CD: Ron Spielman "Swimming In The Dark"

1145/14: Rezension: Von Ron Spielman und dem Schwimmen im Dunkeln, Liquidromen, Perlatoren und Gesangsmatadoren!

CD: Ron Spielman "Swimming In The Dark"

CD: Ron Spielman „Swimming In The Dark“


Ron Spielman „Kate Moss“ (unplugged-Version)

Das Stück „Kate Moss“ befasst sich mit dem gleichnamigen Model aus der Sicht eines Stalkers. Dargeboten im Video ist das Stück aus dem Album „Swimming In The Dark“ hier allerdings unplugged mit kleinem Besteck. Auf dem Album kommt das Stück elektrischer daher und ist eines der Mitsummsongs.

Ron Spielman „Swimming in The Dark“
VÖ 20.9.2013 Grundsound // Indigo 96111-2
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Der Klang des Albums ist mit jeder Episode neu, rund, satt und druckvoll und vor allem mit viel Sorgfalt arrangiert – ein kraftvoller Nährboden für Ron Spielmans Gesang und seine virtuos erzählenden Gitarrensoli. Gerade dieses Spiel zwischen Stimme, Text und Instrumenten macht die Titel immer wieder besonders. Die Instrumente sind nicht einfach der Background, sie bilden mit dem Gesang eine unzertrennliche Einheit. (Stern, 02.2012, über Ron Spielmans Tonträger „Electric Tales“)

Quelle: Stern.de hier

Es ist ein Flirren und Jaulen, ein Grooven und Hineinstechen in die Akkordik des Wesentlichen. Wer hätte nicht gern endlich mal wieder in eine Neuveröffentlichung hinein gehört, die sich -man staune- als wesentlich erweist und positiv aus dem ganzen veröffentlichten Mist der letzten Jahre hinausragt? – Antwort: Ja, wir. Danke.

In der Berlin-Lichterfelder Thermometersiedlung, meckert Busfahrer Mario G. aus Berlin-Lichterfelde, läuft Wasser von Wand. „Und die GSW, der Vermieter, tut nichts“, das Foto auf facebook zeigt Rinnsale auf Berliner Feuchtraumwänden, tja, es sind Nasszellen. Wollen immer nur Geld scheffeln: „Tut nichts, tut ench mammon.“ Gehn´wie ein Ägypter.

Aber: Elektrische Erzählungen vom Spielman, medidativer Klangbaum, den Rücken gestreckt, flach wassernd: Stell dir vor, du bist zu Gast im Berliner Liquidrom. Du liegst flach auf dem Rücken, wie eine zu Wasser gelassene Ente, schließt die Augen und träumst. Oder eine Katze. Wasser umspült den Kopf und die Tatze, du willst loslassen. Endlich einmal loslassen. Zu viele Gedanken, zu viel „Bimbes“, zu viele Nickeligkeiten, ja Nichtigkeiten von alltäglichster Art. Die Schwimmhalle ist dunkel. Irgendjemand fordert: „Die Ente bleibt draußen.“ – Protest, wem Protest gebührt, spätestens seit und mit Loriot hat Deutschland gelernt, die Ente zu Wasser zu lassen. Gelassen. Die Ente. Gelassen.

Ron Spielman (© Ron Spielman, mit Genehmigung)

Ron Spielman (© Ron Spielman, mit Genehmigung)

Einmal, im Dezember 2012, traf ich ihn an einem Büffet eines Geburtstag feiernden, bekannten Berliner Musikers, dessen neue Band bei der Gelegenheit ihre Debütperformance gab, er trug Bart, so wie man Bart trägt und er es sicherlich nicht mehr hören kann. Ich empfahl ihm vom Fisch auf dem Büffet, das ginge. Da sagte er: „Den ess ich nicht, denn ich weiß nicht, wo er herkommt.“ Das beeindruckte mich sehr. Ja, richtig, genau. Man muss nur weiter denken, dann geht´s. Okay, die Geschichte hat einen Bart, zeigt aber die Denke. Nicht für Besitzer teurer Stereoanlagen, denn die haben sich überlebt, sondern nachhaltig denken. Was wirklich Wert besitzt schaffen und erhalten…

Apropos Wasser lassen: Plötzlich taucht ein bärtiger, Turban gehüteter Musiker auf, bisschen gitarrenlastig und singt dir eins. Na ja, Gitarre spielen, das kann er. Singt vom Schwimmen im Dunkeln. „Dans le dunkle c´est bon munkle.“ – So ähnlich ist die neueste CD (VÖ: 09.13), ein in dunkelblau gehaltener Tonträger namens „Swimming In The Dark“.


Ron Spielman „Swimming in the Dark“ Teaser

Das Schwimmen im Dunkeln behandelt auch ein Buch von Paddy Richardson, es handelt von der deutschen Einwanderin Ilse Klein, die einen dunklen Fluss durchschwimmt und dabei an neue, unerwartete Ufer gerät. (hier) – Textlich arbeitet Ron Spielman auf dieser CD mit seinem langjährigen Freund, dem Muttersprachler John C. Barry zusammen.

Er sagt:
„John ist ein alter Freund, ich habe ihn in Berlin kennengelernt, eigentlich schon Jahre vorher, durch einen Freund, der in der englischen Band „Sunny-Jim-Band“ Schlagzeug gespielt und nun in meiner Band spielte. Das war ca. 1983. In Berlin habe ich ihn dann richtig kennengelernt, als er als Bassist bei meiner Formation einstieg. Ich fand seinen britischen Humor sehr angenehm. In meiner akustischen Phase (cd „from my songbook“, „Hilltoppers Garden“, Diskographie hier entlang) , war ich auf der Suche nach wirklich tiefen und guten Texten in englischer Sprache.“

John und ich hatten die Idee, es mal zu versuchen mit dem Texten, gesagt getan, tolle Dinge entstanden, wunderbare Texte zu schöner Musik. Seitdem haben wir ein tolles Arbeitsverhältnis, was das Texten angeht, manchmal geht das wie am Fließband, wenn unsere Zusammenarbeit nur so sprudelt. Wir treffen uns immer, bevor ich eine CD aufnehme und arbeiten an den Textthemen. Das ist mit John zusammen eine wunderbare Arbeit, es besitzt für mich einen hohen textlichen Stellenwert, er ist „native speaker“ (Muttersprachler). Die Texte meiner Alben sind nicht nur Platzhalter oder Füllmaterial für meine Musik.

Spielman erzählt uns in seinen Songs vom Dunkelschwimmen, räsoniert vom Leben ganz allgemein und in besonderen, persönlichen Situationen. – Spielman schöpft aus dem Vollen, aus dem Leben. Seine Plattenfirma schreibt: „Die atemlose Suche nach dem Neuen wird zunehmend abgelöst durch die Sehnsucht nach zeitloser Aufrichtigkeit.
Ron Spielman, rockgegerbt und bluesgetränkt, ist ein Großmeister dieser neuen musikalischen Aufrichtigkeit.“

„Der Arbeitstag wird deutlich besser, wenn er morgens mit „Begging Bowl“ im Auto beginnt. Wobei alle Titel der neuen Spielman-CD grandios sind. Hier stimmt einfach alles: Songwriting, Stimme, Gitarre, Produktion, Arrangements.
Eigentlich dachte ich, nach „Electric Tales“ kann es kaum noch eine bessere RS-CD geben. Falsch! Wer intelligente und in die Tiefe gehende Musik mag, wird „Swimming in the Dark“ lieben. Vielen Dank, Ron.“ Amazon-Kritikerin Jodygrind in ihrer Bewertung der CD

Gedämpftes Licht auf der Lampenschale macht das Träumen leicht im Saale: Lautmalerisch klingt durch die Schwimmhalle guter, handgemachter Rock, Rockmusik von internationaler Großartigkeit. Jeder Ton sitzt, die Gitarre als Handfeuerwaffe ist elegisch, verträumt, leicht angezerrt oder im Stile eines Jimi Hendrix wild aufbäumend, traumhaft, kaskadesk. Nicht zu leugnen hier ein Schuss Clapton, dort ein Peter Gabriel oder ein -häufig von vielen- herauszuhörender Sting, was den Gesang betrifft. Das alles aber sind Vergleiche, Spielman ist ein musikalisches Original, er besitzt eigenes Timbre.


Ron Spielman „POSTCARD“ (unplugged Version)

Das Stück „POSTCARD“ ist nicht Bestandteil der rezensierten CD, wird von uns allerdings als so sehens- und hörenswert erachtet, dass wir es bereits einmal als #Lied des Tages veröffentlichten.

Kein noch so unerwarteter Drive, kein Melodiebogen einfach nur so dahin gerotzt, alles mit viel Liebe aufgenommen, so spürt man dem Werk die große Ernsthaftigkeit des „niemals Lächerlichen“ von Ron Spielman an. Der Mann weiß, weshalb er Musiker werden wollte.

Musiker „Swimming In The Dark“
Ron Spielman lead vocals, guitars, keyboards, programming
Thomas Stieger bass
Tommy Fischer drums
Sven Peks backing vocals auf “Kate Moss” und “Begging Bowl”
Eva Spielman backing vocals auf “Elfriede”

Aufgenommen hat Ron Spielman die 12 Stücke aus eigener Feder bei „The Audiolodge“ (Gaibach), „The Room“ (Berlin) und im „Studio Mars“ (Berlin)

Er selbst mag den Vergleich mit Sting nicht, was den Stimmvergleich angeht. Ähnlich fintenreich klingt sein teils glockenheller Gesang. Jemand, ein Sting-Fan, sagte kürzlich zu mir: „Ach, habe ich da was verpasst, das Album kenne ich nicht.“ – Es lief Ron Spielman.

Die Lyrics, die Texte der Songs stammen aus der Feder von John C. Barry. Der in London geborene Bassist, Texter und Kunst-Maler hat sich viel im Rock-Bereich bewegt, hat aber immer eine Vorliebe für Soul-Musik gehabt und im Besonderen für Motown. John hat live und in den drei größten Studios Europas für Leute gearbeitet wie : Mick Taylor (Rolling Stones), Wolf Maahn, Ian McClagan (The Faces), Purple Schultz, Sunny Jim Band, Pascal von Wroblewsky, Al DeLoner (Midnight Choir) und Nikki Sudden.

Das Album ist von einer erfrischenden Schnörkellosigkeit und Geradlinigkeit, nichts ist verkünstelt, verkopft oder irgendwie konstruiert. Alle fließt: „Panta Rhei“. Der Focus schrieb über Ron Spielmans Vorgänger CD „Electric Tales“:

Dies ist in der Tat keine Musik zum Abhotten oder zur Provokation, sie ist weder hip noch erfindet sie das Rad neu. Aber die zwölf Titel von „Electric Tales“ (Groundsound/Indigo) sind einfach zu gut komponiert und zu virtuos eingespielt, um sie als Ohrenfutter für ältere Menschen mit teuren Stereoanlagen zu diffamieren. Wer melodisch ausgefeilte Songs zwischen Rock, Blues, Soul und Jazz mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. (Quelle: hier)

Zu den großartigsten Neuigkeiten der letzten zwei Monate zählen Gossip-Konsumenten die Tatsache, dass sich Spielman jetzt (wieder) von seinem Bart getrennt hat. Na, Gott sei Dank, sagen welche. Was das musikalisch bedeutet? Übrigens: Gar nichts.

Ron.Spielman_Banner

Das Album „Swimming In The Dark“ ist ein empfehlenswerter, sehr eingängiger Haufen guter, guter Musik. Es sticht deutlich aus der Masse veröffentlichter Tonträger heraus. #Kaufempfehlung: uneingeschränkt

Bereits ohne Bart spielte Ron Spielman kürzlich auch hier…. – Ein längerer Fernsehschnipsel SAT 1 (Frühstücksfernsehen) widmet der Vorstellung des Albums weiteren Raum

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