

Wolf Biermanns emotionaler Auftritt auf dem Deutschen Filmpreis 2025, nach der Eilmeldung, dass Margot Friedländer nach 103 Lebens- und auch Leidensjahren verstorben ist. Eine emotionale Handlungsanweisung für Demokraten.
Dass ich am Morgen noch was wegbloggen muss in der Art eines #Lesezeichenohnegleichen, hat System. Denn nichts ist so vergänglich wie die ätherische Ölung des einen Augenblicks an und für sich. Für mich gehört mit meinen Lebensjahren Wolf Biermann zu den wichtigsten deutschen Antifaschisten, die sie nie sein durften, Zeit ihres Lebens. Dass heute Antifaschisten in die Ecke von poltischen Extremisten gestellt werden sollen, nehme ich nicht hin. Antifaschisten sind alle gute Menschen, mit Ausnahme der Schlechten.
Aus Hamburg kommend führt der Wolf, kein Lamm, ein Leben in der DDR. Hurtz: Nun lasst Euch nicht verhärten, in dieser harten Zeit. Wir nennen es im Nachhinein Ausbürgerung, aber das war es auch nicht nur 1976/7. Es war auch ein deutsch deutscher Erdrutsch. Im ungefähr selben deutschen Herbst 1977. Der damit gar nichts zu tun hat. Außer dass vielleicht das stalinistische Politbüro der SED, das die Rote Armee Fraktion zur gleichen Zeit und etwas zeitversetzt in Teilen im Arbeiter- und Bauernstaat aufnahm, um Terroristen aus der Schusslinie der westdeutschen Strafverfolgung zu nehmen. Die Rote Armee galt den Stalinisten als Antifaschisten. Das Politbüro hatte von Antifaschismus gar keine Ahnung, leider. Im Gefolge von Biermann wanderten etliche der allerbesten Deutschen aller Zeiten Richtung Westen aus. Um nur Manfred Krug zu nennen und the one & only Nina Catharina „Farbfilm“ Hagen, die vielleicht beste Versuchung der Deutschen in den Siebziger Jahren.
„Ob im Süden oder im Norden
Nirgends bist du froh geworden
Suche, Seele, suche
Such nur!
Kannst doch nichts finden
Siehst nur
Das Glück von hinten
Fluche, Seele, flucheIn dem D-Zug aus`m Fenster
Lehnst du und glaubst an Gespenster
Suche, Seele, suche
Such nur!
Hinter Gardinen lauern
Schadenfrohe Mienen
Fluche, Seele, flucheOb im Osten oder Westen
Wo man ist, ist`s nie am besten
Suche, Seele, suche
Freiheit!
Freibier und Frieden sind dir Seele
Doch nicht beschieden
Fluche, Seele, flucheFreiheit, Freibier und Frieden
Sind dir Seele doch nicht beschieden
Fluche, Seele, fluche
Fluche, Seele, fluche
Der Liedtext zu „Suche, Seele, suche!“ (auch „Fluche, Seele, fluche!“) stammt von Gerulf Pannach und Christian Kunert aus der DDR-Liedermacher-Szene. Das Lied wurde 1981 veröffentlicht, war in der DDR verboten und galt im Untergrund als bedeutendes Kulturstück.
Nur Liebe, Wolf. Nur Liebe, Manfred. Nur Liebe, Nina. Nur Liebe, Pannach & Kunert. Nur Liebe, Band Regenbogen. Nur Liebe, Angelika Mann. Nur Liebe, liebste Margot Friedländer. Ich schließe Euch in meine Arme und möchte mit Euresgleichen sein in ewiger Verehrung, stets nur der richtigen Werte. Nur Liebe, kurzum Alle, die so waren und sind wie wir: Allerfeinstes deutsches Fleisch. Eingeschlossen Vegetarier und Veganer. – Ein Hoch auf die Freiheit, solange wir noch frei sind. Sie arbeiten schon wieder an der Vernichtung der ätherischen Öle Deutschlands. Dafür hat BMW erstmal das Dienstwagenprivileg der thüringischen Messdiener der Unfreiheit ersatzlos gestrichen. Anfrage an Elon Musk ist raus: Tesa für die verletzte deutsche Seele und Tesla aus Grünheide für den Grundwasserverzicht Brandenburgs.
Du bist Deutschland.
Icke aber ooch.
- Pannch & Kunert – Fluche, Seele fluche
(In Liebe und gewidmet Wolf Biermann)