Do. Dez 8th, 2022

Worldwide one of a kind, the Vegetable Orchestra performs on instruments made of fresh vegetables. The utilization of various ever refined vegetable instruments creates a musically and aesthetically unique sound universe. The Vegetable Orchestra was founded in 1998. Based in Vienna, the Vegetable Orchestra plays concerts in all over the world. #Selbstdarstellung des Vegetable Orchestra auf Website, Link unten

Eingekauft wird zur Probenvorbereitung nicht mehr bei just-music, Thomann & Konsorten. Denn denen fehlt die lebensmittelrechtliche Erfahrung, ihnen fehlt es an Frischhaltemöglichkeiten, Einlagerung und Kühl-know-how. Was die Frauen und Männer dieses Orchesters bespielen, um Musik darzubieten, stammt vom Wochenmarkt. Das Gemüse wird vorher ordentlich selektiert, braune und Quetschstellen sind verpönt. Ob die Klassifizierung „Bio“ erforderlich ist, haben sie nicht verraten. Aber sie können Takte halten, wenn sie auf Kürbissen, Salatköpfen, Gurkenhöhlen und Möhren und sogar Paprikaschoten herumpräkeln, drauf blasen oder sie schlicht schütteln. Damit unterscheiden sie sich schon vom talentlosen Percussionisten. Der Weg ist das Ziel und die Vorbereitung ist fürs Gelingen entscheidend.

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The Vegetable Orchestra – via Youtube

Während anderswo talentfreie Percussionisten zur eigenen Ablenkung vom gewissenhaften Proben, Autos anzünden, so dass der Berliner Staatsschutz findet, es sei keine Tat mit politisch motiviertem Hintergrund oder tote Katzen vor fremde Haustüren legt, sind die gewissenhaften Gemüsenspieler stundenlang in einer Art meditativem Gesamtzustand. Es wird geschält, ausgehöhlt, geschliffen, ausprobiert und zuletzt hat die Aubergine den Zustand, den man benötigt, um am Abend des Konzerts Zuschauermassen zu verzücken.

Immer mal vorausgesetzt, die Gemüsehülle hat noch keine schwächende Bräunungswandlung hinter sich. Frischgemüse klingt einfach frischer.

Frischgemüse zum Musizieren hat viele handfeste Vorteile: Mitgebracht wird das Equipement zum Gig in Plastik-Einkaufstüten, die Verkabelung entfällt weitgehend. Für´s Bühnencatering ist gleich mitgesorgt. Radieschen stärkt die Konzentration, Brocoli soll krebshemmend wirken, Möhren schärfen die Sicht, ja auch die Klarsicht darauf, dass nutzlose Unterfangen und Ablenkungsmanöver vom eigenen Musizieren (siehe weiter oben) sinnfrei bleiben, und am Ende nichts anderes zählt, als gute Musik zu machen. Am Abend im Anschluss ans Konzert lässt sich das Equipment auf einfache, kostensparende Weise entsorgen. Man isst es auf.

Onionoise (CD-Cover, Quelle: Homepage)
Onionoise (CD-Cover, Quelle: Homepage)

Von den „Gestehungskosten“ her lässt sich Gemüse viel besser leisten, als teure Japan-, Amerika- oder Chinaware aus der Musikerbedarfindustrie. Nur die Haltbarkeit ist vergleichsweise kürzer. Praktisch: wer Meerschweinchen zu Hause hält, kann die Innereien der Gemüsen in einen Topf tun und als „hinter der Bühne“-Catering an die Liebsten verfüttern, die werden es Herrchen und Frauchen danken.

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Herstellung einer Karottenklarinette – Lindsay Pollak – via Youtube

Und wenn mal wieder ein Auto in Flammen aufgeht und der Täter ist noch immer nicht da ist, wo er hingehört, kann man mit Gurkenschalen, Kürbiskernen und Möhrenschalen ganz vortrefflich nach ihm werfen. Eine Art Kollateralschaden am Täter ist nicht zu befürchten: er gehört zur Gemüsegattung der Hohlbirnigen und auch, wenn die Birne eine Frucht, kein Gemüse ist, gattungstechnisch, so ist doch die Bezeichnung als „Früchtchen“ auch keine schlechte Kategorisierung. Noch neulich sagte ein Beteiligter, er sei charakterlich ein ganz Starker. Vielleicht ein Mitglied einer Gurkentruppe?  Das Gemüseorchester wird ihm schon den Marsch blasen.

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