„The Trinity of Evilism“ ist kein bloßer Sinnspruch, sondern ein postmodernes Triptychon der Zerstörung. Durch Montage von Popkultur, Heavy Metal und Soziologie entsteht eine Textarchitektur, die den Eskapismus der Moderne seziert. Die rote Linie, die all diese Fragmente verbindet, ist das Motiv des Ertrinkens – physisch, geistig und global.
Ouvertüre der Illusion
Der NDW-Klassiker „Dreiklangsdimensionen“ (Rheingold, 1980) fungiert als trügerische, ästhetische Fassade. Die Zeilen suggerieren eine heile, rein auf Oberflächenreize („Lichtspielimpressionen“, „farbvoll“) und Harmonie („taktvoll“) reduzierte Welt. Es ist der Soundtrack der Konsumgesellschaft der Achtziger, die unbeschwert tanzend den Abgrund ignoriert. Die kühle, saubere Ästhetik prallt im weiteren Verlauf brutal auf die harte Realität.
Der zynische Kern
Das gravitative Zentrum des Textes bildet der Aphorismus: Was haben Massentourismus, Venedig bzw. Mallorca und das Weltklima gemeinsam? Alle gehen baden.
Der Sprecher, eingeführt als Tommy T. Tulip, the elder one, nimmt die Position des resignierten Weisen ein, der das Unvermeidliche mit Galgenhumor kommentiert. Die Punchline „Alle gehen baden“ entfaltet einen semantischen Totalschaden: Die deutsche Redewendung für das absolute, oft finanzielle Scheitern verschmilzt nahtlos mit seiner wörtlichen Bedeutung. Der Tourist geht im Meer baden. Venedig geht durch den steigenden Meeresspiegel baden. Das Weltklima sorgt dafür, dass ganze Zivilisationen baden gehen. Die grausame Pointe liegt in der Kausalität: Genau jene Freizeitbeschäftigung, die das Problem antreibt, dient als Metapher für den ultimativen Ruin der beteiligten Protagonisten. Wollen sich nur kurz nochmal vergnügen. Der Hedonismus feiert seinen eigenen Untergang.
Hymne der Selbstvernichtung
Mit dem Einschub „Suicide Solution“ (Ozzy) bricht die Dunkelheit durch die Rheingold-Fassade. Die psychologische Erklärung für den Massentourismus: Er ist ein kollektiver Rausch, ein langsamer Suizid aus Flucht vor der Realität („Suicide is slow with liquor“). Die inhaltliche Verzahnung ist von düsterer Brillanz: Die Sorgen sollen im Exzess ertränkt werden („drown your sorrows“), was sinnbildlich die Zukunft wegspült („floods away tomorrows“). Das Hochwasser in Venedig und der Klimakollaps finden ihre Entsprechung im Individuum. Der „Master Keeper“ (Tod, systemischer Kollaps) lässt sich weder durch Alkohol noch durch den nächsten Billigflug austricksen. Ein treffendes Detail ist die Überschrift „The Ozzard of Us“ – ein Märchen, in dem wir alle als tragische Protagonisten feststecken. Am Ende sogar Ozzard of Wizz (für Wizzdom)? WTF knows, bless ya, Bro.
Philosophisches Fundament
Das zitierte Paradoxon von Hans Magnus Enzensberger aus dem Jahr 1958 („Der Reisende zerstört, was er sucht, indem er es findet“) holt diesen Wahnsinn auf den Boden der Soziologie zurück. Es liefert die wissenschaftliche Bestätigung des systemischen Fehlers: Der Mensch sehnt sich nach dem Unberührten, dem unschuldigen „farbvollen Lichtspiel“, und radiert es exakt in dem Moment aus, in dem er es mit Tausenden anderen in Beschlag nimmt. Der Tourist als unfreiwilliger Sensenmann seiner eigenen Sehnsuchtstorte (Orte).
Linguistische Kriegsführung und Fatalismus
Die Hashtags sind nicht bloßes Beiwerk, sondern treiben den Text auf die Spitze.
#Dreitagsdimensionen: Formidables Wortspiel. Aus dem musikalischen „Dreiklang“ der Ewigkeit wird der „Dreitag“ – der banale Wochenend-Kurztrip nach Mallorca, der rasche, billige Konsum, der die Dimensionen unseres Planeten sprengt. Uns Gelegenheit gibt, für mehr als einen Tag (drei nämlich) über das Heute hinauszudenken. U might understand that? „Dreitagsdimensionen“ – banale Wochenend-Kurztrips, rascher, billiger Konsum, der die ökologischen Dimensionen des Planeten sprengt. Reden wir nicht weiter drüber: Flugscham war gestern, Zugstolz ist mittlerweile dem Bahnbashing gerade noch ausgewichen. Überall unbeschrankte Bahnübergänge und die Bahncard kommt als Probeabo und verlängert sich heimlich automatisch.
#TrinityOfEvilism – die Dreifaltigkeit des Bösen – & #WordOfWarcraft definieren den intellektuellen Gegenangriff. Sprache wird zur Waffe gegen den Wahnsinn.
In einer Welt der Propaganda (the P-Machinery) und Kriegstreiberei ist das schwerwiegende Wort – das #WordOfWarcraft – wiederum eine rhetorische Waffe gegen den globalen Irrsinn.
Nur Ruhe, Brauner, es kommt wie es kütt. Rheingüldner, mehliger Frühtau am Musenginst, Krawehl, Krawehl. „Flood this Zone with Shit, Mr. Putin on the Ritz Hotelbesuch Berlin: „In fünfzehn Minuten ist der Putin auf dem Kurfürstendamm!“ – Matroschka, es gibt Hirsebrei für 10 Kopeken, die Russen als Usbeken wie Soldaten ohne eigene Uniform auf der Krim, Spezialoperanden so wie früher gestohlene Polen den Sender Gleiwitz überfielen. Die Lüge des Wolfs aus Braunau, von Joachim von Ribbentrop am 23. August 1939 mit Molotov klargezogen und mit Stalin im Handshaking. Caviar & Cigarettes, well versed in Etiquettes, xtraordinary light, he’s a Killer Bean, Gun Powder, Gelatine, satisfied to blow Your mind: Beluga-Stör für den Weltfrieden. Russischgrün, hopp hopp hopp, hier kommt die Flut – Traut, schaut – wem? – ihr zuschaut, wer sich noch traut. Wer morgen schön die Welt verhaut.
Super fuel -Win Diesel – 3,75 €/Liter. Wir fahren wieder Pferdedroschke, Hühbrid.