604/11: Historie: In den Achtzigern lebte John Thomas in Berlin & führte “Johnny & The Drivers”

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banner AudioCredits aus “The Drivers” – CD Runnin´, Jumpin´, Standin´, Still (2008 – werewolfmusic)

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The Drivers (2008) – Banjo the Band of the Bush (CD) – Hörauschnitt ca. 1:30 Minute

John Thomas, geboren in Sydney, Australien, geht 1963 nach Melbourne. Dort gründet er die Band The Telstars. 1964 formiert er die “Flies”, die schon bald als “enfant terrible” der dortigen Musikszene gelten. 1965 supported die Band die Rolling Stones und Roy Orbison bei ihren dortigen Konzerten. Nach einigen wilden, weiteren Experimenten verzieht es John Thomas nach London. In London gründet er die Band “Rust” und spricht mit der EMI in Köln und nimmt ein Album namens “Underground” auf. Nachdem Rust sich trennt, nimmt er mit der RCA in London weitere Alben auf als “Creepy John Thomas” (Name des Erstlings) und “Brother Bat Bone”, daraus die Singleauskopplung “Ride a Rainbow”. Der inzwischen verstorbene Conny Plank nimmt die Alben mit John Thomas auf.

Das war zum Teil schon die Geschichte, jedenfalls bis dahin: Der Australier John Thomas kam auf Umwegen nach Berlin und blieb gleich hier. Für eine ganze Weile. Hier war er eine feste Institution, hier gründete er die Band “Johnny & The Drivers”. Das war in den Achtzigern und ist jetzt Geschichte. Inzwischen lebt John Thomas in London und macht immer noch Musik. Johnny Driver heißt er da, immer noch, und das letzte Album von 2008 heißt “Runnin´, Jumpin´, Standin´, Still. Aber damals, da hörte sich Johnny & The Drivers noch ganz anders an.


Johnny & The Drivers – When The Mighty Have Fallen (via Youtube, hier noch ein Fernsehauftritt bei BRAVO.TV) 

Er wird wohl immer Musik machen. Ja, damals schon dabei: Drummer Joe di Carlo aus New York. Der blieb allerdings in Berlin und ist als Schlagzeuger nach wie vor umtriebig, hat “den Joe” offiziell abgelegt und ist nur noch “Di Carlo”. Na bitte.

Frontcover Runnin Jumpin Standin Still

Aktuellste CD: Runnin Jumpin Standin Still (2008)

Etwas früher als damals so gegen Ende der Sechziger war “Creepy John Thomas” ein echter Hippie und machte Musik mit einem ziemlich psychedelischen Touch. Hört selbst.

Warum Creepy John Thomas? John Thomas sagt dazu wörtlich: “The name came from a Spider John Korner song called Creepy John on the blues album Blues, Rags & Hollers and it seemed a good idea at the time as I wanted to project a less clean cut non-commercial image. The British blues boom was happening –  Artists like Capt.Beefheart, Doctor John, The Night Tripper, Screamin’ Lord Sutch, Howling Wolf etc., all had groovy names which at the time, held fascination for a young wannabe like me.” (Quelle: Website, Link unten)


Creepy John Thomas – Moon And Eyes Song (via Youtube) 

Aus jener Zeit stammt auch das nächste Hörstück. Und wie als hätte ich es hinterher nicht gelesen, fühle ich mich durch das obige Zitat zutiefst bestätigt, wenn ich auch jünger an Jahren bin. Ich hatte bereits orakelt, dass ein bisschen so Herren wir Screamin´Lord Sutch und Howling Wolf hinter dem Musikgeschmack und dem damaligen Zeitgeist steckten, die diese alten Aufnahmen für mich tatsächlich ausstrahlen. Ja, ich habe gut geraten.


Creepy John Thomas – BROTHER BAD BONE (stereo) (via Youtube)

Oder das hier:

Von 1973 bis 1976 hat John Thomas viel mit der Edgar Broughton Band zu tun und tourt mit ihnen viel herum. Seine Wege zur Aufnahme eines dritten Albums führen wieder zu Conny Plank nach Köln, und dabei streift er auch Annie Lennox und Dave Stewart, die später als Eurythmics einigermaßen weltbekannt werden. Das Album erscheint aber nicht. 1979 geht es nochmal auf ausgedehnte Edgar-Broughton-Band-Tour, bevor er gegen Jahresende nach Berlin zieht, um dort die Musikerszene zu erkunden. Erfahrene Musiker in seiner neuen Band: Steve Broughton, Joe Di Carlo, Terry Trabandt, Danny ‘Deutschmark’ Dzíuk.


Creepy John Thomas – Ride A Rainbow (via Youtube)

Spätestens hier wird deutlich, dass wir über 1969 bis 2011 die so genannte Informationsdichte ausbreiten, die man über diesen Musiker auszubreiten berechtigt ist. Und so kann man das Werk dieses Herrn auch in Epochen einteilen. Am Beginn steht die Flower-Power-Zeit, das Psychedelische. Dann folgt die Zeit Anfang der Achtziger Jahre mit “Geradeaus-Rock” zum Mitgrooven. Am Ende steht die Londoner Phase mit schnörkellosen Bluesrock vom Feinsten. John Thomas aka Johnny Driver ist ein musikalisches Urgestein mit langer Tradition und -wir rechnen mit- mindestens fünfundvierzig Jahren Musikerfahrung einschl. Bühne, Film, Fernsehen und dem Rock´n Roll des Lebens.

Ein bisschen Berlin hat Johnny Driver, wie er sich jetzt nennt, aber noch im Handgepäck: Am Bass zupft Ralf “Trotter” Schmidt, früher Interzone. Also: höchste Zeit, dass John Thomas mal wieder in Berlin spielt, oder?

John Thomas - London (Quelle:Privatarchiv)

John Thomas - London, 2011 (Quelle:Privatarchiv)

 (EP)

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