1463/16: Nachruf: Werner Lämmerhirt (* 17. März 49 in Berlin – † 14.10.16 in Bodenwerder)

Kerze (animiert)


Werner Lämmerhirt All Along The Watchtower

Jede wunderschöne Karriere hat einmal ein Ende. Jetzt ist der Punkt gekommen wo der Clown mit einem weinenden und einem lachenden Auge die Bühne verlässt und der Vorhang fällt.- Werner Lämmerhirt 2015 auf seiner Website hier

Werner Lämmerhirt kennen vor allem die Älteren. Er gilt als Furor ausgefuchster Gitarrentechniken und war als akustischer Gitarrist und Sänger unterwegs. Hannes Wader, Knut Kiesewetter, um nur zwei zu nennen, begleitete er. Aber auch unzählige Soloalben nahm er auf. Lämmerhirt, das war so Seventies. Blieb es auch, immer. Für immerdar. Freunde der akustischen Folkgitarre bekommen bei diesem Namen glänzende Augen: Werner Lämmerhirt.


Werner Lämmerhirt – Das renkt sich schon ein

Na? Wie isses? – Nja, geht so. – S´wird schon. Das renkt sich schon ein.

Werner Lämmerhirt wurde als Guru der Gitarre bezeichnet. Zu recht. Groovte, jazzte, swingte, Stile waren ihm Schranken, er flog gitarrespielend drüber hinweg in atemberaubendem Karacho. Es gibt nur gut oder schlecht gespielte Musik. Überflüssig zu erwähnen, wofür Lämmerhirt stand.

Alle anderen lernten mit Peter Bursch Gitarre, als das Gitarrespielen begann, deutschlandweit hochattraktiv zu werden. Paint it Black, Blowin in the Wind, Guantanamera setzten Standards im Kampf gegen die Sounds Of Silence der eigenen Unbedeutendheit. Alle diese Hobbygitarristen kämpften gegen das taube Gefühl in den hornhautartigen Fingern wie gegen dieses bleierne Gefühl einer sich in Staub zersetzenden Bröselmaschine. Insgeheim schummelten wir beim Zugucken oder beim Hören von Cassetten und Ellepies (LPs) von Lämmerhirt, Kottke und Co., lechzten nach diesen Vorbildern. So Vorbilder, wie Werner Lämmerhirt eins war. Kongenialer Spieler.

Sein Gitarrenspiel, mal geradlinig, mal verspielt, dann wieder groovig-jazzig bis rockig, bot eine maximale musikalische Variationsbreite. Hierfür benötigte er drei Gitarren, die er immer wieder wechselte. Sein expressives Spiel auf der Gitarre verdeutlichte: Die Musik spielte ihn, nicht umgekehrt. (hier)

Vielleicht hätte man ihm für sein Gitarrenspiel auch einen Nobelpreis verleihen sollen, so wie es gerade Bob Dylan erging. Literaturnobelpreis: Werner spielte eindeutig besser Gitarre, so gut, wie Dylan Texte verfasste, mit denen der Zeitgeist so gut getroffen ist. Am Ende wäre es wohl der Tabulaturnobelpreis, fingergepickt. Verdient wär verdient.

Liebe im Geiste verbundene Grüße an Susanne Lämmerhirt. Traurig.

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