1756/18: Video: Bitter Sweet – The Bryan Ferry Orchestra – Eine Bandbreite von Schwermut über niedlichen Charleston bis hin zur romantischen Ballade

Video/Foto (Antonioni, Blow Up)

Bitter Sweet · The Bryan Ferry Orchestra Babylon Berlin ℗ 2017 X Filme Creative Pool Entertainment GmbH under exclusive license to BMG Rights Management GmbH Clarinet, Saxophone: Alan Barnes Vocals: Bobbie Gordon Piano, Producer: Colin Good Viola: Emma Owens Violin: Emma Parker Trumpet: Enrico Tomasso Percussion: Frank Ricotti Trombone: Ian Bateman Drums: John Sutton Accordion: Karen Street Cello: Katy Cox Violin: Lucy Wilkins Trombone: Malcolm Earle-Smith Tuba: Marc Easner Violin: Marina Moore Banjo, Guitar: Martin Wheatley Mixing Engineer: Rhett Davies Producer: Rhett Davies Clarinet, Saxophone: Richard White Clarinet, Saxophone: Robert Fowler Viola: Sarah Chapman Mixing Engineer: Simon Willey Double Bass: Tom Wheatley Violin: Victoria Sutherland Orchestral Arranger: Colin Good Composer: The Bryan Ferry Orchestra

Hart an der Grenze des Erträglichen ist all jene Pestilenz und Verderbtheit, vermutlich, die in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ihren Schabernack spielte mit der großstädtischen Boheme jener Zeit. Sie war anders, als wir sie heute als digitale Boheme kennen, aus den unzähligen Kneipen und Cafés, wo die Menschen deren Daseinsberechtigung allein aus dem Breitbandnetz des WLANs herleiten. Der digitalen Ödnis bleichgesichtiger Internetmuggel entgegen setzen sollte man die röhrenden Zwanziger Jahre von Heinrich Zille, dem biedermännschen Beobachter: In Miezkasernen Muschis von Haushälterinnen kraulen, solange sie uns ihre Katze leihen, und im Innenhof wachsbleiche Kinderchen, oh kommet. Es ist bald Weihnachten. Irgendwo bellt ein Kettenhund. Auf dem Trottoir beklaut uns ein Jungspund. Wo ist nur die Anständigkeit abgeblieben? – Lola ist mit einem Müllmann verheiratet und singt: „My Baby just kehrs for me“ ♪♫♪ Zu Asche, zu Staub.

Phil Manzanera hat als Gitarrist von Roxy Music ausgedient und sich als Produzent der Berliner Band Poems for Laila mit dem Album I Shot The Moon einen Namen gemacht, aber am besten ist noch das Plattencover, das den Sänger der Band nackt im blauen Licht zeigt. Nein, das heißt nicht „Ich schieß Dich zum Mond!“ – Was haben die Weiber mit den Fingern geschnalzt. Babylon und Mysterium Berlin, Nähe Rotes Rathaus und Bryan Ferry taucht im Moka Efti auf und versucht sein süßes Haschen nach dem Wind. Das Lied des Tages ist der Song Bitter Sweet vom Bryan Ferry Orchestra. Und das nur noch für wenige Stunden bis Mitternacht. Es ist die Zeit dafür.

Ja, ich weiß, es war ne geile Zeit.

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1747/18: Personen: Wie aus einem ungarischen Husaren ein pornöser Gitarrenbauer wurde – Vom Unterschied von Fiesta und Siesta!

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I shot the Moon (Mercury Records, Release 28.02.1994) Poems For Laila

I shot the Moon (Mercury Records, Release 28.02.1994) Poems For Laila

Poems for Laila – Mexican Fiesta, taken from the album „I shot the moon“, Photos: tour sept. 1995, feat.: Nikolai Tomas, Wiebke Wiedeck, Haymo Doerk, Christian Podratzky, Phillipe Kayser

Ehrlich gesagt weiß ich es nicht wirklich. Denn ich begleitete seine ungarischen Wege nicht sonderlich aufmerksam. Doch er war immer da. Omnipräsent. Nikolai Tomas

Ich weiß noch, dass Roma Casley die Band betreute und sich ausbat, im Proberaum nicht zu rauchen. Nichtraucher, das war wichtig.

Zum Proberaum-Untermietvertrag ist es damals nicht gekommen. Abgesprungen. So wie die Cigarettes from outer space längst Geschichte sind. Verlinkt. Keine linke Geschichte.

Die Poems for Laila haben mal das allerbeste Berliner Nachkriegsalbum aller Zeiten fabriziert: I shot the Moon. Oder war es nur Nachkriegsdeutschlands bestes Westberliner Album? Phil Manzanera hatte seine Finger dran und den Berlinern beim Produzieren geholfen. Alter, produzier misch net.

Wir hören Mexican Fiesta von eben diesem Album. Falls Ihr es irgendwo findet: jetzt kann ich es ja sagen. Man muss es haben. Wirklich ganz dringend.

Heute und hier im Jahre 2018 ist jener große Barista ungarisch-europäischer Popmusik auch als Gitarrenbauer unterwegs. Seine Gitarren im Stil der Fender Telecaster und in anderen Stilen werden von ausgesuchten Läden gehandelt, Hardware zum Hingucken. So wie beispielsweise die Porncaster, eigentlich Bondagecaster, von der ich ein Bild ergattert und verlinkt habe. Seid verdattert und singt, Freunde! Mexican Fiesta! Halleluja, heißer Hobel. Nobel Hobel.

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Das hat das Herz berührt!

1090/14: Gigs, Preview: Nikolai Tomás – Im Schmerz geboren: „Another Poems for the 20th Century“ | Gig: 25.10.14 Berlin #frannz

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Das hat das Herz berührt!


Nikolai Tomas – Another Poems for the 20th Century

Nikolai Tomás interpretiert 12 der besten POEMS FOR LAILA Stücke neu! Im Stil von Cash, Dylan, Cohen, Waits und Brel entstanden 25 Jahre nach dem Debut der Band teils überraschende, sehr moderne und intime neue Versionen der besten songs der ersten 3 Alben.(Worum es geht, lt. Frannz Club, Link unten)

Der TATORT „Im Schmerz geboren“ (hier) war besonders. Viel Blut. Blutrot. So viel Blut, dass es Tatort-Gewöhnte nicht ertragen mochten und beckmesserten. Man war bislang weit weniger gewöhnt. Als Schauspieler Uli Matthes, im Film der Bösewicht, dem Garagenbesitzer erklärt, was es mit dem biblischen „Es werde Licht“ auf sich hat, spielt er „Festival of Lights“ mit dem rotem, sehr asketischen Zielpunkt. Aus dem Hintergrund fällt der Schuss und schlägt hindurch durch die Buchschwarte mit dem Durchschussloch, an dem bereits zuvor der Sohn des vierten Toten verstarb. Hölle.

So in etwa bzw. so ähnlich wirkt der Plot des Trailers von Nikolai Tomás zu drei Konzerten, die er gibt. Ins Auge fällt uns der Termin am 25.10.14 im Frannzclub im Prenzlauer Berg. Dazu sehen wir uns das obige Kurzfilmvideo an, es geht um Menschenblut, während eine weitere, eine assoziative Gewehrkugel sich lichtern eine Bahn bricht. Wuhuu, wie gefährlich.

So gefährlich ist auch die Stimme des Herrn Sängers, die einen in den Bann schlägt. Unvergessen und für uns eins der „besten Berliner Alben der Welt“: I Shot The Moon„. Another Poems greift nun wieder etwas auf Geschichte zurück. Das Konzert ist oben angeschlagen. Virtuell. Hingehen? – Und Achtung: Diese Konzertankündigung wurde nicht „im Scherz geboren“! TATORT „Frannzclub“, vormerken!