Die Messer wetzen (gif)

1386/16: Trends: Geht es den Bach runter mit der Musikmesse Frankfurt? Verschaukelt die Messe ihre Besucher?

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Willkommen in der Gemeinschaft! from Uwe Hassbecker on Vimeo.

Die Musikmesse für Percussion dieses Jahr ist so interessant, wie einen Stick den ganzen Tag zu lutschen. Ich glaube, da ist mehr Inhalt… – José Cortijo, Prof. für Percussion, über die Musikmesse Frankfurt (via facebook)

Niemand hat die Absicht, einen Trend herbeizuschreiben. Wirklich rein zufällig fasste Silly-Gitarrist Uwe Hassbecker die Stimmung zusammen, als er im Studio über die Gesamtsituation nachdachte. Sehr gelungen.

Doch es ist unüberhörbar. Galt die Messe über Jahrzehnte als wichtiger melting point der Musikinstrumentenindustrie, sind immer mehr Musiker und Instrumentenhändler von der Messe enttäuscht und wenden sich von ihr ab. Zu hohe Standplatzmieten, ein immer beliebiges in Zeiten digitaler Weltumbrüche austauschbares 19″-Equipment, das keine sonderlich großen Präsentationsflächen mehr benötigt („Das geht doch auch über Internet.“) und der Rückzug großer Traditionsmarken (Stichwort: Sonor veranstaltet inzwischen eine eigene Hausmesse). Es sieht alles andere als gut aus für die Frankfurter Musikmesse. Zitat eines kundigen Messebesuchers: „Bin auf dem Rückweg von der Musikmesse. Die Schlagzeugausstellung ist derweil leider deutlich geschrumpft.“

Stirbt jetzt erst der ECHO oder wird gegen den TONIO ausgetauscht und müssen künftig alle anstatt nach Frankfurt/Main nach Anaheim, California, zur NAMM fahren, aber das wäre in der Tat aufwändiger bis hin zum Erbrechen der gesamtem Musikindustrie. Quo vadis, Musikmesse Frankfurt? – Im Unterschied zur NAMM sei die Musikmesse eine Veranstaltung von Organisatoren, die heute auch mal eine Musikmesse machen, aber schon morgen Autos, Boote und Tulpen aus Amsterdam messetechnisch bewerben.

Die Stimmen aus dem messemusikalischen Untergrund wurden via facebook als erkennbarer Trend zur Haltung eingefangen und in persönlichen Kontakten bestätigt. Klar wird: Man nützt auch gern die Zeit, um endlich einmal ausgiebig schaukeln zu gehen.