2123-26 #GigReview – Lenny Kravitz in der UBER-Arenda #LetLoveRule – Deutsche Cis-Kartoffel zieht nochmal die Lederjacke an. Tommy, das Brot, besucht Lenny Kravitz und feiert JAS_terday (drums made wumms)

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#LennyKravitz #LetLoveRule (Logo)

Das ist mit Sicherheit alles nicht normal. Und wozu auch? Normal ist 69. Ich bin 42, die Antwort auf alles – und locker über sechzig. Was auch immer ich bin, ich war JAS_terday ooch schon kulturbeflissen. JAS Kayer ist die aktuelle Schlagzeugerin von Lenny Kravitz, der am 27.07.26 in der UBER-Arena vor Tausenden von Menschen spielt. Irgendwo las ich heute Morgen, er wäre ein gut konservierter Lenny Kravitz. Das ist Neid. Der Mann sieht blendend aus. Und wäre ich nicht eine langweilige CIS-Kartoffel, wäre ich wieder schockverliebt gewesen in LK, den Ausnahmemusiker, der aussieht wie Bob Marley, es aber nicht ist. LK ist VINTAGE. Er setzt gern altes Studioequipment von früher ein, heißt es. Ansonsten hat er ein Haus in Paris, das ist eine große Villa, dabei wollte er doch nur 1-2 Zimmer. Seine Immobilienmaklerin hat ihm ein Ohr abgekauft.

Wenn LK in Berlin ist, weiß man, gibt es paar Promisichtungen. Aber wo? Er wird dem Vernehmen nach einige Tag noch in Berlin bleiben. Was das Konzert angeht, so umsäumt das Bildhafte, das PIC-Artige (wie man hier sieht) durchaus den Verstand des Berichterstatters. Sodass der im Grunde genommen gar keine Zeit findet, den ganzen Scheiß zu sharen. Wozu denn auch? Für umme? Canasta Canasta. Nee.

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#2.092/24 – #Positionen – Sich erinnern lassen – Knowledge Material for social media warlords

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#SkidRow #TTT #Tulipstagram
#Skidrow #TTT #Tulipstagram

Skid Row ist eine sehr dunkle Band. Ich habe mit der Pennergasse „Skid Row“ gleichen Namens im Obdachlosenviertel von Los Angeles zu meinem Vorteil nicht viel zu tun. Dort im Hotel Cecil sind die ärgsten Geschichten vom Verschwinden ganzer HotelgästInnen auserzählt. Richard Ramirez checkt hier ein, der Night Stalker. Oder Jack Unterweger, der Wiener Serienmörder. Hier wurde eines Tages Elisa Lam in einem Wassertank auf dem Dach aufgefunden, als sich Gäste nach ihrem Verschwinden über das verfärbt wirkende Trinkwasser mit einem schlechten Geschmack beschwerten. Der Tathergang blieb unaufgeklärt. Nettflicks pardon Netflix weiß mehr. Nur so viel am Rande.

Man muss diesem Artikel folgen wollend gugeln oder sich weiterführend (unten) linken lassen: Ver-.

Dies hier ist (nämlich) kein True Crime-Bloggcast. Eher handelt es sich um ein belangloses Diary of A Mad Man (Ozzy Osborne) eines zutiefst europäischen „Schollis“ (ich). Wie ein mexikanischer Dead Metal-Musiker im Hotel Cecil eincheckt, Videos von seinem Besuch veröffentlicht und nachgerade zum Ziel eines internet-weltweiten Shitstorms von Internetschnüfflern der ermordeten Kanadierin Elisa Lam wird, ist bemerkenswert. Wie fragil sind Selbstdarstellung, (Selbst-)Beweihräucherung und Wahnsinn eines musiksüchtigen Dead Metal-Posers? . Der „Mexico“ muss sich schließlich vom Dead Metal lossagen, Schminke ablegen und Haare kurz schneiden. Die Internetschnüffler haben ihn beschuldigt, beleidigt und virtuell angeklagt, „Du hast sie ermordet?“. „Ich war dreizehn Monate vor der Ermordung da.“ So hat jeder Shitstorm seinen heißen Shice. – Vielleicht war es gar keine Ermordung.

Als der Metalmusiker zehn Jahre nach dem Verschwinden der Hotelgästin für Netflix befragt wird, merken wir, welche gavierenden Entwicklungsschnitte das Leben in die Erinnerungen ins Lebenbeben reißt. Wir lernen uns zu hinterfragen. Sich an die Achtziger erinnern zu können, heißt nicht dabei gewesen zu sein, geht eine Redensart. Den Eindruck hat man aber auch, was 2013 angeht, das Jahr von Elisa Lam.  Noch.

In dem Nest Manitowoc in Wisconsin wird Steven Avery ins Gefängnis weggesperrt, bis mit neuen Beweisen (DNA) bewiesen werden kann: Er hat eine Frau nicht vergewaltigt und ermordet. Es war ein Anderer. Als der Mann Haftentschädigung für 18 Jahre unschuldiges Sitzen einklagt, wird er erneut mit hieb- und stichfesten Beweisen wegen des Verschwindens einer 25-jährigen Frau eingebuchtet. In Verruf gerät ein ganzer Polizeidisktrikt, der dem Verdächtigten schon immer an die Wäsche wollte. Man spricht davon, die Polizei habe Tatortumstände hinzugefügt, DNA des Beschuldigten platziert und systematisch dafür gesorgt, dass der Beschuldigte nie wieder frei kommt.  Beide Fälle, Elisa Lam (Los Angeles) und Making A Murderer sind beklemmende Schilderungen der amerikanischen Justizwirklichkeit. Nur verallgemeinern allein hilft einem auch nicht weiter.

Knowledge Material #Erinnerungen

Kommen wir vor dem Hintergrund dieser Geschehnisse nun zur Gegenwart: Das Praktische an der Benutzung von sozialen Netzwerken ist, man wird praktisch nicht mehr älter. Man lässt Algorithmus gewähren (wo Rhythmus immer mit muss) und verteilt einfach Beiträge früherer Jahre nochmal neu. Der Gewiefte entfernt allerdings erst einmal den Erinnerungsrahmen, um Aktualität vorzutäuschen.

So wird die 2012er Grillparty auf der Terrasse nochmal ganz neu zelebriert. Die stinkend Faulen lassen den Erinnerungsrahmen einfach dran und reposten den hochgespülten Quark nochmal. So kann jeder sehen: Kinners, wie die Zeit vergeht.

#DiaryOfAMadman #TTT #HIStory

In jedem Fall handelt es sich anders als in den oberen Absätzen hier nur um Trivia. Wir können also alles komplett überlesen.

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#2.064.23 #Rezension – Jürgen Grages Curriculum vitae – Eine Kreuzberger Lebensgeschichte: Meine Tante – deine Tante, und siebenundzwanzig Unbekannte (Geschichten die das Leben schrieb)

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13.06.23 - Jürgen Grage (Buch)
13.06.23 – Jürgen Grage (Buch)

Ein Buch, ein Buch: Ich lese nicht mehr so viel in papierenen, kartonierten Loseblattsammlungen (gebunden). Wenn ich es tue, hat es eine lange Vorgeschichte, denn Stapel von most-wanted-Büchersammlungen säumen meine Vorbereitungstischchen mit Lesewerk.

Erste Eindrücke:
Das Buch habe ich von Olaf (CEO vom YS) vor einiger Zeit erhalten.

Ich kannte Gerlinde und Jürgen einige Zeit und saß mit ihnen kulturvertretungshalber ordnungsgemäß am Tisch des Grauens im Yorkschlösschen. Beide sind seit 2020 bereits verstorben, als ich das Buch im Zusammenhang mit meinem zu seltenen Besuch auf der Yorkmeile erhielt.

Jürgen streiflichtert in dem Buch in einer Art Parvenüritt durchs eigene Leben, geboren in HH, mit 13 übernachtet er bereits bei einer Nutte (ü/40) am Hamburger Harfen (einer Harfennutte), um seiner Stiefmutter zu entgehen, die ihm die Ohren langzieht und als er sich einen runterholen lassen möchte. Das ist nicht verkehrt. Oder wie Jürgen sagen würde: Mir war es recht.

Als Maat und Schiffssteward verdingt er sich im Anschluss an acht Schuljahre und bereist „Nie wieder Indien“, „Oh wie schön ist Panama“-Kanal und Bordelle jener Zeit, auf Schiffspassagen mit hartem Tripper, Peniscillinspritzen und einem Lebenshunger, der zum Bersten taugt. Die acht- bis zwölfjährigen Kinder in den Puffs von Bombay bedauert er und flüchtet nach Zahlung der Apanage. So hat er nicht gewettet. Sein Leben, Pimpern und der Suff: Grage und der Schalk im Nacken, fügt man gedanklich hinzu, hat scharfkantige, präzise Vorstellungen davon und zwinkert heftig mit den Wimpern.

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1983/21 #Kritik – Das öffentlich finanzierte Gebührenfernsehen, Kapitalverbrechen und Tatortverwerfungen in der Öffentlichkeit

War der Tatort nun gut? Oder war er schlecht?

Die Herangehensweise, dieses Urteil für sich selbst zu fällen oder für die Öffentlichkeit, sollte durchaus unterschiedlich sein. „Mir hat er nicht gefallen,“ ist ein reinfließendes Urteil, dem man sich leicht anschließen kann. Viele andere Werturteile in der Öffentlichkeit tragen jedoch kaum Glaubwürdigkeitsaspekte in sich. Ganz schlimm sind Hinzufügungen wie z.B. „Kein Wunder, das ist eben öffentlich-rechtliches Gebührenfernsehen.“ Sehr schnell ist die Jugend mit dem Wort. Man neigt zum „Idiot“ lesen. Schade eigentlich. Will man gar nicht. Ist aber so! Zwölf Ausrufezeichen.
Wenn er schlecht war, ist der gelungene, nachvollziehbare Verriss am öffentlichkeitswirksamsten. Man braucht nämlich sehr gute Argumente dafür.

Leichter ist das sofortige Lobpreisen der Folge.

Was mir immer wieder auffällt.

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1980/21 #Kritik – Tatort Stuttgart: Ein schrecklich nette Patchworkfamilie – Das ist unser Haus

der Kritiker: MRR in jungen Jahren!

#Tatort #TTT #Tulipstagram
#Tatort #TTT #Tulipstagram


Theodor Shitstorm – Tanz die soziale Distanz – Official Video: Dietrich Brüggemann – M+T: Theodor Shitstorm. (p) und (c) staatsakt 2020.

Vor vier Wochen sind die Mitglieder der Baugemeinschaft Oase Ostfildern in ihr Gebäude eingezogen und schon muss wegen eines Abdichtungsproblems das Fundament wieder aufgebaggert werden. Zum Vorschein kommt ein noch größeres Problem: eine nicht identifizierbare weibliche Leiche. – schreibt die ARDmediathek (Link unten) – »Menschen an sich sind halt schwierig und nervtötend und fehlerhaft. Aber wer das nicht will, der kann ja in so ein Reihenhaus ziehen – und sich dann am Ende wundern, wenn er stirbt und keiner vermisst ihn. Hier hat man halt die ständige Auseinandersetzung mit Leuten, die sich die Hälfte der Zeit aufführen wie egozentrische Kleinkinder. Aber die finden einen wenigstens, wenn man tot ist.« sagt die Protagonistin Christiane Rösinger gegen Ende des Tatorts Stuttgart, erklärend.

Unter Regie von Dietrich Brüggemann strahlt die ARD die Folge „Das ist unser Haus“ aus. Ein Schelm, wer an Ton, Steine, Scherben denkt. Vielleicht ist die Assoziation von Gott gewollt.  Sischer dat. Ein Dutzend ähnlich interessierter Bauherren stellt einen Neubau hin, um den Altbau nebenan. „Den haben wir gleich mitsaniert“, erklärt Ulrike, Kommune 2020-Bewohner*innen älteren Semesters. Alles ist hier genderneutral, ausführlich detailliert und jeder Moment findet ein gerechtes, ausreichendes ausuferndes Betrachten aller denkbaren Gedanken – nur stets aus allen sämtlichen denkbaren Perspektiven. Sind die Gedanken auch frei, nehmen wir sie als krude wahr. Das Regiespiel gelingt: Christiane Rösinger aka Ulrike wird Fernsehpublikum und Kommissar Leinöl-Richy Müller (aka Thorsten Lannert) die Pole zwischen selbstbestimmt ausgefüllten Leben erzählen und jenem in einer Community of Housemartins, wo jeder von jedem verlangt, jeden Kleinstgedanken denken zu dürfen und diesen aber auch zu gerechtfertigen. Wir verstehen inzwischen, warum in Berlin weit über 50% der Menschen lieber als Singles leben. Schaut auf dies Ostfildern. Wo nie gutes Karma regnet. Am Fundament dringt bei Regen immer Wasser ein. Brüggemann erzählt ergebnistief von fiesen Verwerfungen durchgeknallter Menschen, die spirituell glauben,  hinzugewonnen zu haben. Den Sinn des Lebens sowieso. Baumängel und eine unbekannte Leiche. Und das Vorleben abgelehnter Mitwohnkandidaten*innen.

Fronleichnam als Happy Kadaver in der wiedergeöffneten Baugrube, weil die Bauherren den Rat zum Trotz alternative Abdichtungstechniken am Keller-Außenmauerwerk anwenden. Nun läuft die braune Plörre in die Keller und man steht vor einem Sanierungsproblem. Hier ist die Kritik beißend fassbar: Das ist unser Haus, es ist unser erstes Haus und wir haben ein Recht auf Anfängerfehler. Auf diese Weise verbeißen sich die Bewohner erstmal in der Suche nach Schuldigen. Das gilt für die Baumängelhistorie ausufernder Sitzungsprotokolle genau so wie für die Leiche, und es betrifft die Suche nach dem vermeintlichen Täter. Ein Lehrstück der klassischen Psychologie, mit Projektionen und Schuldzuweisungen der allerbesten Art.

In erster Line war der Stuttgarter Tatort am Sonntag mal eine herausragende Sozialstudie über das Wesen von gemeinschaftlichen Wohnprojekten mit esoterischem Grund-Handwerkszeug, in denen Spekulationen über ein Kapitalverbrechen Tür und Tor geöffnet wird. Mit allen Verwerfungen, Glaubensrichtungen und intersexuellen Neigungen. Am Ende bricht jede Tätertheorie in sich zusammen und der nachweisliche Sexual-Triebtäter Heinz Rudolf (Kunze) wird öffentlichkeitswirksam freigesprochen, indem er nicht mehr zu Wort kommt. Summa summarum sehr gelungen.

Man kann den Tatort im Zugriff der ARD-Mediathek sehr wohl empfehlen. Viel Spaß beim Nachsehen. Die Musik zum Tatort fertigte Regisseur Dietrich Brüggemann selbst an. Wer in dieser Art von Welt leben möchte, muss sich diesen Tatort bitte unbedingt ansehen. Gnade Euch Gott, denn er hat „Hurtz“ gesagt.

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#1970.20 #Positionen – Das Wesen dieser Mediokratie in Zeiten sozialer Netzwerke und ein Besäufnis zu Weinnachten #Hicks

Icon #Positionen
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Auf´n Punkt #TTT #Tulipstagram
Auf´n Punkt #TTT #Tulipstagram
Die Menschen heutzutage sind alle so nervös.
Über jede kleine Kleinigkeit da werden sie giftig bös.
Schimpft einer auf den andern,
Dann sing ich voll Humor,
Damit er nicht mehr schimpfen soll,
Mein kleines Liedchen vor:
Wer schmeißt denn da mit Leben,
Der sollte sich was schäm‘!
Der sollte auch was ander’s nehm‘
Als ausgerechnet Leben.
(Claire Waldoff, geändert)

Das Wesen dieser Mediokratie in Zeiten sozialer Netzwerke – Vom sozialen Netzzwerg

Immer mehr verkommen öffentlich geführte Diskussionen im teils erbittert geführten Streit über Senderformate, die sich mit Comedy, Clownerie und komödiantisch geführter Pedanterie befassen. Inzwischen haben wir etliche solcher Formate, die in den letzten zwanzig Jahren aus dem Boden schossen.

Sie heißen Extra3, Nuhr, Böhmermann und haben große Zielgruppen.

Zu beschäftigungslose, selbsternannte Kritiker brüskieren sich am Folgetag ihrer Ausstrahlungen in analytisch klug meinendem Diskurs und sezieren jeden gesagten Satz. „Warum Nuhrs nationalsozialistische Sprüche gefährlich sind,“ weiß einer auszudeuten. Dass Böhmermann die Kinder instrumentalisiert, weil er sie „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ singen lässt.

Schöne, schaurige Weihnachten.

All die geführten Diskussion zeigen uns vor allem eines auf: Nichts.
Sie sind überflüssig wie ein Kropf.

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1568/17: Reingehört: ‚Things Come Different“ von Jilski – #Recordrelease #Geheimtipp

Bewertung: Fünf Sterne (Höchstbewertung)


jilski – things come different – album available on CD

Veröffentlicht am 31.05.2017

Im besten Jazzversatz kommt der in Berlin lebende Musiker Jarek Ilski – oder als Kofferwort: Jilski – im Mai 2017 mit einem eigenen Tonträger und überrascht wohlig, smooth und offenbar gut durchdacht. Im Internet findet man nicht viel und zu recht geht Jilski wohl davon aus, dass das Internet ein Haifischbecken ist. Dass man sich selbst rar sät, um den Sturm zu ernten? Maximale Aufmerksamkeit oder einen JazzEcho? Hallo Echo! Hallo Jilski!

Ein Lied des Tages kann blackbirds.tv daher dem Leser nicht vor die Ohren spülen, um schlicht anzuhören. Als hätte Ilski den Begriff des American Great Songbook neu umgeschrieben, die Dramaturgie verändert und den Jazz nach Europa zurückgeholt. Fünf Sterne deluxe.

Dafür empfehlen wir einen Link, für den niemand bezahlt hat. Zu iTunes. Hört mal in den Prelisten zu dem Album herein. Ich denke an Norah Jones, an Esperanza Spalding und an die nennenswerte Aufgabe, dem Jazz mehr Gehör zu verschaffen. Nun ja, vielleicht ist es auch Weltmusik. Jedenfalls ist das was Großartiges geschaffen worden. Tja, die Dinge kommen manchmal anders, als wie man denken tutet.

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1554/17: Gigs, Review, Preview: Gemischte Gefühle: Bundeskohl, Austauschreiche Wetter und Rock am Rhin(g) #Rheinsberg

Famous168 - CD: Kopfsache (Bild)

Collage "Rock am Rhin"

Am 16. und 17. Juni 2017 findet am Abend die Veranstaltung Rock am Rhin in Rheinsberg in der Ostprignitz statt. Für gerade mal 3,- € Eintritt wird von den Veranstaltern ein kleines, rühriges Festival mit jungen Musikern angeboten. Wir haben die Veranstaltung gestern Abend besucht und empfehlen, infolgedessen am heutigen Abend einen Besuch als netten, kleinen Ausflug in Erwägung zu ziehen. Hat Spaß gemacht.

Der gestrige Freitag, ein Mensch mit gemischten Gefühlen. Erst „Wetter, Wetter, Wetter“, dann wird bekannt, dass unser aller Bundeskohl verstorben ist und damit schon wieder ein weiteres Loch in die Weltgeschichte gerissen ist. Aber am Abend dräut Glückseligkeit. Es ist Zeit für Musik, heavy, an den Drums hard Hitter & an den Mikros süffisant-zartbitter.

Da war zunächst die austauschreiche Wetterlage. Eine Roadmap nach Berlin und zurück Richtung Rheinsberg in der Ostprignitz. Motorrad fahren für den Weltfrieden, aber schon am Nachmittag teilte sich das Wetter dem Außenläufer gehörig mit. Es hatte ja nichts zu verschweigen. Heftige Seitenwinde und ab und an ein great big shower direkt von oben. Der Mensch ist nicht ein Wetterhahn. Doch ließ sich bald best weather an.

Denn am Abend ist für die örtliche Zivilbevölkerung von Rheinsberg und Umgebung die 14. Folge eines kleinen Festivals mit großem Besteck angesagt. Rock am Rhin heißt die Veranstaltungsserie. Bei gerade 3,- € Eintritt pro Person und Abend eine Veranstaltung, die man sich gerade noch leisten kann. Apropos leisten: Großes leistete der Topact des gestrigen Abends Felix Famsn – auch genannt Famous – und in der Tat: Wirklich famos, was der junge 22-jährige Edelrapper und Hip Hopper auf der Bühne veranstaltet.

Sehr schön die Idee des Abends, nicht nur vom Band und dem Mikrolaptop Beats zu zaubern, sondern gleich eine ganze Band auf die Bühne zu stellen. Die reichlich üppig ausgestattete Stage mit großem Equipment, darunter mindestens drei Subwoofern zuviel, einem wirklich empfindlichen Punch in die Magengrube, hat allerdings den schönen Effekt einer Gänse- auf der Kopfhaut. Das rüttelt und schüttelt so schön.

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1444/16: Rezension: Von meinem kleinen Bruder Tobias, der Sebastian heißt und dem ich viel verdanke#PaulIsDead #KIZ

Kannibalen in Zivil #KIZ #Prisma

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Kannibalen in Zivil #KIZ #Prisma

Ich war längere Zeit nicht mehr bei einem so großen Konzertevent, wie gestern Abend in der Freilichtbühne Wuhlheide. Die Kannibalen in Zivil – KIZ – nahmen sich den Samstag zur Brust und es gab Regen, ein Segen. Was eingangs wie ein großes Public Viewing begann, mit hübschem Farbfernsehprogramm auf drei großen Bildschirmdisplays, wurde im Verlaufe des Abends immer mehr zu einem Hip-Hop-Abenteuer von vier enthusiastisch battlelnden Führern. 17.000 Zuschauer sangen am Ende die Hymne der Hurensöhne.

Paul is dead – 21.08.16

Manchmal spielt einem das Gehirn Streiche. So wie am 20.08.16 in der Freilichtbühne Wuhlheide. An diesem Samstag treten in der Berliner Zweitwaldbühne die Kannibalen in Zivil – kurz KIZ – auf. Am Einlass vorbei, finden wir unsere Plätze auf den unteren, guten Rängen. Der verabredete Dresscode ist schwarz. Wir sind Haustiere von KIZ, das ist die Gästeliste, auf der zu stehen in gewisser Weise ein großes Privileg darstellt.

Vor allem, wenn man am Einlassventil am Haupteingang der Freilichtarena vorbei zieht. Dort stehen Tausende und möchten Einlass. Wir dürfen einen Gäste-Spezialeingang rechts neben dem Haupteingang aufsuchen und bekommen ein kennzeichnendes Bändchen. Und bitte, gehen Sie hier entlang.

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1396/16: Reingehört: The Abstract Earth – CD „On Top Of The World“ #TonträgerDesTages – plus 2 Auftrittstipps in #Berlin

The.Abstract.Earth_Electronic.Jazz

Die analogen Bläserlinien zeigen den Weg, die Bläsersätze stehen wie Wegmarken in der mal treibenden, mal schlendernden elektronischen Polyphonie. All is one! Und gleichzeitig bleibt alles offen, hin zu einer neuen Variation einer scheinbar unendlichen Kombinatorik, großstädtisch und weit. Hier ist ein Ausdrucksstrom zu hören, in dem tatsächlich analoges und digitales zu einer Form schmilzt und der sich weder um Breite noch Weite seines Maßes kümmert, denn: Ausdruck lässt sich nicht in gängigen Parametern wie Songstruktur, Wiederholung oder gar Eingängigkeit messen. Das fühlt sich mal nach New Yorker Freejazz auf dunklem Ambient an, dann wieder nach House mit nordischem Horn …. (Quelle: Attia auf regiomusic.de hier)

Der Berliner Charles Matuschewski legt die CD „On Top Of The World“ vor. Das Cover hat eine Architektin entworfen, das sieht man ihm an. Die CD ist heute der Tonträger des Tages auf blackbirds.tv.

Ansonsten handelt es sich um eine elektronische, flirrende, pumpende, verträumte, hier und da elegische Techno-Nu-Jazz-Platte mit Wohlfühlcharakter. Währen da nicht die eingesetzten Bläser, ginge das Ganze auch als Ambient durch. Eine sehr verrückte Platte, wie gemacht um zu chillen. Unbedingt mal reinhören.

Zwei Besuchstipps Livemusik fürs kommende Wochenende in Berlin.
Am Freitag und Samstag, am 06. + 07. Mai.2016 gastiert die Fusion-Combo B3 (Andreas Hommelsheim (keys/hammond b3) Ron Spielman (g/voc) Christian Krauss (b) Lutz Halfter (dr)) jeweils ab 21 Uhr im A-Trane. Hier die Website von B3… – über die Band wurde hier verschiedentlich berichtet. Rechtzeitig Karten sichern, die Auftritte der Ausnahmemusiker sind gefragt.

Am Samstag, den 07.Mai 2016 gibt es ein Debüt. Das um die schwedische Sängerin Siri drapierte Herren-Quartett namens The Xtraordinary JazzBirds (Andreas Gäbel (g), Stefan Brandenburg (p.), Randy Scott (b.), Tommy T. Tulip (dr.)) tritt im Charlottenburger Leonhardt (am Stuttgarter Platz) auf. Hier gibt es die wunderbaren Songs aus dem Great American Realbook auf Ohren und zum schauen. Nähere Infos über die Band findest du auf einer neuen Website…

Weiterführend
Die Website von The Abstract Earth
Ein QR Code zum Eventfinder The Xtraordinary JazzBirds

1374/16: Buchtipp: Volker Hauptvogel veröffentlicht „Fleischers Blues“ und erzählt vom West-Berlin der Siebziger und wie es war

Volker Hauptvogel - Fleischers Blues

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Volker Hauptvogel - Fleischers Blues
Volker Hauptvogel – Fleischers Blues

Für fast gar keine Kohle hatten wir eine echte Probebühne. Mit Licht, Kühlschrank, allem drum und dran. Und dann waren wir Vorband zur Nina Hagen Band. Leider eine undankbare Aufgabe, haha. Alle wollten Nina. War OK so. (Volker Hauptvogel, damals Sänger von MDK, Erinnerungen)

Volker Hauptvogel kann so schön erzählen.

Die Leser dieser Website wissen es ja.

Wie es war, damals, als er 1976 nach Berlin kam, erzählt er jetzt in seinem gerade erschienenen Buch „Fleischers Blues“. Es ist eine mit Herzblut geschriebene Geschichte wie ein Roman. Aber man kann dem fiktiven Buch jede Zeile glauben. Denn Hauptvogel lebt.

Es heißt, er habe den Punk erfunden. In Berlin ist seine Band Mekanik Destrüktiw Komandöh die allererste, schon kurz nachdem die Sex Pistols die Königin rasierten. God shave the Queen. Überhaupt war Punk ein britisch begrenztes Unterfangen: Anarchy in the UK.

Hauptvogel und seine Mitmusiker holten den Punk nach West-Berlin.

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1303/15: Review: Thomas Bierling – CD: „INNEN|WELT“ – Eine ganz und gar traumhafte Klaviatur voller Gefühl

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Oh, Papa, ein Klavier, ein Klavier. (frei zitiert nach Loriot) – Und was für eins…

Man tut dem eigenen Empfinden und dem über sich hinaus wachsen keinen regelrechten Gefallen, wenn man ab einem gewissen Lebensalter anfängt, nur noch zurückzuschauen. Zunehmend schwieriger noch nach vorn zu schauen, empfindet der älter werdende Musikkonsument, dass Musik zu konsumieren ja schon etwas Widerwärtiges in sich trägt. Denn die Vergeistigung aller menschlichen Intelligenz, der Verstand, rät einem davon ab, sich lediglich nur als passiver Konsument selbst begreifen zu wollen.

Einer anderen Lebensphilosophie folgend ist genau das Gegenteil richtig. Musik ließe sich hervorragend konsumieren und daran sei nichts zu beanstanden, wenn man es zur Kontemplation nutzte. Sich fallen lassen, die Augen schließen und lass Musik auf dich herein prasseln, Alter, das kann ja auch ganz irre schön sein.

So in etwa übrigens geht es mir mit der Musik von Thomas Bierling, auf dessen menschliche und hochmusikalische Existenz ich im Internet aufmerksam wurde. Man weiß ja letztendlich nie, mit wem man es zu tun hat, wenn man Ikonen anklickt, Freundschaftsanfragen beantwortet und ach, überhaupt, Mann: Ich schaff mir keine kleinen Kinder an.

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1210/15: Record Release: Soeben eingetroffen „Memories In Melodies“ von „B3“ aus Berlin

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Eine Weltproduktneuheit heute im offiziellen Blackbirds.tv-Büro: Eine Tastaturschablone gegen den alltäglichen Büro- und Arbeitswahnsinn. Das erste offizielle Foto seht Ihr hier schon. Später gibt´s noch was auf die Augen und Ohren, aber das ist eine andere Geschichte. Erst wird geelchtestet.

Das „B3“-Office-Keyboard ist eine jener speziellen Rare & Vintage-Applikationen, die der geneigte Musikliebhaber tagsüber auf dem Schreibtisch drapiert, um sich noch als Mensch zu fühlen. Bzw. wieder.

Denn tagsüber ist nie Zeit für sinnvolle Sachen. Das böse „A“-Wort (Arbeiten) hindert den Menschen, zu leben und zu tun, wie es ihm gefällt. Die neue CD Memories In Melodies ist jetzt auf der offiziellen Blackbirds-Teststrecke. Dort wird sie von allen Seiten an- und hinterleuchtet, und hinterher gibt es eine Blackbird´sche Erzählung. Ihr kennt das.

Wir lesen uns noch.

1145/14: Rezension: Von Ron Spielman und dem Schwimmen im Dunkeln, Liquidromen, Perlatoren und Gesangsmatadoren!

CD: Ron Spielman "Swimming In The Dark"
CD: Ron Spielman "Swimming In The Dark"
CD: Ron Spielman „Swimming In The Dark“


Ron Spielman „Kate Moss“ (unplugged-Version)

Das Stück „Kate Moss“ befasst sich mit dem gleichnamigen Model aus der Sicht eines Stalkers. Dargeboten im Video ist das Stück aus dem Album „Swimming In The Dark“ hier allerdings unplugged mit kleinem Besteck. Auf dem Album kommt das Stück elektrischer daher und ist eines der Mitsummsongs.

Ron Spielman „Swimming in The Dark“
VÖ 20.9.2013 Grundsound // Indigo 96111-2
GET THE ALBUM AT: https://itunes.apple.com/de/album/id6…
or: http://www.amazon.de/Swimming-Dark-Ro…

Der Klang des Albums ist mit jeder Episode neu, rund, satt und druckvoll und vor allem mit viel Sorgfalt arrangiert – ein kraftvoller Nährboden für Ron Spielmans Gesang und seine virtuos erzählenden Gitarrensoli. Gerade dieses Spiel zwischen Stimme, Text und Instrumenten macht die Titel immer wieder besonders. Die Instrumente sind nicht einfach der Background, sie bilden mit dem Gesang eine unzertrennliche Einheit. (Stern, 02.2012, über Ron Spielmans Tonträger „Electric Tales“)

Quelle: Stern.de hier

Es ist ein Flirren und Jaulen, ein Grooven und Hineinstechen in die Akkordik des Wesentlichen. Wer hätte nicht gern endlich mal wieder in eine Neuveröffentlichung hinein gehört, die sich -man staune- als wesentlich erweist und positiv aus dem ganzen veröffentlichten Mist der letzten Jahre hinausragt? – Antwort: Ja, wir. Danke.

In der Berlin-Lichterfelder Thermometersiedlung, meckert Busfahrer Mario G. aus Berlin-Lichterfelde, läuft Wasser von Wand. „Und die GSW, der Vermieter, tut nichts“, das Foto auf facebook zeigt Rinnsale auf Berliner Feuchtraumwänden, tja, es sind Nasszellen. Wollen immer nur Geld scheffeln: „Tut nichts, tut ench mammon.“ Gehn´wie ein Ägypter.

Aber: Elektrische Erzählungen vom Spielman, medidativer Klangbaum, den Rücken gestreckt, flach wassernd: Stell dir vor, du bist zu Gast im Berliner Liquidrom. Du liegst flach auf dem Rücken, wie eine zu Wasser gelassene Ente, schließt die Augen und träumst. Oder eine Katze. Wasser umspült den Kopf und die Tatze, du willst loslassen. Endlich einmal loslassen. Zu viele Gedanken, zu viel „Bimbes“, zu viele Nickeligkeiten, ja Nichtigkeiten von alltäglichster Art. Die Schwimmhalle ist dunkel. Irgendjemand fordert: „Die Ente bleibt draußen.“ – Protest, wem Protest gebührt, spätestens seit und mit Loriot hat Deutschland gelernt, die Ente zu Wasser zu lassen. Gelassen. Die Ente. Gelassen.

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