1485/17: Positionen: Alarm: Die Rock- + Popmusik ist tot. – Titelschutzangabe: „Letzte Ausfahrt Kuschelrock“ #socialtulip #ttt

der Kritiker: MRR in jungen Jahren!

Es wurde schon alles gespielt, nur nicht von jedem. – Huey Colemann, via Facebook

Mein Bemühen um Netzaustausch ist Prüfungen unterzogen. Mir sind echte Austausche lieb. Mein Kernsatz lautete am 06.02.17: „In der Rock- und Popmusik ist es gelaufen. Spätestens 2000 war Schluss. Nichts Neues. Kalter Kaffee.“ Ich fasse gewonnene Erkenntnisse aus Diskussionen auf Facebook #socialtulip zusammen.

Viele befürworten diese Feststellung einfach. Ich habe ausgewertet, es sind die Älteren auf den Freundeslisten im asozialen Netzwerk.

Ich wusste früher sehr gut Bescheid, wie ein Sachverständiger. Dann klinkte ich mich irgendwann aus und dachte, das ist es nicht wert. Denn wozu auch? Ich beschloss, es ist egal. Ich war noch gar nicht so alt geworden. Es ist wirklich unheimlich lange her.

Einige wenige widersprechen mir und stellen Namen von Bands und Einzelmusikern in den Raum. Ob die genannten Musiker die These wiederlegen, die provokativ gemeint war, weiß ich nicht. Dazu müsste ich sämtliche Vorschläge gewissenhaft durchhören. Mir fehlt die Zeit dazu. Abgesehen davon auch die Lust.

Dirk Zöllner, Sänger/Musiker aus Berlin, hat in einem Gastbeitrag auf www.blackbirds.tv u.a. gesagt, Zitat: „Ich höre wie alle Normalverbraucher fast immer die Best of meines eigenen Lebens. Gelegentlich entdecke ich mal was Neues über YouTube, über meine große Tochter oder über meine junge Freundin – aber das vorgekaute Menü der Radio- oder Fernsehprogramme stört mich sowohl beim Komprimieren meiner eigenen Gedanken, als auch bei der Konversation im Allgemeinen.“

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1290/15: Positionen: Elisabeth Steiner, Toms Diner, mp3-Kompression und Karlheinz Brandenburgs fehlender Geschäftssinn

icon Positionen

Beuteschema_Gute.Aufnahmen

„Brandenburg had a terrific understanding of technology and human anatomy and mathematics, but the guy couldn’t even patent the most obvious device that he invented, the portable music player.“ Stephen Witt hier „A Eulogy for the MP3

Gemeint ist im Zitat der als Erfinder des Formats mp3 geltende Karlheinz Brandenburg.  Antworten zu Verlinkungen in diesem Artikel gibt es in den Links, die man als weiterführend zu betrachten berechtigt ist.

Selten schafft es eine Art Leserbrief auf eine Artikelseite. Man kann ja mal eine Ausnahme machen. Bzw. eine Aufnahme von einem Feedback. Hui. In einem Leserbrief, der kenntnis- und gesichtspunktereich verfasst wurde, lesen wir wörtlich:

(Zitat)

Zuerst möchte ich sehr stark anzweifeln, ob der Autor das doppeldeutige Wort „free“ mit „befreien“ gut übersetzt hat. „For free“ heißt halt „kostenlos“ und insofern spielt der Buchautor mit eben dieser Doppeldeutigkeit. „Befreien“ ist dagegen nicht nur ein eindeutiger, sondern auch ein eindeutig positiver Ausdruck. Die Ambivalenz bleibt dabei auf der Strecke. Daher: Schlechte Überschrift/Übersetzung.

Weiter: Ja, die Erfindung der MP3 Daten-Kompression ist eine sehr gute Ergänzung zu den anderen Audio-Formaten. Aber MP3 erreicht natürlich nicht die Audioqualität einer 16bit Aufnahme auf CD. An eine 24bit oder analoge Aufnahme kann das Format erst recht nicht herankommen. Das betrifft vor allem die Tiefe und den Detailreichtum der nicht im Vordergrund stehenden Aufnahmeobjekte. Das komplette Obertonspektrum und damit die genaue Abbildung des Klangcharakters der Soloinstrumente wird ebenfalls nicht erreicht. Ein Studiobetreiber erzählte mir, dass er speziell wegen des MP3 Formats deutlich stärkere Hall-Effekte verwenden würde, da ein normal dosierter Hall von den Algorithmen gnadenlos verschluckt werden würde. Man höre sich z.B. Orchesteraufnahmen an, die per se wesentlich differenzierter und tief reichender sind als normale Pop-Aufnahmen. Der Unterschied wird auch ungeübten Ohren schnell offenbar werden. Und da wir bei den „ungeübten Ohren“ sind – ein weiterer Aspekt: MP3 hat das Hören von Musik generell verändert, da es nunmehr von Quantität statt Qualität dominiert wird. Man kann in Sticks oder MP3-Player unzählige Songs speichern und man betrachtet dieses als Qualitätsmerkmal – nicht die Klang- oder Musikqualität. Daraus lässt sich ableiten, dass Musik primär als Massenware angesehen wird. Eine intensivere Beschäftigung oder Konzentration auf wenige Stücke findet nicht oder nur selten statt. Einzelne Musiktitel werden also austauschbar und bekommen in den Ohren der Konsumenten dadurch noch weniger Wert zugewiesen. Was schon etwas heißen will, da für sie der Begriff „Wert“ im Kontext mit Musik angesichts der freien Downloadmöglichkeiten ein ziemlich bizarrer ist.

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