z.B. gegen Nieter Duhr, die sich bemüht, DN wegen Kalauern seiner Satireshows öffentlich abzustrafen. Für mein Gefühl ist diese Kritik unangemessen.
Unerträgliche Empörungskultur Internet von denjenigen, die sich einen Ruf erarbeiten möchten, wie sie gerne wahrgenommen werden wollen. Da ist auch narzisstische Eitelkeit dabei. Menschlich große Bedeutung anzustreben ist ok, aber nicht auf Kosten anderer. Sie tun es aus Selfishness (Eigennutz, Verliebtheit in die eigenen Gedanken). Selbstreflexion ist out. Sagt Dieter Nuhr im Fernsehen: „Vielleicht sollten Frauen den Mann erst kurz kennenlernen, mit dem sie schlafen.“ (Gelächter) 300 bis 400 Femizide pro Jahr ganz klar zu viel, stellt DN jedoch vorher klar. Schon das war PC, Intelligente wüsste es auch ohne Disclaimer. Er weiß, warum. – Für nicht nur wenig Nachdenkende trägt die Pointe von Nuhr Wahrheit in sich. Für die Oberflächlichen: Selbstverständlich erleiden zu viele Frauen Gewalt von Männern, darunter auch solchen, mit denen sie sich einlassen und abgeben, in verschiedenen Konstellationen. Wer hat das Recht, sich aus dieser Wahrheit ein Rosinchen zu picken, um auf Nuhrs Frauenfeindlichkeit herumzupicken. Ich kann diese Gruppe klar labeln. Ich lass es lieber.
Aufpassen. Shitstormbürgergefahr.
Selbstverständlich sollten Frauen Männer genau kennenlernen. Männer nehmen nicht nur in den Arm, brauchen Geborgenheit, weinen heimlich. Sie sind brandgefährlich, herzliche Grüße in puncto Weisheit an Herrn Binsen. Die Dunkelziffer von Stalkern, Femiziden, häuslicher Gewalt, sexualisierter Gewalt haben eins gemeinsam: Wir kennen sie nicht. Dans le dunkle c’est bon munkeln. Schöne Grüße an die Vorurteilung. – Halbwegs Gescheite müssen schlichte Wahrheiten nicht sezieren. Die Satire hat bereits ihr dunkles Ende erreicht. Der Satiriker kann nichts mehr vortragen in einem einstündigen Bühnenauftritt, ohne die Hälfte seines Programms durch verwässernd wirkende Einerseits und Andererseits zu relativieren, allein um im Netz nicht in Grund Boden gerammt zu werden. Einerseits, andererseits: Ach, Du heilige Scheiße. Danke Meinungsfreiheit.
Die Dinge über Männer, die wir alle schon längst wissen, müssen wir doch gar nicht in jeder Stellungnahme zunächst einmal abwägend gegeneinander durchkauen, nur damit das Außen wahrnimmt, ich bin ein Gerechter der Völker. So ein Riesenschwachsinn. Der Gebildete erkennt das Vorausgesetzte, den Intellekt, die große Idee einer Polemik und weiß sie von selbst einzuordnen. Nur die Blöden wollen dieses abwägende Tri-Tra-Tralla La. Wie überheblich, Kritikergemeinde, wenn Ihr stets die Art und Weise, wie man redet, wie man zu denken hat und wann ein Vortrag eines Menschen überhaupt geduldet werden muss, bis ins letzte haarklein auseinander klamüsamentiert (hier keine Rechtschreibprüfung verfügbar, sic! Meldung ist raus). Ich habe selten größere Beschränktheit gesehen, als gerade seit es ein Internet gibt, dass man vollzuschreiben berechtigt ist, ohne den Nachweis zu führen, dass es „der Gerechtigkeit dient“ (D. Kunzelmann, Amtsgericht Moabit früher) Das allgemein vorhandene Wissen um Männer allein bildet bereits unbesprochenerweise den gesellschaftlichen Minimalkonsens, ohne es immer wieder aufs Neue durchkauen zu müssen. Habt Ihr das jetzt? Fuckt Euch diese Sichtweise ab?


