1312/15: Audio-Paparazzi: Loomis Green „Muse“ #LiedDesTages

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Früher waren wir jung, aber niemand brauchte das Geld.

Jetzt sind wir älter geworden und müssen Miete zahlen. Oder Raten fürs Finanzkonstrukt. Lebens- und Sachzwänge.

Loomis Green war mal Gitarrist in einer Band namens Yulara. Ist lange her. Zeiten waren das.

Anne Hilsberg hat da mitgespielt, Anne aus Zehlendorf. Anne ist schon viele Jahre tot, sie starb am 05. Februar 2006, ein herber Verlust für die Berliner Musikszene. Ihr Tod war tragisch, aber die Erinnerung an sie ist nach wie vor wach, sie wurde geliebt. Und die Erinnerung an sie wird nach wie vor geliebt, von vielen.

Heute ist Vieles Jahre her, doch das liegt daran, dass wir alle schon länger leben. Ist das vielleicht ein Leben?

Ja, es ist schön, das Leben. In vielerlei Hinsicht.

Loomis Green sagt, er hat in Hamburg ein paar Leute lieb. Aber Berlin, das liebt er. Hier wohnt er. Und hier kommt das Geheimnis: Man kann Liebe teilen. Aufteilen. Share love! Share laugh. Liebe, lache und weine, alles zu seiner Zeit.

In Berlin hängt längst keine Diskokugel mehr, die letzte vielleicht noch auf Halbmast.

Vielleicht als eine Art Trauerbeflaggung?

Bei Anne Hilsberg am Bass war damals Robert Teigeler, ziemlich guter Bassist aus Berlins Norden. Ist inzwischen Südwestberliner, genauer Zehlendorf. Nennt sich seit vielen Jahren Rob Tyger und hat ziemlich viel Sarah Connor am Stecken. Wenn man das so sagen darf, weil es irgendwie anrüchig klingt. Nicht falsch verstehen: Verdienstvoller Robert, hat viel produced, komponiert, gespielt, ist sehr erfolgreich, Robert ist einer der Bässten.

Wie die Zeiten sich ändern.

Anne Hilsberg (Quelle: yulara.de mit Dank)

Anne Hilsberg (Quelle: yulara.de mit Dank)

Eine Website erinnert noch an das Projekt Yulara der Ausnahmemusikerin Anne Hilsberg, die Kondolenzbücher sind geschlossen. Interessehalber hier entlang….

Loomis Green mag vielleicht auch noch die Discokugel über sich drehen sehen. Was Loomis aber hier mit dem Stück Muse vorzeigt, könnten wir vielleicht eher als R & B interpretieren. Das liegt an der fortgeschrittenen Zeit. Die Zeit macht nur vor dem Teufel halt, und heute nennt sich tanzbare Musik häufig R & B. Oder Soul. Bei meiner Seele: Das klingt herzzerreißend liebestoll.

Ansonsten ist Loomis auch beruflich Disco Number One. Loomis gehört als Gitarrist zum Walt-Disney-Fan und Tanzexperten Jan „Donald“ Delay. Niemand singt so unverwechselbar wie Jan Delay, kaum jemand hat einen besseren Schlagzeuger in Deutschland (Jost Nickel) und niemand spielt eine so fauchige Gitarra grandioso als Loomis Green.

Im Song Muse kommt eine leisere, elegische, irgendwie auch verträumtere musikalische Seite zum tragen.

Greenncard beantragen und dahin wippen. Schaukeln gehen.

Das Leben ist schön.

Und Anne behalten wir mit liebendem Gedanken in Erinnerung. Sie fährt Riksha im Himmel.


Yulara – Riksha Heaven

Hochgeladen auf Youtube am 21.11.2010
from “ Cosmic Tree “ (1998) **

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