1293/15: HIStory: Chet Baker, die Stuttgarter Jazztage am 1. April und der Fenstersturz von Amsterdam am Black Friday 1988

Chet Baker – Live in Stuttgart 1988 Am Freitag, den 13. Mai 1988, fiel Chet Baker aus dem Fenster seines Zimmers im Prins Hendrik Hotel in Amsterdam, heißt es. Er war sofort tot. Doch auch um seinen Tod ranken sich Legenden, wie jene, ein Drogendealer habe ihn aus dem Fenster gestoßen. Dafür gibt es allerdings … Weiterlesen

1292/15: Positionen: „Sei wachsam“ von Reinhard Mey

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Es ist so einfach, sich über Reinhard Mey lustig zu machen. Dabei dürfte es niemanden geben, der das Lebensgefühl seiner Generation so genau vertont hat wie er. Mey, 70, war der gute Westdeutsche. Unideologisch, außer, wenn es gegen den Krieg ging. Beseelt von dem Glauben, dass viele kleine Schritte die Welt besser machen können. Weltoffen und frankophil. Selbstdiszipliniert und mit dem Herzen ein bisschen links.

(Der Spiegel, 09.12.13, über Reinhard Mey, geboren am 21.12.42, hat bald Geburtstag)

Ein Wahlplakat zerrissen auf dem nassen Rasen
Sie grinsen mich an, die alten aufgeweichten Phrasen
Die Gesichter von auf jugendlich gemachten Greisen
Die dir das Mittelalter als den Fortschritt anpreisen
Und ich denk‘ mir, jeder Schritt zu dem verheiß’nen Glück
Ist ein Schritt nach ewig gestern, ein Schritt zurück
Wie sie das Volk zu Besonnenheit und Opfern ermahnen
Sie nennen es das Volk aber sie meinen Untertanen
All das Leimen, all das Schleimen ist nicht länger zu ertragen
Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
„Halt‘ du sie dumm, ich halt‘ sie arm!“

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1291/15: Video: Erinnerungen an Reinhard Mey

Reinhard Mey: Männer im Baumarkt Songs an einem Sommerabend 2009, Kloster Banz, Bad Staffelstein Meine Verehrung Jede Woche am Freitag um 16 Uhr erzählen sie ihren Frauen, sie gingen zur Probe, zum Musizieren. Aber dann gehen sie zu Obi, Praktiker und toom. Männer im Baumarkt. ‪#‎Textwitze‬ Edit: Reinhard Mey ist für mich der stille Poet, der … Weiterlesen

1290/15: Positionen: Elisabeth Steiner, Toms Diner, mp3-Kompression und Karlheinz Brandenburgs fehlender Geschäftssinn

icon Positionen

Beuteschema_Gute.Aufnahmen

„Brandenburg had a terrific understanding of technology and human anatomy and mathematics, but the guy couldn’t even patent the most obvious device that he invented, the portable music player.“ Stephen Witt hier „A Eulogy for the MP3„

Gemeint ist im Zitat der als Erfinder des Formats mp3 geltende Karlheinz Brandenburg.  Antworten zu Verlinkungen in diesem Artikel gibt es in den Links, die man als weiterführend zu betrachten berechtigt ist.

Selten schafft es eine Art Leserbrief auf eine Artikelseite. Man kann ja mal eine Ausnahme machen. Bzw. eine Aufnahme von einem Feedback. Hui. In einem Leserbrief, der kenntnis- und gesichtspunktereich verfasst wurde, lesen wir wörtlich:

(Zitat)

Zuerst möchte ich sehr stark anzweifeln, ob der Autor das doppeldeutige Wort „free“ mit „befreien“ gut übersetzt hat. „For free“ heißt halt „kostenlos“ und insofern spielt der Buchautor mit eben dieser Doppeldeutigkeit. „Befreien“ ist dagegen nicht nur ein eindeutiger, sondern auch ein eindeutig positiver Ausdruck. Die Ambivalenz bleibt dabei auf der Strecke. Daher: Schlechte Überschrift/Übersetzung.

Weiter: Ja, die Erfindung der MP3 Daten-Kompression ist eine sehr gute Ergänzung zu den anderen Audio-Formaten. Aber MP3 erreicht natürlich nicht die Audioqualität einer 16bit Aufnahme auf CD. An eine 24bit oder analoge Aufnahme kann das Format erst recht nicht herankommen. Das betrifft vor allem die Tiefe und den Detailreichtum der nicht im Vordergrund stehenden Aufnahmeobjekte. Das komplette Obertonspektrum und damit die genaue Abbildung des Klangcharakters der Soloinstrumente wird ebenfalls nicht erreicht. Ein Studiobetreiber erzählte mir, dass er speziell wegen des MP3 Formats deutlich stärkere Hall-Effekte verwenden würde, da ein normal dosierter Hall von den Algorithmen gnadenlos verschluckt werden würde. Man höre sich z.B. Orchesteraufnahmen an, die per se wesentlich differenzierter und tief reichender sind als normale Pop-Aufnahmen. Der Unterschied wird auch ungeübten Ohren schnell offenbar werden. Und da wir bei den „ungeübten Ohren“ sind – ein weiterer Aspekt: MP3 hat das Hören von Musik generell verändert, da es nunmehr von Quantität statt Qualität dominiert wird. Man kann in Sticks oder MP3-Player unzählige Songs speichern und man betrachtet dieses als Qualitätsmerkmal – nicht die Klang- oder Musikqualität. Daraus lässt sich ableiten, dass Musik primär als Massenware angesehen wird. Eine intensivere Beschäftigung oder Konzentration auf wenige Stücke findet nicht oder nur selten statt. Einzelne Musiktitel werden also austauschbar und bekommen in den Ohren der Konsumenten dadurch noch weniger Wert zugewiesen. Was schon etwas heißen will, da für sie der Begriff „Wert“ im Kontext mit Musik angesichts der freien Downloadmöglichkeiten ein ziemlich bizarrer ist.

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