1775/19: Personen: Klaus Burger – Freier Tubaspieler

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Spirale quadratisch (Quelle: Klaus Burger, Homepage, eingebunden)

Spirale quadratisch (Quelle: Klaus Burger, Homepage, eingebunden)

 

Eigentlich müsste ein Musiker anders als ein Musikbeamter eine übergeordnete Rolle haben, das ist auch eine Verantwortung. Wie ein Arzt oder ein Schamane….. – sagt Klaus Burger

In der Spezialistengruppe Musikerwitze auf Facebook ist ab und an ein Stoßgebet in Rede: Herr Gott, der tubist im Himmel. In diesem filmischen Beitrag aus dem Jahre 1992 von Vera Knümann (via YouTube) wird Klaus Burger vorgeführt. U.a. im Studio, wo er einen rhythmischen Fehler einspielt, den zu korrigieren wiederum kein Ding ist. Anders als das Ding, das er sich vorgenommen hat und im Beitrag unverschämt herzeigt. Er wäscht sein Ding, egal was die Anderen sagen. Schöne Grüße an Oli Hilbring hier.

Diesen Stoßseufzer ohne jeglichen Verzehr geistiger Getränke oder ätherischer Öde ist an nüchterner Begeisterung kaum zu überbieten, oder? Klaus Burger verfolgt inzwischen auch anderswo Befreiung von der eigenen Verbeamtung, wie zum Beispiel in Perm (Russland), wo er sich aufhält, wie wir zufällig erfahren im Rahmen einer Expedition in vier Teilen, die der RBB in seiner Mediathek zum Zwecke gesellschaftlicher Neugier abrufbar ist. Perm, da ist ihm das Herz aufgegangen und nun würde er gern hier bleiben, erfahren wir in Teil 2 von vieren der angesprochenen Doku.

Das Leben ist nicht gerächt. Es wähnt sich weiterhin in Belohnung. Yeah Yeah Yeah.

Viel Spaß.

Weiterführend

1609/17: Lyrik: ‚Rote Nelken‘ – Von Selma Meerbaum-Eisinger – gelesen von Iris Berben – Nie wieder Nationalsozialismus!

Rote Nelken

Ich habe Angst. Es drückt auf mich das Dunkel
jeder schwülen Nacht.

Es ist so still, und mich erstickt des großen
Schweigens schwere Pracht.

Warum, warum bist du nicht da? Ich hab‘
gespielt, ich weiß – verzeih.

Ich hab‘ mit meinem Glück gespielt – es ging
entzwei – verzeih.

Es tut so weh, allein zu sein. Drum komm, ich
warte ja.

Wir lachen uns ein neues Glück, so glaub es doch
und komm zurück – es ist ja so viel Lachen da.

Weiterlesen

Selma Meerbaum-Eisinger "Sehnsuchtslied" #ZfZ

1450/16: Positionen: Vom Versuch, Musik zu machen 

Sehnsuchtslied

Leise schlägst in deinem Lied du einen Ton an – und dir ist, als fehlte noch etwas. Und du suchst verwirrt bei allen Tönen, ob sie dir nicht sagen können, wo’s zu finden, wo und wie und wann…

Doch der eine ist zu blaß und zu lüstern ist der zweite und der dritte ist so voll mit Weite – viel zu voll. Du suchst lange – Moll und Dur und Moll werden lebend unter deinen Händen. Und dann schlägst du plötzlich eine Taste an, und – es kommt kein Ton.

Und das Schweigen ist dir wie ein dumpfer Hohn, denn du weißt es plötzlich ganz genau: Dieser fehlt dir. Wenn ihn deine Hände fänden, fiele ab von deinem Lied der Bann, war‘ das Ende nicht mehr leer und grau.

Und du rührst und rührst die Taste – fragst dich, wo hier wohl die Hemmung liegt, suchst, ob nicht doch deiner Hände Weiche siegt, deine Augen betteln voll Verlangen. Kein Ton kommt. Einsamkeit bleibt nun zu Gaste in dem Lied, das dir so schwer und süß gereift.
Um den ungespielten Ton wirst du nun ewig bangen,  bangen um das Glück, das dich nur leicht gestreift in den leisen Nächten, wenn der Mond dich wiegt und die Stille deine Tränen nicht begreift.

Selma Meerbaum-Eisinger – 09.01.1941