344/10: Linktipp: Ick kann jar nich soville fressen, wie ich kotzen möchte! Zur Schließung des Knaack!

So sinngemäß übrigens Louis Armstrong, dessen Überlegungen zur Musikstilistik ein Credo darstellen können…., können, nicht müssen, womit wir wieder bei der persönlichen Freiheit aller Gedanken sind! – Und: Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten. (Karl Kraus) – In diesem Fall die Beamten!

Was nützen aber Linktipps, wenn sie nicht zu positiven, interessanten und guten Nachrichten führen? Richtig, interessant ist die Meldung auf jeden Fall. Der TIP schreibt u.a. folgendes:

Es ist eine echte Schande für Berlin! Nach über 58 Jahren Klubgeschichte in der Greifswalder Straße muss der Knaack Klub nun doch aufgeben. Die Lärmschutz-Auflagen nach einem Lautstärkestreit mit zugezogenen Nachbarn machen ein Weiterbestehen am bisherigen Standort für die Betreiber nicht mehr möglich. Da ein neuer Standort bisher nicht gefunden wurde, schließt der Traditionsclub zum 31.12.2010 seine Pforten.

ToDo-Liste gestern, heute fehlt: Lärmschutz kippen!

ToDo-Liste gestern, heute fehlt: Lärmschutz kippen!

Sich gegen die beginnende Veränderung in der Kulturpolitik zur Wehr zu setzen, wie es etwa Käthe Kollwitz, Heinrich Mann oder Erich Kästner durch ihre Unterzeichnung des Dringenden Appells taten, wollte Liebermann aber nicht riskieren. Das Natürliche wäre auszutreten. Aber mir, als Juden, würde das als Feigheit ausgelegt werden. (Deutsche Wikipedia zu Max Liebermann, Quelle: hier)

Wie soll das  weiter gehen? Und muss man Bullshit, zu Deutsch „Bullenscheiße“ brüllen, damit einer versteht, dass was schief läuft in Berlin? Dass es inzwischen eine übertriebene Sach- und Rechtslage zu Ungunsten von Livemusik-Spielorten gibt, eine Art Terror der Sach- und Rechtsfakten! Man hat ja Verständnis für die Bedürfnisse von Anwohnern, aber doch auch nicht unbegrenzt, oder? Ist denn der Fall denkbar, dass Anwohner wieder ausziehen müssen, weil sie sich schlicht nicht informiert haben, wohin sie ziehen wollten? Warum haben viel später hinzu gezogene Anwohner immer Vorrang vor Kultur, Urbanität, als schön empfundenen Tag- und Nachtleben? Weil alles Gewerbliche schlicht kommerzverdächtig ist und in menschlichen Zusammenleben kürzer treten muss. So sind die Gutmenschen, die danach trachten, möglichst als „recht und billig denkende Amtsträger“ erkannt und infolgedessen wiedergewählt zu werden! Die politische Taktik, sich auf die Position der einfach denkenden Mehrheit zu schlagen, von der Wählerstimmen gegen einfache Wahrheiten im Tausch stehen.

Solange beispielsweise Stadtplanung sich in lückenhafter Art und Weise über angestammte Nutzungsszenarien hinweg setzt und Neubauten fürs Wohnen bewilligt, die letztlich, einmal dahin gesetzt, neu in der Landschaft herumstehen, mit zuziehenden Anwohnern, die dann nichts anderes zu tun haben, als die angestammte Infrastruktur behördlich zu bekämpfen, so lange wird die Livemusik immer verlieren! Denn richtigerweise müsste es auch im aktuellen Beispiel Knaack-Club doch wohl anders herum richtig sein: Welcher Holzkopf hat eigentlich die Wohnbebauung in einem so dicht aufschließenden Nahfeld zum Knaack genehmigt? Es war wohl ein geistiger Dünnbrettbohrer, der sich nicht vorzustellen vermochte, dass es genau so weit kommen musste, oder war er nur besonders schlau und wir haben´s nicht bemerkt? Ganzheitliche Städte- und Raumplanung sieht vielleicht anders aus! Zu spät! Es ist wieder einmal dumm gelaufen!

23.07.2010: Streit um den Knaack-Klub – Beitrag von TV-Berlin (Quelle: hier)

Und ist es gerecht, wenn so ein Klub 58 Jahre Bestand hat und dann schließt, weil er einfach mit Lärmschutzterror der unmusikalischsten Behörden seit langem nicht klarkommen, diese kaum erfüllen können? Pfui Deibel, Zeit das sich was dreht, wie wäre es mit Bürostühlen? Bitte aber so schnell, dass man Beamten in Berlin nicht länger böse sein kann. Ist einem Beamten schwindlig, kann es kaum von schneller Bewegung herrühren und böse sein darf man ihnen bekanntlich auch nicht: sie tun ja nichts.

Nein, in ihrem Trieb, die Vorgänge zu verwalten, werden sie uns den letzten Nerv rauben und uns verwalten, bis von unserer Lebenskultur, von gastronomisch großzügigem Flair, Hauptstadtfeeling und flachen Bürgersteigen nur noch Erinnerungen übrig bleiben. Sie werden alles mit dem Lärmschutz begründen und sagen, wir müssten Rücksicht nehmen!  In Wirklichkeit stört sie nur die Idee, auf Beschwerdeführer beredt, bemüht und um einer anderen Sache willen einzuwirken. Eben wie richtiges Kulturmanagement funktioniert: Verständnis wecken, Zusammenhänge herstellen und gegen seelische Austrocknung durch die stumpfen, geistlosen und hirnvergessenen Spießbürger vorzugehen, auf das Deutschland sich kulturell entfalte wider solchen Grenzen wie Lärmschütz, Umweltschutz und Trallala und Hoppsassa!

By the way: Vielleicht führt mal jemand einen Musterrechtsstreit, gegen die Terrorgefahr der Lärmschutzterroristen? Max Liebermann benützte folgendes berühmt gewordene Zitat und wir geben es daher wieder:

Rettet die Livemusik! Max Liebermann-Zitat

Rettet die Livemusik! Max Liebermann-Zitat