen großartigen Testprüfsilberling von Charly Antolini namens „Knock Out“ rauf, lässt das Ding abnudeln und schaut dabei zu, wie die CD entweder die „Kalotte“ des Lautsprechers entzwei geht oder am Ende die Anlage das Prädikat „koof ich!“ kriegt. Das  ist der Ernstfall für Hifi-Verrückte. Andere, bessere Testplatten (CDs) kenne ich nicht, wohlwissend wie begrenzt mein Wissen auf dem Gebiet einer derart überzogenen HiFi-Verliebtheit ist.

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Wer sich anhören möchte, ob eine Band gut groovt, dass du deinen untätigen Arsch bewegen willst, der geht bisserl los in Richtung Funk. Es bieten sich hier nicht so viele Stücke an, aber eins davon ist ganz gewiss „Spinning Wheels„, ein Bigbandklassiker, und niemand hat ihn besser durchgenudelt live wie Blood, Sweat & Tears. Dass Soulounge die Königsdisziplin der härteren Tanzmucke aufs Tablett bringen, kein Zweifel mehr – oben das Referenz-Testvideo!  Nachrichtlich zu erwähnen, dass auch die Babelsberger Filmorchesterastas (Orchestermitglieder babylsbergolonischer Herkunft), also die „Rastas von Filmorchester“, mitgewürgt haben, um das Kind zu gebären, das so gelungen daherkommt wie der weiße Rauch auf Benedikts Hütten in Rom: „Liebe Brüder & Schwestern: Habemus Soulonge, habemus soulmen!“

The Beatles (Foto: thebeatles.com) mit Änderungen
The Beatles (Foto: thebeatles.com) mit Änderungen

Banner FotoCreditsthebeatles.com aus Veranlassung der erstmaligen Veröffentlichung aller ihrer Werke via iTunes-Musicstore!

Kinder von Berlin, so lasset euch sagen: Es sind seit 2001 viele, viele Jahre ins Land gegangen, und das Projekt Soulounge ist mit den Jahren in dieselben gekommen. Und mit einer farblos wirkenden, aber emotional, aufrichtig, ehrlich und nachdrücklich herausgepressten Träne, die ins Knopfloch unserer Erinnerungen tropft, müssen wir nun hinnehmen, dass sich das Projekt Soullounge in Wohlgefallen auflöst. So sagen es Bela Brauckmann und Sven Bünger, die Masterminds dieses Projekts.

Fast zweihundert Konzerte, drei Alben und eine DVD in beinahe zehn Jahren: Das ist die Bilanz der Soulounge in Zahlen. Dazu gehören Highlights wie die Auftritte mit Lamont Dozier oder Andrew Roachford, Support-Gigs für Me’shell Ndegeocello, George Benson oder James Brown und Festivals wie das renommierte schweizerische »Montreux Jazz«. Auch als »Talentschmiede« hat sich die Soulounge bewährt; Miss Platnum zum Beispiel, Joy »Ayo« Ogunmaki oder auch Roger Cicero haben beeindruckende Karrieren hingelegt. Jetzt ist es an der Zeit, Adieu zu sagen: Die Band löst sich Ende 2010 auf. Im Dezember spielt die Soulounge drei Abschiedskonzerte im Berliner Quasimodo und in der Hamburger Fabrik.“  (Quelle: Homepage Soulounge, Link am Ende)

Nein, zwei Orte und drei Konzerte sind es wert, einen adäquaten Rahmen für die Verabschiedung von Fans, Publikum und Gästen mit Musikahnung, Geschmack und Stil zu begehen. Es ist die Hamburger FABRIK und das Berliner QUASIMODO und möge das Hamburger Ding von Hamburgern würdig inthronisiert werden, wir erlauben uns, einen stahlharten Blick so klar wie einen diamantenen Solitär allein und direkt auf die Berliner Kantstr. zu richten.

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Die Abschiedskonzerte (Screenshot Homepage)
Die Abschiedskonzerte (Screenshot Homepage)

Am 03. und 04.12.2010 ist das Quasimodo mit Sicherheit bald ausverkauft, denn dann finden die beiden Abschiedskonzerte der Band Soulounge statt. Das LineUp ist folgendes:

Sven Bünger (g)
Susanne Vogel (b)
Gunter Papperitz (p)
Bela Brauckmann (dr)

Special Guests:
Astrid North (voc)
Grace (voc)
Esther Cowens (voc)
Regy Clasen (voc)
Leila (voc)
Johannes Ording (voc)
Celina Bostic (voc)

Übrigens musst du solche Events nicht verpassen. Praxistipp: Lade dir einfach das iPhone-App des Quasimodo aus dem iTunes-Store kostenlos herunter. Ersten Praxisberichten zufolge ist das „coole Tool“ (O-Ton eines Anwenders, der es hat) zwar noch im „beta-release“-Stadium, aber wohl schon sehr gelungen. Nachdem die bisherigen User das Ding auf Herz und Nieren getestet haben, soll die finale, vorläufige Endversion veröffentlicht werden. Viel auszusetzen dran ist nichts. Sagt der Orchesterleiter:
Also, alle Bläser, die jetzt noch keinen Ständer haben, gehen nach oben in den iTunes-Store und holen sich einen runter! (etwas abgewandelter Witz aus der Spezialistengruppe:Musikerwitze, die bei facebook seit kurzem existiert)
Soulounge? So long!


Soulounge – Soul Power Jam (via Youtube)

Wie jetzt? Im iTunes-Store gibt’s Notenständer? So ein Schmarrn! Im iTunes-Store ist nach gestern eingegangener Pressemitteilung der Website der Beatles (thebeatles.com) seit gestern die ganze Musikpalette der Fab Four als download erhältlich. Auch Helter Skelter! Natürlich auch Helter Skelter! Aber was wie die Hölle abgeht und fast wie „Revolution No. 9“ aussieht, das ist in Wirklichkeit das baldige Ende des Projekts Soulounge. Geben wir ihm ein würdiges Begräbnis! Om! Ruhe in Frieden! Aber erst ab 05.12.2010.
Herr, lass Tickets regnen! Die Beatles existieren nicht mehr und bald gibt es nicht einmal mehr Soulounge! Dieses Jahrtausend wird ohne Zweifel in die Geschichte der Rockmusik eingehen als eine Epoche der schmerzharten Auflösungen, Auslöschungen und Digitalisierungen. Aber wie werden wir in dreihundert Jahren darüber denken? Iss Wurscht!
Geil! Ich will trommeln!

3 Gedanken zu „338/10: Gigs, Preview: Soulounge löst sich auf, sagt zum Abschied „Servus“ – Herr! Lass Tickets regnen!“

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