548/11: Interview: Ralph VALENTEANO macht Musik, sagt er – über #Stilfragen und #Duftmarken

Ralph Valenteano (© Ralph Valenteano)

Ralph Valenteano (© Ralph Valenteano)

 Kerntheorie, nichtnuklear: Es sind nicht Stilfragen, die das obere Ende eines Besenstiels betreffen, wiewohl auch das untere nicht. Über Musik zu sprechen, anstatt sie zu hören bzw. zu machen, ein schwieriges Feld. Exemplarisch dafür berichten wir in der Tradition von Miles Davis heute über Versuche der „Journaille“, Musiker zu Bekenntnissen herauszufordern. Miles Davis beantwortete das mit mit dem Rücken zum Publikum stehen und eigenbrötlerisch zu musizieren. Interviewern gab er gern zu verstehen, er beabsichtige nicht über seine Musik zu reden, denn die „spricht für sich selbst“ – Literaturtipp: Miles Davis – Die Autobiographie, Heyne Verlag, hier

Ralph VALENTEANO macht Musik. Die Frage ist nur, welche?

Einst führte er ein Interview, eins wie viele dieser Interviews. Rotten Interviews! Das Wesentliche eines solchen Interviews ist der Fragesteller und ob seine Fragen „fruchtbar“ verfangen, ob sie Antworten zeitigen, mit deren Lektüre der Leser hinterher etwas anfangen kann. Der Interviewte soll vielleicht zunächst über sich selbst reden, das ist praktisch. Wer er ist, warum er das tut, was er tut und dann kommt man -jedenfalls in dieser Fachrubrik namens Musik- zur Sache selbst: der Musik. Das kann ganz unerwartete Bahnen nehmen, wie der Nachdruck jenes beispielhaften Interviews uns zeigen wird.

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VALENTEANO – Ein und Alles (via youtube) 

Und beherrschte ich die Winde und der Planeten Lauf, wöge all das am Ende alles niemals auf. #Lyrics Ein und alles, Ralph Valenteano

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Er: Sie machen Musik? Welche Art Musik? Ist es Popmusik?

Ich: Genau, Popmusik mit Ohrwurmcharakter und poetisch-spirituellen Texten.

Er: Ah, also eher Liedermacher?

Ich: Genau! Liedermacher, aber funky und bohème, mit vielen ungeraden Metren, fünf Achtel, sieben Achtel, neun Achtel usw!

Er: Verstehe: Nicht Liedermacher, sondern Sie machen Jazz!

Ich: Genau! Und mit vielen arabischen und afrikanischen Rhythmen und Instrumentierungen.

Er: Verstehe: Nicht Liedermacher, auch kein Jazz, dann machen Sie Weltmusik! Wer singt?

Ich: Ich – in deutsch!

Er: ja dann also keine Weltmusik… Aber was ist es denn dann?

Ich: Ich glaube, es ist Musik. Also ich nenne es „New Ätsch“!

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BERLIN janz berlinisch Folge 9 _DUFTMARKEN (via youtube) 

Nero Brandenburg ist ein altes deutsches Medienschlachtross und er erklärt uns den Begriff der „Duftmarken“. Nero Brandenburg ist für die Journaille das Gegenangebot für das, was in den Stilfragen der Musikjournalisten in ihrem Versuch zum Scheitern angelegt ist, bestimmte Kategorien aufzumachen, also Schubladen, in denen sie die Musik ihrer Rezensionsopfer gps-genau verorten möchten. Nero Brandenburg kennen die „Jüngeren“ längst nicht mehr und die Älteren erinnern sich gern an ihn: sein Credo ist die „berlinische Schnauze“ und mithin erscheint er uns ganz „Original“, unverwechselbar, mit „Alleinstellungsmerkmal“. So wie jeder Künstler in der Musik im übrigen genau darüber, über Alleinstellungsmerkmale, etwas ganz Besonderes ist. Wie Ralph VALENTEANO, dessen „seinesgleichen“ man ja mal suchen kann, aber mit Sicherheit nicht finden wird….und „roocht nicht in Bett“.  

Wie sagte doch Lilo Wanders in ihrer Fernsehsendung: „Wahre Liebe“ gern und Journalisten bezeichnen das als „Duftmarken“, also als unverwechselbare Bonmots, aber es ist auch ein Aphorismus: „Meine Lieben, öffnet die Herzen und herzt die Öffnungen!“ Das war äußerst süffisant und doppeldeutig. Man kann es allerdings auch spirituell verstehen und seine Öffnungen seelisch begreifen. (Gute) Musik mag einem dabei helfen, endlich zu sich selbst vorzudringen! – In einem ähnliche Sinne waren die Worte von Nina Ruge (ZDF) zu verstehen, wenn sie unvermittelt behauptete: „Alles wird gut“. Ja, wenn wir die Stilfragen weglassen und unsere Herzen öffnen, besteht Anlass zu diesen schönen Aussichten. Erstmal weinen und allen Ballast herausspülen und dann den Tag genießen, klar und rein, anmutig und fein. Euch einenSchönen Tag“.

(Interview übernommen mit herzlichem Dank)

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