Trauerkerze (gif/Ani)

1140/14: Video: „Ich glaube“ – Xavier Naidoo Udo Jürgens (30.09.00), Glasscherbengegurgel, Joe Cocker und mehr hier

_icon.Tageslied

Trauerkerze


Udo Jürgens 30 09 2000 & Xavier Naidoo Ich glaube

SPIEGEL: Konnten Ihre Eltern Ihren Gesang ausstehen?
Cocker: Der war harmlos gegen mein Schlagzeuggetrommel. Ich hatte eins, das nicht besonders gut war, aber sehr, sehr laut. Wenn ich übte, lief mein Vater Amok. Er sagte: Rock“n“Roll, was soll das? Lern was Anständiges, mein Junge. (Interview mit Joe Cocker, Spiegel 36/1997, hier)

Throwback Tuesday: Vor einigen Jahren im deutschen Fernsehen. Mit dem Nachrufe schreiben kommt man dieser Tage nicht hinterher. Dafür gibt es die professionellen Leid-Medien. Was Joe Cocker betrifft, waren die eigenen Erwartungen umgekehrt proportional. Man wunderte sich, dass er so lange durchgehalten hatte, schon seit Ende der Siebziger Jahre. Um dann verhalten vernunftgesteuert zu bemerken: Ach ja, der hat die Biege gekriegt.

Heute aus der Kategorie „Der Udo war kein Schlageraffe“ das #Lied des Tages, interpretiert vom heuer eher angefeindeten Xavier Naidoo, dem besten deutschen Sänger mit Soulstimme.

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Joe.Cocker_Banner

Cocker macht kein künstliches Theater, steht nur da, etwas einsam vorne am Bühnenrand, singt und sieht manchmal komisch aus, wenn er jedes Solo seiner makellosen Begleitmusiker mitspielt: auf der Linkshänderluftgitarre, auf dem Luftpiano. Nur Luftsaxofon kann er nicht. Den Hintergrundgesang besorgen zwei schwarze Ledermäuse, die eifrig Tamburine schütteln und was sie sonst noch haben. (H.P. Daniels, Tagesspiegel, über ein Berlinkonzert von Joe Cocker am 05.12.99)

Mit nachträglichen Mitteln hat der Berichterstatter nun doch noch was vernünftig Verlinkenswertes aufgefunden und dankt H.P. Daniels (Tagesspiegel, u.v.a.) dafür herzlich.

Trotz alledem: Joe Cocker (Nachruf Spiegel, hier), Udo Jürgens und ..ein besinnliches Fest. Von Joe Cocker hatte ich mir übrigens mein Bild gemacht. Allein dies Bild machte ihn für mich unsterblich. Sein Becksbiervertrag interessierte mich nicht.

Es war der Woodstock-Joe, eine Art Country McDonald, der Lieder anderer so sehr zu einer eigenen Herzensangelegenheit machen konnte, dass das Original später in unseren Erinnerungen in seinem höchstpersönlichen Schatten stand. Cocker war besser als das Original.

Ich schreib im Januar wieder so Sachen. Hoffentlich nicht nur Nachrufe.

Was zwei seiner vielen, vielen Berlin-Konzerte betrifft, hat H.P. Daniels „anstatt Nachrufe“, die Texte auf facebook zur Verfügung gestellt… – Darauf einen Jim Beam. Vielleicht hätte er es so gewollt. Sicher ist das nicht.

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