Volker Hauptvogel - Fleischers Blues

1374/16: Buchtipp: Volker Hauptvogel veröffentlicht „Fleischers Blues“ und erzählt vom West-Berlin der Siebziger und wie es war

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Volker Hauptvogel - Fleischers Blues

Volker Hauptvogel – Fleischers Blues

Für fast gar keine Kohle hatten wir eine echte Probebühne. Mit Licht, Kühlschrank, allem drum und dran. Und dann waren wir Vorband zur Nina Hagen Band. Leider eine undankbare Aufgabe, haha. Alle wollten Nina. War OK so. (Volker Hauptvogel, damals Sänger von MDK, Erinnerungen)

Volker Hauptvogel kann so schön erzählen.

Die Leser dieser Website wissen es ja.

Wie es war, damals, als er 1976 nach Berlin kam, erzählt er jetzt in seinem gerade erschienenen Buch „Fleischers Blues“. Es ist eine mit Herzblut geschriebene Geschichte wie ein Roman. Aber man kann dem fiktiven Buch jede Zeile glauben. Denn Hauptvogel lebt.

Es heißt, er habe den Punk erfunden. In Berlin ist seine Band Mekanik Destrüktiw Komandöh die allererste, schon kurz nachdem die Sex Pistols die Königin rasierten. God shave the Queen. Überhaupt war Punk ein britisch begrenztes Unterfangen: Anarchy in the UK.

Hauptvogel und seine Mitmusiker holten den Punk nach West-Berlin.

Volker Hauptvogel (70iger Jahre)

Volker Hauptvogel (70iger Jahre)

„Alles wurde immer und überall auf den Prüfstand gestellt. Alles wurde auf eine gnadenlose, oft auch destruktive Art und Weise ausdiskutiert und infrage gestellt. Parlamentarismus war keine Alternative. Und gewählt haben die Leute in Kreuzberg eigentlich kaum. Es gab zwar die SEW, die „Sozialistische Einheitspartei Westberlins“, aber das waren Spießer. Ich erinnere mich, dass die irgendwo in einem Haus an der Hasenheide, wo ich ab und zu mit Dope getickt habe, mit ihrem Schalmeienchor geübt haben. Einmal kamen die Bullen und wollten alle festnehmen. Wer nicht in die Wanne kam, wurde um eine große Eiche herum angebunden. Da ist dann der Schalmeienchor heruntergekommen und hat die Bullen vertrieben und die Leute gerettet. Ausgesprochen komisch das Ganze.“ Volker Hauptvogel, im Gespräch mit dem TIP Berlin, hier

Extrem diskret ist der Dialog gewesen, den 2010 der inzwischen verstorbene, große Lokaljournalist Karl-Johannes Schindler mit Volker Hauptvogel führte. Das Tischgespräch endete auch hier.

banner AudioCreditsInterview Volker Hauptvogel, radioeins, Quelle: Radioeins

[audio:http://xdrum.eu/audio/Volker.Hauptvogel_Interview.mp3]

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Berlin-Brandenburg e.V. (MDK) ist der Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in den Ländern Berlin und Brandenburg. Er wirkt an ihrer Seite mit seiner sozialmedizinischen Kompetenz an der Gestaltung des Gesundheitswesens in unserer Region mit. Früher stand MDK für das krasse Gegenteil davon: Für Aufruhr, Revolution, Aufstand, Ablehnung des Systems, Punk und Glory Glory Halleluja. Die Zeiten haben sich geändert. Zugunsten der Solidargemeinschaft.

Stephan Remmler: Diese Geschichte meines alten Kumpels Volker Haupvogel wird Euch zurückversetzen in die späten 70er- und frühen 80er-Jahre des alten West-Berlin. Wer dabei war, wird sich wehmütig an das ein oder andere erinnern. Wer nicht dabei war, wird staunen. Spaß werdet Ihr alle aber auf jeden Fall haben. #Subtext YouTube Kurztrailer

Fleischers Blues von Volker Hauptvogel, Martin Schmitz Verlag, 240 S., 14,80 Euro
Fleischers Blues (Hörbuch) von Volker Hauptvogel, gelesen von Guntbert Warns, 4 C
Ds, (Deutsche Grammophon), 16,99 Euro

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