1462/16: Nachruf: Zimmer frei (Juli 1996 bis September 2016 in 694 Folgen)

Trauerkerze

Zimmer.frei

Waren es bislang immer die schemenhaften, freundlich zurückhaltenden Moderatoren, die ihren Gästen das Weiße aus dem Auge puhlten, verkehrten Westermann und Alsmann als kongeniales Moderatorenteam die Welt ins Gegenteil und machten Krach, Sendungspunk und Stimmung gegen die Denkverbote des Artigen. Sie müpften Fernsehdeutschland auf.

In der WDR-Sendung Zimmer frei, die Fernsehgeschichte geschrieben hat, brach sich Innovation Bahn. Gerade noch Sendefähiges wurde gesendet und unter gar keinen Umständen sendefähiges Material wurde ebenfalls öffentlich ausgestrahlt. Da strahlten die Zuschauer: So etwas hatten sie noch nicht gesehen. Die berühmteste Kunstfigur des deutschen Fernsehens, der Paradiesvogel Götz Alsmann, ein begnadet hochtalentierter Musiker mit einem IQ weit über 550, vermutlich, der zu den besten Deutschlands gehört, wurde als Kunstfigur mit Narrenkappe und Schmalztolle sendefähig. Und berichtet nun in seiner letzten Sendung Zimmer frei, es habe mit den Kunstfiguren als Gast der Sendung regelmäßig nicht geklappt. Denn Kunstfiguren lebten ihr Leben künstlich und hier ginge es schließlich um das wahre Leben. Das bedeutet: Alsmann ist gar keine Kunstfigur. Nein,  nein, der ist wirklich so.

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1461/16: Nachruf: Hagen Friedrich Liebing (* 18. Februar 1961; † 25. September 2016)

Trauerkerze

Hagen.Liebing

Einer, der ohne jeden Anflug von Eitelkeit porträtierte und rezensierte, selbst in negativen Urteilen noch voller Respekt vor der Arbeit der Musiker. (Andreas Conrad, Tagesspiegel, Link unten)

Das Bild haben wir uns von facebook geliehen. Es wäre dieser Website nicht erlaubt, The Incredible Hagen nicht hier noch gesondert zu erwähnen. Denn Berlin fletscht auf dieser Website seine Szene. Diesmal in Trauer und unerwartet.

Wir kannten uns nicht genug oder anders herum: Ich wusste nicht viel über ihn. Als er in die Ärzte einstieg, war das für mich ohne jede Bedeutung. Ich hatte die Ärzte 1982/83 miterlebt, da war er noch nicht bei ihnen. In jenen Jahren seiner Mitgliedschaft bei den Ärzen gehörten diese zum Vorhaben, richtige BRAVO-Starschnitte von ihnen zu sammeln und ich war aus diesem Alter schon raus. Was der Nachruf-Schreiber Andreas Conrad beim Tagesspiegel am 25.09.16 schreibt (siehe oben) trifft für mich am besten auf Hagen Liebing zu, auf einen unprätentiösen, uneitlen, sympathischen Menschen. Als sein virtueller Freund wie viele andere auf facebook, genoss ich seine präzisen Schnittmuster des Musikalischen und vor allem seine Serie 1000 Gründe, warum mir gesichtslose Downloads gestohlen bleiben können.

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