521/11: Personen & Porträts: Torsten Schack ist u.a. Grönemeyer-Rezitator und das kann er!

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Schack - Grönemeyer Coverband (Logo) - bearbeitet blackbirds.tv

Schack - Grönemeyer Coverband (Logo) - bearbeitet blackbirds.tv

Besonders die zu spät erschienene Bassistin (hüpf hüpf) hatte es uns angetan. Da sie ihr Instrument nicht mehr in die Hand nahm, beließen wir es beim Staunen über ihre gesanglichen Darbietungen, Gott, sie kann röhren wie ein Hirsch… #Concert Reviews

Herbert Grönemeyer ist inzwischen gesamtdeutsches Nachkriegs-Inventar. Und, was viele nicht wissen: Grönemeyer ist halb Londoner und halb Berliner, wohnt -wenn, dann…- in Zehlendorf. Ansonsten blickt Herr Grönemeyer aus Bochum auf seinen „eigenen Arsch voll Geschichte“ zurück und viele Menschen mögen ihn sehr. Manche nicht. Ob es mehr Menschen gibt, die Grönemeyer mögen, als solche, die ich nicht mögen, können wir hier nicht abschliessend aufrechnen. Uns fehlt die Zeit und Sinn macht das auch nicht.

Torsten Schack ist Sänger, Gesangslehrer, ungefähr nen Kopf kleiner als der Berichterstatter selbst, bzw. „nen Kopf größer als ein Setzei“ (berolinische Umschreibung für 1,64 m)ein Energiebündel, tänzerisch, verspielt und der Namensgeber von „Schack“, einer Grönemeyer-Coverband, eine Art Verwalter des Gesamt-Kulturwerks von Herbert Grönemeyer. Torsten, Jahrgang 1974, geboren in Berlin, aktuell als „Single“ selbstkategorisiert, beherrscht die Art „zu knödeln“, wie sie für Grönemeyer´s Gesang als „Alleinstellungsmerkmal“ geschichtlich verbucht wurde. Torsten Schack ist Kulturgutverwalter, das Gegenteil von Gutsherr nach Gutsherrenart.

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Torsten Schack – Grönemeyer Coverband – Flugzeuge im Bauch (via Youtube)

Gestern veranstaltete Roman Kaupert vom Verlag Kaupert Media Berlin das mit viel Aufmerksamkeit bedachte „Curry-Wurstical“ als Dankeschön für „mindestens 5.000 facebook-Fans“, inzwischen sind es mehr als 7.000 Fans, denen Kaupert gefällt. Die hatten es sich redlich verdient: Kaupert versprach einst, wenn diese „digitale Wendemarke“ erreicht sei, dann würde er, und nun tat er es auch: in einem Joint Venture mit dem frenetischen Wurstbratmaxen (hähä) Lutz-Michael Stenschke, Inhaber der open-air-Freßmeile „Curry36“ am Mehringdamm 36 in Berlin-Kreuzberg, veranstaltete der Enkel des Verlagsgründers Walter Kaupert (+ 1956) das Currywurstical des Jahres 2011, eine Art Gesamtanerkennung des Credos „Es geht um die Wurst“, ob mit Darm oder ohne.

Anderswo lesen wir: Currywurst ist in Berlin hart umkämpft, nicht nur in Kreuzberg (Quelle: hier) Wenn Torsten Schack „Currywurst“ gibt, jenen Grönemeyer-Klassiker, wird allerdings deutlich: die gibt´s von ihm mit „Alleinstellungsmerkmal“, so gut wie Torsten Schack covert niemand die Wurst von Grönemeyer….

Nicht vorn an der Straßenflucht (Jargon: Baufluchtlinie), sondern da hinten im Innenhof hinter Curry36, der den allermeisten Curry36-Fans nicht wirklich bekannt ist, fand „mit Wissen und Duldung“ des gesamten Berliner Staatsapparats (Roman Kaupert nennt die Polizei, das Bauaufsichtsamt und viele andere Beteiligte) die Huldigung der Currywurst statt: Wurst for free, Faßbrause und Icecream, Icecream, everbody want´s Icecream, oh, rock, oh, rock my baby rock…..

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Ice Cream – Chris Barber Band (1959) (via Youtube)

Kaupert hatte „multikulturell“ gebucht, Facetten, verschiedene Hors d’œuvres der Rock- und Popmusik: von etwas verwegen (Rock Shoe Berlin) bis zu „ganz ehrlich“ (Jack) und bis zu „uns Herbert“ war alles vertreten, was sich musikalische Fans auf der aufgebauten Kleinbühne im Hinterhof zu träumen wagten. Dazu Currywurst, Faßbrause und Eis, aber das sagten wir ja schon.

Hat man vor so einem Auftritt „Flugzeuge im Bauch“, wie Torsten Schack singt? Er „dreht hier schon seit Stunden, hier so seine Runden“, es wackeln die Motoren und, ach, was Grönemeyer so geschrieben hat, kann Torsten Schack mit einer gut eingespielten Band kredenzen und wer die Augen zumacht, denkt hier und da an Onkel Herbert Grönemeyer, einen der ganz wenigen deutschen Superstars der Musik, eines Musikers, der mühelos auch große Fußballstadien befüllen kann. „Auf Schalke“ ist ein als Klassiker der Rock- und Popgeschichte eingegangener Live-Mitschnitt, den wir uns eingeprägt hatten. Bevor Torsten Schack kam.

Allerdings hat Torsten Schack auch vieles beobachtet, dass sich neben dem „Herunterspulen“ von Covermusikstücken einer Dublette gut zu Gesicht steht. Es ist die körperlich ähnliche Physiognomie des hüpfelnden, energiegeladenen  Sängers, die an Herbert erinnert, denn Herbert kann nicht tanzen, aber die Art, wie er es tut, macht ihn -wie beim Gesang- unverwechselbar. Herbert kann nicht tanzen und Torsten Schack macht sogar das perfekt nach. Kompliment.

Kommissar & VideoPaparazzo Tommy Tulip (© kaupertmedia)

Kommissar & VideoPaparazzo Tommy Tulip (© kaupertmedia)

Banner FotoCreditskaupertmedia – Lizensiert ist das Bild als Creative Commons BY-SA.

Das gibt es jetzt nicht mehr, abgeschafft: Das Recht am eigenen Bild wurde auf dem Wurstical 2011 kurzerhand aufgehoben. Der VideoPaparrazo Kommissar Tulip bei der Arbeit „von hinten“ abfotografiert. Und nun kopiert, vervielfältigt und in alle Welt hinausposaunt: so kann es einem Veranstaltungstrompeter gehen.

Kurzgefasst eine großartige Band, die man für den Versuch buchen kann, Authentizität, den „spirit of Herbert“ (Herbal Essences?) und jede Art rückwärtsgewandter Erinnerung omnipräsent präsentiert zu bekommen. Guter Mann, gute Band, gutes Gesamttheater, einfach mal ansehen.

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Schack Grönemeyer Coverband live @Wurstical 28.05.11 (via Youtube)

Vielleicht hat ja Roman Kaupert 2012 schon 10.000 Fans auf facebook und was dann? O2-Arena? Who knows! Aber bitte mit Currywurst.

Political correctness: 2012 in der o2-World: Kaupert feiert 10.000 Fans auf facebook, diesmal mit Currywurst von Krasselt? Allerdings: Dem stehen die biblischen Gebote des Lutz-Michael Stenschke entgegen, und der sprach: „Du sollst nicht andere Würste haben neben mir!“ Womit die Sache praktisch vorausentschieden ist! Operation Zukunft: Die Wurst ist uns nicht Wurst. Man muss sie auch richtig verpacken!

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