1801/19: Historie: Der Rocksenator – Erinnerungen an einen Rockmusik-Wettbewerb der Achtziger in Berlin (West)

Für den Verbleib der Audiodatei eins hier drüber kann keine Gewähr übernommen werden. Sie ist extern zugespielt.

Im Zusammenhang mit dem Tod von Wiglaf Droste (RIP) ist eine Audiodatei wieder hochgespült worden. Der Autor Max Goldt erinnert sich in dieser Lesung an das Jahr 1987. Inhaltlich geht es um 16 Experten mit einem Durchschnittsalter von ca. 30 Jahren in der Lüneburger Heide.

Es handelt sich um die Jury des Senatsrockwettbewerbs Rock News, es geht um 256 Casetten, das damals übliche Format von Demoaufnahmen, die man jemandem entgegen hält, um künftig ganz große Karriere zu machen. Und Monika Döring hat handtellergroße Ohrringe und ist pink geschminkt. Der Rocksenator legt Cassette 1 ein. Der Gitarrist von The Smash heißt heute noch Ralf Leeman und das ganze ist schon lustig.

Ich kann auf meine eigenen Erfahrungen aus dem Jahre 1983 diesbezüglich zurückgreifen und präsentiere deswegen mit großem Spaß die Erinnerungen derjenigen, die vier Jahre später sogar aus Westberlin geflohen sind, um endlich unbeeinflusst das ganz große Gequake durchzuhören. Doro vom Cafe Swing trinkt auch mal Alkohol und Wiglaf Droste ist mehrmals bei der Sache. Er kippelt nur.

Sylvie Fukking von Vielklang macht einen Delfinmund.

Gluck gluck.

Holt schon mal die Paprika-Chipsletten raus. Viel Spaß.

Weiterführend

1800/19: News: Das Rockhaus bleibt, sagt der Kultursenator (Operation Proberaum)

icon NEWS news

Rockhaus bleibt
Pressemitteilung vom 23.05.2019

Am 22. Mai 2019 hat die Senatsverwaltung für Kultur und Europa den Musiker*innen im Berliner Rockhaus ein mit dem Eigentümer verhandeltes Angebot unterbreitet, das den Weiterbetrieb des Hauses möglich macht.
Dabei wird die GSE gGmbH als Generalmieter im Auftrag des Landes Berlin und mit Unterstützung des Musicboard Berlin das Haus anmieten und die Proberäume untervermieten.
Das Angebot fand gestern große Zustimmung. Die Senatsverwaltung ist von den Musiker*innen gebeten, die Verhandlungen zum Abschluss zu bringen.

Senator Dr. Lederer: „Nun sollte der Vogel fliegen. Die Anstrengungen haben sich offenbar gelohnt. Wir werden 180 Proberäume für bis zu 1.000 Musiker*innen in der Stadt halten. Der Dank gilt den Künstler*innen im Rockhaus, die sich in kürzester Zeit gut organisiert haben; er gilt allen, die den Erfolg auch in den Verhandlungen wollten und nicht aufgegeben haben.“

Die Senatsverwaltung geht davon aus, dass ein nahtloser Übergang zum 01. Juli möglich ist und der vormalige Mieter des Hauses aus seinen Verpflichtungen entlassen wird.

Quelle:
hier

1127/14: Historie: Der Berliner Senatsrockwettbewerb, die Band „Artischock“ und die Behauptung „Die Wüste lebt“

ROCK CITY Berlin: Band "Artischock" Ausgabe 1983/84

ROCK CITY Berlin: Band „Artischock“ Ausgabe 1983/84


Berlin Rock News, Artischock Teil 1

Die Bilder sind verrauscht und im Format 4:3, und passen nicht so richtig in die neue, digitale Welt von 16:9 oder 16:10. Ansonsten kommt die Berliner Band „Artischock“ erfrischend normal rüber. Ein kurzer Ausflug in die Vergangenheit. In die Zeit, als Senator für Kulturelle Angelegenheit im Rahmen der Freie-Gruppen-Förderung hier und in „Fehlbedarfsfinanzierung“ investierte, was für ein Unwort. Bezahlt wurden Plattenproduktionen, Studiozeiten, Tourneen und „Saure Gürkchen Sans Souci“, die der junge Veranstalter Peter Schwenkow als Organisator des „1. Berliner Rocktopfs“ in der Berliner Waldbühne korrekt abrechnete.

Das Quartier Latin war latent. Systemimmanent. Eine bekannte Band wie IDEAL, macht dreimal das Kantkino (an der Kantstr. 54, Charlottenburg) voll, weiß Wolfgang Hagen, Journalist, den Titelsong „Rock´n Roll Ausverkauf“ niederzuschmettern, im obigen Video, Teil 1. „Dazu müsste doch der Verkauf erst einmal anfangen.“ Olaf (RIAS) Leitner sitzt dabei.

1. Berliner Rocktopf am 30. Juli 1980 Waldbühne

1. Berliner Rocktopf am 30. Juli 1980 Waldbühne

Alles, was da auftrat, auch. Die Berliner Band „Artischock“ war konsequent da. Achim Schmidt, Schlagzeuger, ein Apologet der wirtschaftlichen Vernunft, weiß genau abzuwägen: Als ungelernter Zahntechniker verdient er Geld, ansonsten war er als Musiker im unbezahlten Urlaub auf Tournee unterwegs, weiß der kundige Interviewer Flöhe aus dem Bauch zu fragen. Oder ist der Traum als Rockstar ausgeträumt?

Martin Deuker arbeitet(e) als Klavierstimmer und ist der Bruder einer deutschen Musiklegende, die ihr ganz alltägliches Copyright kaum zu verteidigen braucht. Denn IDEAL´s (Bassist Ulrich Deuker) Rechte werden finanziell immer noch in vernünftigen Dimensionen jährlich abgerechnet. Bruder Martin Deuker (Gitarrist bei Artischock) selbst hatte jahrelang ein eigenes Copyright. So hieß jedenfalls eine spätere Band von ihm.

Weiterlesen