369/10: MSP: Der Stand der Dinge in Sachen Tacheles e.V., Rammstein und „die Neue Deutsche Härte“

MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

Stichwort: Tacheles, Tacheles reden

Die Sache mit dem Kunsthaus Tacheles e.V. ist gegenwärtig in der Diskussion wie folgt.

Die kreative Mitte Berlins muss erhalten bleiben, das Tacheles ist mit seinem hohen Besucheraufkommen auch wirtschaftlich ein Eckpfeiler des Bezirks. Für die “Stadt der Kunst” – Berlin, sind die selbstverwalteten 30 Ateliers und Galerie- bzw. Theaterräume unverzichtbarer Ort der Produktion und Präsentation von zeitgenössischer Kunst.
Wir fordern: Das kleine Grundstück des Kunsthauses (nur ca. 1250m² von über 23 000m² Gesamtfläche) mittels Erbpacht in eine öffentliche Stiftung überführen – Tacheles sichern. (Unsere Stadt jetzt – Tacheles Reset, Forderung auf der Homepage hier)

Es sind harte Zeiten angebrochen, der Winterdienst versagt und wer weiß, bald ist das Tacheles komplett eingeschneit? Höchste Zeit für funktionierenden Winterdienst und auch für „Streuberichterstattung“, meinen die Betreiber des Hauses an der Oranienburger Str. und setzen mehrere Forderungen Richtung „Regierungsgewalt“ (Aha! Gewalt!) ab.

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Im Zusammenhang mit der Gläubigerin der Kredite um das Grundstück des Tacheles, der HSH Nordbank, ist vielen in Erinnerung die kürzlich im SPIEGEL detailliert ausgebreitete Personalie um mutmaßlich untergeschobene Kinderpornografie-Fotos im amerikanischen Personalbestand der insoweit stark angeschlagenen Bank. Bleibt aktuell nur zu hoffen, dass der Posten des geschassten Manager Jens Dirk Nonnenmacher mit Paul Lerbinger richtig neubesetzt wurde und damit auch ein vernünftiger, ganzheitlich denkender Vorstand ins Amt berufen wurde, der anderen weder Fotos unterschieben lässt, noch insbesondere daran interessiert ist, funktionierende Stadtkultur aus finanzökonomischen Gründen zu zerschlagen! Wenn auch J.D. Nonnenmacher nun künftig Aushängeschild in Sachen Rücksichtslosigkeit und „über Leichen gehen“ werden sollte, wie manche vermuten, so hieße das noch lange nicht, dass Lerbinger einen vergleichsweise ebenso kruden Weg zur Sicherung von hypothekarischen Verwertungsinteressen einschlagen müsste! (Quelle: hier)

Die Kernfrage des „Pudels“, des Problems, ist irgendwie auch ähnlich, wie die Geschichte, die blackbirds.tv neulich über den Knaak Klub erzählt hat. „Kunst und Kultur“ sind Honigmelonen einer urbanen Stadt, lebenswerte Zwischenräume zwischen „Kommerz und Kacke“ (oder so ähnlich). Investoren aus „Anderswo“ planen reißbrettartig die Stadt um und garantieren Anlegern in Fonds und großen Publikumsgesellschaften Renditen. Es sind Sorglos-Fonds, finanziert und so ähnlich konstruiert wie die gleichnamigen Fonds, über die Diepgen, Landowsky und Konsorten einst gestolpert sind. Die Landesbank Berlin ist dran beteiligt?

TAZ-Leserbrief, der Verfasser: Sergej Radikalinsky?

TAZ-Leserbrief, der Verfasser: Sergej Radikalinsky?

 Radikal, wie die TAZ nun mal ist war: Leserbrief von CPU8086 zur Situation im Tacheles! (Quelle: hier)

Das tut auch nichts zur Sache. Die Fundus-Fondsträgergesellschaft hat sich ja finanziell schon die Zähne ausgebissen, nicht an diesem Projekt, sondern an der Vielzahl anderer. Dass die Sache mit dem Tacheles nicht gelöst wird, dazu trägt vieles bei, nicht zuletzt auch die inzwischen „bleiern gewordene Zeit“ der Fantasie- und Perspektivlosigkeit eines die Pleite verwaltenden Berliner Senats.  Keine „Tüte Mücken“ ist noch übrig, um das Tacheles dauerhaft abzusichern. Das Grundstück von 1.250 m², anteilig herausgenommen aus der Gesamtfläche von 23.750 m², soll für die Dauer längerer Zeit in eine gemeinnützige Tacheles GmbH bzw. eine öffentlich rechtliche Stiftung überführt werden, so die Forderung. Damit wäre das Tacheles gesundgeschrumpft auf seinen Förderungskern, den Erhalt des Hauses selbst und eines dazu passenden Grundstücks. Die übrige verbleibende Fläche (siehe oben) von 23.750 m² soll vom Land Berlin erworben werden und künstlerischen, weiteren Zwecken zugeführt werden.

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Vielleicht liegt alles auch an Wowereit? Der hat jetzt einfach keine Zeit, neben den ganzen gesellschaftlichen Verpflichtungen auch noch Zeit fürs Kultursenatsamt aufzubringen? Hach, die Zeiten sind schwer, Party ist schön, aber um feiern zu können, auch noch „ackern“? Einfacher ist: Wowi hat schuld, wer sonst?

ToDo-Liste gestern, heute fehlt: Lärmschutz kippen!

ToDo-Liste gestern, heute fehlt: Lärmschutz kippen!

Mit einer gewissen Bösartigkeit fällt uns der Knaak-Klub (wieder) ein und „siehe oben“. Jetzt wohnen da Mieter, die sich beschweren, an den falschen Ort gezogen zu sein. Sie haben sich vorher nicht schlau gemacht, aber nach dem Schwarze-Peter-Prinzip ist diese Sache doch einigermaßen eindeutig: Die öffentliche Verwaltung hat Scheiß gebaut!  Nicht nachgedacht und eine grenzflächenwertige „zu nahe“ liegende Bebauung mit einem Wohnhaus gestattet und nun muss der Knaack raus und so funktioniert der „Kulturkampf der Völker“, kurz: Völkerball.

Ich werde in die Tannen gehen, dahin wo ich sie zuletzt gesehen. Doch der Abend wirft ein Tuch aufs Land, und auf die Wege hinterm Waldesrand
Und der Wald er steht so schwarz und leer, weh mir, oh weh. Und die Vögel singen nicht mehr

Ohne dich kann ich nicht sein, ohne dich, mit dir bin ich auch allein, ohne dich. Ohne dich zähl ich die Stunden ohne dich, mit dir stehen die Sekunden lohnen nicht

Auf den Ästen in den Gräben, ist es nun still ohne Leben und das Atmen fällt mir och so schwer. Weh mir, oh weh und die Vögel singen nicht mehr

(Ode „Ohne dich“ von Rammstein, gewidmet dem Tacheles, nicht der HSH-Nordbank, für die der Text nicht in Frage kommt, sondern eher ein anderer!)

Ohne dich! – Rammstein (from Völkerball) live (via Youtube)

 ***

Ach so: Für alle Aussagen, die die HSH Hamburg und ihren ehemaligen Vorstand betreffen, steht hintergrundmäßig das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL ein, wir haben die Erkenntnisse des Nachrichtenmagazins nur herangezogen, wie „normal denkende Menschen“ das tun, wenn sie vernetzt versuchen zu denken!

2 Gedanken zu „369/10: MSP: Der Stand der Dinge in Sachen Tacheles e.V., Rammstein und „die Neue Deutsche Härte“

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