1665/18: HIStory: 1981 wiedereröffnete das Quartier Latin an der Potse – Im September 2018 kommt ein Buch übers Quartier Latin


Rock City Berlin, SFB 1981

SFB-Reportage: Wiedereröffnung des mit Senatsmitteln sanierten Quartier Latin 1981. Musik: Neonbabies („Eingebrochen“) und Artischock („Rock ’n‘ Roll Ausverkauf“) – Und genau genommen erinnert man sich so, auch wenn es ein bisserl romantisch verklärt wirkt: Bezeichneten wir nicht damals den Veranstaltungsort eher als Quartier Latent, ausgehend von der Anwesenheit dort in Pirmasens, pardon Permanenz? Latent dagewesen? Oder notorisch? Naja, notorische Reflexe. Ist auch wieder lange her und eine ganz andere Geschichte.

Das Quartier Latin im Jahre 1981 ist im Zustand der Wiedereröffnung, weil der Senat Mittel bereitstellt, es umfassend zu renovieren und mit den Bewohneranliegen in Übereinstimmung zu bringen. Wir sehen die Neonbabies mit Inga Humpe am Gesang und die Band Artischock. Dann heftet sich Kultursenator Dr. Dieter Sauberzweig (SPD) Verdienste ans Revers, indem er erklärt, warum in Berlin sinnvollerweise nicht nur Bands gefördert werden, sondern auch Auftrittsorte. Im Filmbeitrag fehlen die damals wesentlichen zwei Protagonisten der Berliner Freie-Gruppen-Förderungen, the Men behind the Scenes: Bernd Mehlitz, der Rockbeauftragte, und dessen Mitarbeiter Uwe ‚Sandy Hobbs‘ Sandhop, ein nebenbei brillanter Musiker jener Tage (The Beatitudes, Les Black Carnations u.v.a.). Der zuvor tätige Rockbeauftragte Lutz Manthe war als erster seines Amts bereits behördlich verschlissen. Eigentlich hätte auch die Sendung nicht „Rock City Berlin“ heißen dürfen, denn darauf gab es einen Titelschutz: Unter diesem Namen veröffentlichte Rudolf O. Böhne, genannt Rudi, das Gespenst, in der Gustav-Müller-Str. in Schöneberg ein Jahrbuch der Berliner Musikszene, das später der Verlag Frieling & Partner übernahm.

Letztlich hat das Quartier Latin (damals unter Leitung von Manfred Manne Sass) später seine Pforten endgültig geschlossen. Dessen Sohn Marco und der Berliner Musik- und Kulturjournalist Henry Steinhau arbeiten derzeit an einem umfassenden Buch über das Quartier Latin. Nach gegenwärtigem Stand ist die Veröffentlichung des Buchs für den September 2018 geplant. Weiterführende Informationen sind verlinkt. Ich selbst habe einmal in meinem Leben im Quartier Latin gespielt. Ein paar Mitschnitte des ausverkauften Konzerts damals (der große Varta-Musikpreis) ist unten ebenfalls verlinkt.

Weiterführend

Rechercheidee: Suche nach Rock City Berlin, nach Les Black Carnations, nach Neonbabies und weiteren Suchbegriffen auf dieser Website

Rock City Berlin - sechs Jahrgänge!

998/14: Video: Die Berliner Band Xox-Rock und „Gummibär“, Kuckuck und Rock City Berlin

Rock City Berlin - sechs Jahrgänge!

Rock City Berlin – sechs Jahrgänge!

xoxrock gummibär live beim Platzfest des KUKUCK in Berlin am 3.5.1984

Hach, die Achtziger waren „zuckersüß“, im Westen Berlins. War das die Gnade der falschen Orts erlittenen Geburt? Egal. Hier zu sehen: Die Band „XOX Rock“, am Gesang/Gitarre: Michael „Micha“ Strahl. Micha erlangte auch in größerem Zusammenhang Bekanntheit als Zeichner für das Stadtmagazin ZITTY. Er hatte sich „den Musiker an sich“ zeichnerisch vorgenommen und einigermaßen erfolgreich verballhornt. Das Wesen, dessen Name „Paul, die Ratte“ noch vielen in Erinnerung sein wird, zierte mit einer kurzen short story jede Ausgabe des Stadtmagazins.

Als ich 1986 die Chefredaktion des Jahrbuchs der Berliner Musikszene „ROCK CITY BERLIN“ unter meiner Fuchtel hatte, beschloss ich für das Titelbild „Paul „Micha“ Strahl, die Musikerratte“ (:-)) zu beauftragen. Heraus kam eine feine, illustre Rattenszene vor feuchtem Proberaummauerwerk in airbrush-Technologie. Eine sehr schöne Arbeit. Das Foto oben zeigt in der unteren Reihe links den Titel dieses „must have“ der frühen Achtziger. Nachdem das Buchprojekt (Verlag Frieling & Partner) in neue Hände wechselte, wurde es nach nur einer weiteren Ausgabe (Wolfgang Flamm) sang- und musiklos, klanglos, eingestellt. Schade eigentlich: Das Baby war tot.

164/10: Trendbarometer: Die Geschichte der längeren Bandnamen ist alt, ganz schön alt….

Bandreinkarnation dieser Tage in Berlin:

The famous, xtraordinary blackbirds.tv feat. Rian Es on the Humble Pie of Apple Cheese Cake (ungefährer Bandname in Planung)

Paul McCartney (wer?) hat das mal so erzählt. Der George Harrison (wer?) hielt sich 1967 kiffend und sinnierend in Frisco (San Francisco) auf in der Bay. Das war eine wilde Zeit. Aha. Überall schossen an der Westküste der Staaten so neue Bands aus dem Nichts, mit merkwürdigen Namen. Ein solcher merkwürdiger Langname war beispielsweise: „Big Brother & The Holding Company“ und erst durch Hinzufügung des damals noch keineswegs gebräuchlichen „feat.“ (für: featuring) einer Sängerin namens Janis Joplin bekam die Sache einen tieferen Sinn. Todd Wagner, Gitarrist aus Berlin, hatte eine diesem Trend ganz und gar gegenläufige Aufgabe: Er „featurte“ ein Projekt, das auf die Losung „Band ohne Namen“ hört, als Gitarrist.

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