818/13: Positionen: Irgendwas ist immer auf dem iPad of Tommy Tulip #FotoPodcast

Irgendwas.ist.immer

Kürzlich entwickeltes facebook-Profilbild meinerseits mit dem sinnhaften Exzerpt des wirklichen Lebens: Irgendwas ist immer. Nichts ist nimmer. Und alles ändert sich: Panta Rhei, alles fließt!

Als der Berliner Kulturberichterstatter im Auftrag seines Herrn das facebook-Profilbild seinerseits überarbeitete, durchleuchtete ihn ein eklektisches Zucken, ein Gedankenblitz. Ja, so ist es. Das Leben ist so ereignisreich, dass einen die Beschäftigung damit wie von selbst beschäftigt. Richtig: Irgendwas ist immer.

Dabei hatte diesen Spruch jemand anderes benützt, um sein „Fakeprofil“ auf einer ganz anderen Website nach sich selbst und einem eigenen Lebensentwurf zu benennen. Dem Kind seinen Namen zu geben. Doch recht hatte dieser Ungenannt: Irgendwas ist immer.  Während die bundesdeutsche Spaßgesellschaft sich am Prokrastinieren erfreut, muss der rasende Kultuberichterstatter (siehe oben) an den Updates seines Lebens herumwerkeln. Mit Erfolg. Nur 1 Update steht noch aus: irgendwas ist immer!

iPad of Tommy Tulip

iPad of Tommy Tulip

Die Module sind gezückt und das iPad gut bestückt. Oben links leuchtet die Update-Erinnerung. Sie sagt uns, was wir dringend noch tun sollen. Anders als früher, als sie uns erklärten: Never chance a running system. Heutzutage heißt es nämlich: Ever change every running system permanently. Jedenfalls so ungefähr.

Jene EDV-Zweifler, die sagen, ein PC, das muss nicht sein, helfen einem dabei nicht weiter. Anders als viele Unwissende annehmen, ist das iPad, um nur dieses Beispiel noch kurz zu nennen, nicht nur nicht ausschließlich solch ein Gerät für Menschen mit hohem Spaßfaktor, also Hirnis, die das ganze Leben über zu viel spielen und daddeln, anstatt sich für Deutschland einzusetzen. Oder für Chile, Britisch Honduras und die untergehenden Malediven. Sondern ein ganz besonderes, sehr ernstzunehmendes Tool auch und gerade für Musiker. Eine Art „eierlegende Wollmilchsau“ wird es durch die Apps, die man dafür herunterladen kann, ob umsonst, vergeblich oder für umme. Manche Apps kosten sogar Geld. Sich einen runterholen, einen behilflichen Helfershelfer, dafür steht der iTunes-Store. Gimme more…

Der Schlagzeuger nimmt das Teil mit in den Proberaum, um seine Schlagzeugnoten dabei zu haben und Aufzeichnungen zu fertigen. Eine Gigbook-App hilft, die Dinge in die richtige Übungsraum- und Auftrittsreihenfolge einzuordnen. Das ist schon gut.

Für den Klicktrack sorgt eine App namens Metronome.

Während der Übungen am Schlagzeug hilft einem die äußerst exzellente App PolyRhythm mit gekonnten Versatzstücken polyrhythmischer Vertracktheit von der Website www.fiveoverthree.de und ganz ehrlich, wow!

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Krasses Teil (Fotoquelle: Hersteller): Das iXY Mikrofon von Rode aus Australien, kleines highend-Gerät der Spitzenklasse

Inzwischen gibt es auch kleine Super-Highendmikrofone zum Aufstecken, wie z.B. von der australischen Firma Rode Mikrofone. Dazu die App und schon verwandelt sich das iPad oder auch das iPhone in eine hochwertige Proberaumaufnahme-Facility.

So, nun können die Kritiker an Apple-Produkten gern noch irgendeinen Unsinn darüber sagen: Diese Geräte haben weltweit für erhebliche Innovationsschübe gesorgt. Wenn auch dieser eine Gesichtspunkt gehörig nervt: Irgendwas ist immer.

Immer ist irgendeine App nicht mehr „up to date“, bis du upgedatet hast. Immer leuchtet irgendeine rotweiß eingekreiste Zahl und erinnert dich an noch einen download, eine Benachrichtigung via facebook, einen noch so unwichtigen Hinweis aus der virtuellen Welt, der einen nur ablenkt davon zu üben und besser zu werden. Was allerdings wirklich klasse ist, auch wenn Kritiker die Nase rümpfen: Lade dir mal das ARD-Tool „Das Erste“ runter, schau beim Schlagzeug üben während der ganz mechanischen Teile dessen den neuesten Tatort oder eine der schwedischen Hochspannungskrimis und vergiss dabei, dass du im Grunde genommen immer beklagt hast, nicht ausdauernd genug zu üben? Vorbei. Stundenlang dasjenige üben, das du benötigst, um komplizierte Schlagfolgen zu verinnerlichen.

Nichts anderes gilt für die Skalen und Läufe der Bassisten und Gitarristen. Was wir schon immer nicht üben mochten, geht damit zeitvertreibend ätherisch leicht und locker von der Rolle. Apropos Rolle. Wir allen spielen eine feste Rolle im Firmament.

Die zu üben ist nicht die Unwesentlichste. Weil wir besser werden, und die Bassisten sogar noch bässer.

 (EP)

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