1129/14: Video: Janus und „Anita spielt Cello“, der Musiklehrerberuf an sich und die Last unerfüllbarer Kulturaufträge


Janus – Anita spielt Cello

„Anita spielt barfuß Cello vorm Tor…lebende Tote ziehen vorbei.“ – Das müssen wir uns mal klar machen: Eine polnische Musiklehrerin namens Zofia Czajkowska wird von der SS beauftragt, das Orchester des Todes zusammenzustellen. Ja, den Anschein von Kultur hat man herbeigeholt. Karl Kraus hat philosophiert: „Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.“

Janus hat die Geschichte der Cellistin Anita Lasker-Wallfisch (Jahrgang 1925), einer der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz, zum Anlass genommen, ihr dies Lied zu widmen.

Das Mädchenorchester von Auschwitz wurde von Alma Rosé, so gut eben ging geleitet und spielte „Wiegenlieder für viele Leichen“ und wenn es sein musste, auch mal Sonaten für ein unverlinkt bleibendes Scheusal namens Mengele. „Schumanns Träumerei“, wünsch Dir was, Josef!

Anita Lasker-Wallfisch lebt heute in London. Manchmal muss persönliche Verdienstwürdigung und „Neuen, deutsche Härte“ einen Moment zurückstehen, um die Würdigung eines Musikstücks hervorzuheben, das ganz zweifelsohne mit „Anita spielt Cello“ großartig gelungen ist. Chapeau, Janus.

Es ist leichter geworden, vom Herzen her Musik anzufassen, ihre Entwicklung zu betreiben und sich fortzubilden. Das letzte „Spiel mir das Lied vom Tod“ (Once upon in the West) war eine fiktive Erzählung aus dem Jahre 1968 und an Banalität im Vergleich hiergegen kaum zu überbieten. Don´t forget, dry your tears: Once upon in the East, remember!

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