1575/17: Audio-Paparazzi: You’re Sixteen – performed by Max Buskohl – Es geschah in einem Internet. #SidemansJourney

Max Buskohl (Foto: M. Buskohl, Bearbeitung: TTT, 2017)

You come on like a dream, peaches and cream
Lips like strawberry wine
You’re sixteen, you’re beautiful and you’re mine

You’re all ribbons and curls, ooh, what a girl
Eyes that sparkle and shine
You’re sixteen, you’re beautiful and you’re mine

Der Berichterstatter weiß fotografisch genau zu erinnern, wie Ringo Starr, Schlagzeuger der Beatles, in der Sendung Schlager der Woche in die Charts einstieg. Liebe Kinder, wir reden über den Jahreswechsel 1973/74. Du bist sechszehn, you’re sixteen, sang der nicht singen könnende 😉 , zweitbeste Schlagzeuger der Beatles 😉 So was wie Yellow Submarine oder With A Little Help From My Friends, ja Octopus Garden, hatte Ringo schon gegeben. Deckname: Ring O‘ Fire, das ist der, der den Ring nicht verlieren darf. Help.

Ringo Starr (gif)
Ringo Starr als Dinosaurier-Reiter, unter ihm die alte, verehrte Musik

Im Januar 1974 wurde der Song als Auskopplung aus dem Album „Ringo“ Nummer Eins. Die Aufnahme wiedervereinigte Ringo Starr mit dem früheren Mit-Beatle Paul McCartney. Der taucht in den Credits auf dem Album auf, das Solo in dieser Version auf einem Kazoo gespielt zu haben. Später wurde kolportiert, es handele sich nicht um ein Kazoo, Paul hätte vielmehr spontan so gesungen, als benütze er eines. Harry Nilsson sang backing vocals. Nicky Hopkins spielt das Piano. Die Ringo Starr Version in 6/8tel, während das Original in 2/4tel gehalten ist. Ringos Version unterscheidet in der Bridge mit Moll, während das Original Dur benützt.

Klaus Voormann, Bassist und Weltreisender in Sachen Kontaktpflege zu alten, guten Freunden macht zu seinem Siebzigsten eine musikalische Reise zurück in die Vergangenheit. Er trifft sich mit Bonnie Raitt, Paul McCartney, Dr. John und vielen anderen mehr. Wir schreiben das Jahr 2009. Paul McCartney hat mal über Voormann gesagt, der sei ein Arschloch und ein guter, alter Freund. Hart aber herzlich. Und möglicherweise ehrlich?

You’re my baby, you’re my pet
We fell in love on the night we met
You touched my hand, my heart went pop
Ooh, when we kissed I could not stop

A Sideman's Journey - Cover

Zeitenwende viele, viele Jahre später. Inzwischen gibt es ein Internet. Im Juli 2009 erscheint eine CD mit dem Namen „A Sideman’s Journey“. Der praktische Hintergrund, warum das musste, ist oben bereits kurz dargelegt. Zur Audio CD zusätzlich gibt es auch eine Luxusausgabe inklusive Kunstdruck (handsigniert von Klaus Voormann), die um eine DVD mit einer filmischen Erzählung über die Entstehung des Werks ergänzt ist – Der Link zu Amazon ist unten.

You walked out of my dreams and into my arms
Now you’re my angel divine
You’re sixteen, you’re beautiful and you’re mine

You’re my baby, you’re my pet
We fell in love on the night we met
You touched my hand, my heart went pop
Ooh, when we kissed I could not stop

Der alte Recke und ewige Schattenmann der Beatles heißt Klaus Voormann und kann selbst auf eine lebenslange Karriere zurückblicken, die natürlich im Vergleich mit den großen Brüdern, den Beatles, nicht ganz so famous ausfällt, sie ist nicht frei von unerschütterlich glanzvollen Lebensleistungen. Hinzu kommt, dass die großen Brüder jünger sind als Voormann, der 1938 geboren wurde, während die Beatles ab 1940-er sind. Voormann hat weltberühmte Plattencover gestaltet und weltberühmte Bassintros gespielt (You’re So Vain, Carly Simon, Backinggesang Mick Jagger), hat der Plastic Ono Band als Sideman gedient und mit Manfred Mann Geschichte geschrieben.

Mit 70 Jahren inzwischen deutlich ruhiger reist Voormann von Freund zu Freund und klappert McCartney, Dr. John, Yusuf (Cat Stevens) und viele andere ab und macht mit ihnen große Musik.

Ringo Starr (Beatles) (gif)

Zu den schönsten, berührendsten Überraschungen der filmisch gut und interessant aufbereiteten Doku gehört schließlich die Einbindung des deutschen Übergitarristen Carl Carlton (Robert Palmer, Peter Maffay, Udo Lindenberg, The Songdogs u.v.a. mehr) und – Überraschung – einem der besten deutschen Rocksänger deutschlandweit: Max Buskohl, Sohn von Gitarrist Carl Carlton und vielen bekannt durch die Medienschlacht um Dieter Bohlens schlechte Benimmse, seinem Umgang mit dem Kandidaten-Verheizmaterial für DSDS. Buskohl hatte hier ‚Njet‘ gesagt, das schrieb Geschichte.

Dieser Weg, der kein leichter ist, gibt nun Querdenker Klaus Voormann die Gelegenheit, alle Generationen gleichermaßen mitmusizieren zu lassen und dabei erweist sich die Sängerwahl als Ersatz für den gesangsunwilligen Ringo als Glück.

Das Stück You’re Sixteen, das ein fast siebzigjähriger Ringo Starr nicht mehr singen will, weil man in dem Alter nun wirklich das Teenagerdasein nicht mehr anbeten sollte, wird damit die ideale Max Buskohl-Nummer. Gleich am Anfang ein großes wiedererkennbares Gitarrenriff von Carl Carlton und dann der ganz große Glücks-Griff, was den Gesang betrifft.

Und ehrlich:

Das ist doch wirklich 1 A gesungen.

Sexy.

Und dieser Traum hat wirklich stattgefunden. Chapeau, Herr Buskohl.

Das Lied des Tages auf blackbirds.tv: You’re Sixteeen.

Folgende Mitmusiker in dieser Aufnahme sind verbürgt: Max Buskohl (Gesang), Carl Carlton (Gitarre), Klaus Voormann (Bass), Jim Keltner, Ringo Starr (beide Drums)

Eines Tages wird er sich rächen: Max Buskohl wird irgendwann den Durchbruch schaffen. Vielleicht muss erst einmal das ablenkende Gedudel und der laute Lärm der besorgniserregenden Musikflatrates abgeschafft werden. Damit die Menschen wieder richtig zuhören.

Weiterführend

(Hinweis: Für diesen Artikel gab es keine Vergütung und Umsatzbeteiligungen. Vielmehr handelt es sich um eine Kaufempfehlung aus Überzeugung für das auf der DVD enthaltene Material, das für echte Musikliebhaber und Kenner eine Bereicherung darstellen dürfte.)

 

Schreibe einen Kommentar