1461/16: Nachruf: Hagen Friedrich Liebing (* 18. Februar 1961; † 25. September 2016)

Trauerkerze

Hagen.Liebing

Einer, der ohne jeden Anflug von Eitelkeit porträtierte und rezensierte, selbst in negativen Urteilen noch voller Respekt vor der Arbeit der Musiker. (Andreas Conrad, Tagesspiegel, Link unten)

Das Bild haben wir uns von facebook geliehen. Es wäre dieser Website nicht erlaubt, The Incredible Hagen nicht hier noch gesondert zu erwähnen. Denn Berlin fletscht auf dieser Website seine Szene. Diesmal in Trauer und unerwartet.

Wir kannten uns nicht genug oder anders herum: Ich wusste nicht viel über ihn. Als er in die Ärzte einstieg, war das für mich ohne jede Bedeutung. Ich hatte die Ärzte 1982/83 miterlebt, da war er noch nicht bei ihnen. In jenen Jahren seiner Mitgliedschaft bei den Ärzen gehörten diese zum Vorhaben, richtige BRAVO-Starschnitte von ihnen zu sammeln und ich war aus diesem Alter schon raus. Was der Nachruf-Schreiber Andreas Conrad beim Tagesspiegel am 25.09.16 schreibt (siehe oben) trifft für mich am besten auf Hagen Liebing zu, auf einen unprätentiösen, uneitlen, sympathischen Menschen. Als sein virtueller Freund wie viele andere auf facebook, genoss ich seine präzisen Schnittmuster des Musikalischen und vor allem seine Serie 1000 Gründe, warum mir gesichtslose Downloads gestohlen bleiben können.

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702/12: Historische Schmachtfetzen: Die Ärzte „Du willst mich küssen“ oder: Wie ich mein Leben als „reaktionäre Sau“ fristete

Banner Legenden: Historische Schmachtfetzen

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 Du willst mich küssen! Die Ärzte (via youtube)

Das waren noch Zeiten. Seufz. 1983 haben die Ärzte den Senatsrockwettbewerb gewonnen. Das Finale gewannen sie im Quartier Latin, heute „Wintergarten“ an der Potsdamer Str.. Monika Döring, Chefin vom „Loft“ (Nollendorffplatz) beschimpfte jeden, der „ihre Ärzte“ nicht zu Siegern erkor, als“reaktionäres Schwein“. Mich vor allem. Womit sie Recht hatte.

Viel später dachte ich, ich hätte damals als Jurymitglied auch für „Die Ärzte“ stimmen sollen. Ich votete seinerzeit für Paul Joses. Egal, die Sache ist verjährt. Die Ärzte sind ohne meine Stimme weiter gekommen und haben eine sehr beeindruckende Karriere gemacht. Chapeau dafür.

669/12: Video: Was ist eigentlich Zeidverschwändung? Antwort gibt das #Lied des Tages

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die ärzte – zeiDverschwÄndung (offizielles Video)  (via youtube)

Genau: Im Wort „Zeidverschwändung“ liegt ja auch eine legasthenische Verbeugung vor den Uraltfans der Ärzte, die nicht aufhören möchten, zu begehren! Und damit das klar ist: Die Ärzte bleiben, was sie waren: Berliner. Punk. Punkt. – Bleibt nur noch der Hohlwitz: In Hamburg gibt´s nicht viele Berliner, aber in Berlin viele Hamburger, …hohoho, gruntz!

Dabei Zeit wird´s.  Ich erinnere, 1983 (* Geschichte geprüft, siehe unten) als Mitglied in der Jury des Rockwettbewerbs „rock news“ gesessen zu haben und von Monika Döring (Chefin vom Loft in Schöneberg) im Aufzug des Treppenhauses vom TIP, dem Berliner Magazin, als „reaktionäre Sau“ beschimpft worden zu sein. Der Grund: Ich fand die Ärzte spaßig, aber als junger Jünger (21 Jahre alt!) der Instrumentenkunde und Vorsitzender eines Musikervereins reichte mir das nicht, in dem Wettbewerb zugunsten der Spaßpunker zu „voten“, damit´s Quoting stümmt. Gewonnen haben sie „trotz meiner“…. 😉 – Hach.

Und es stimmt: Heute kann ich sagen, dass das eine großartige Band ist. Immer noch. Bzw. erst recht. War nicht sogar Bela´s Vater Bulle? No go. Jetzt dafür ein shitstorm erster Kajüte? Gerüchteköfte. Ich war früher einfach noch nicht so weit, Spätentwickler. He later goes punk. Punkt. Errare humanum est.

Ärzte vor! Lied des Tages, großartiges Video! Los jetzt, koofen, Freunde!

(Danke, Sophia Brennecke auf +, für diese Inspiration!)