309/10: Pressespiegel: Plant der SPIEGEL Tiefenrecherche in Berlin-Kreuzberg über Geheimbünde?

Die fabelhaften Guttenbergs - SPIEGEL 42/2010

Die fabelhaften Guttenbergs - SPIEGEL 42/2010

Wer an der Qualität des SPIEGEL etwas auszusetzen hat, dem wird es nicht leicht gemacht. Denn die Begründung, der SPIEGEL leiste schlechte oder gar tendenziöse Arbeit, die gelingt nur bei sehr guter Recherche. Sonst umsonst jeder Versuch! Tendenziös kritisch und zugleich distanziert zu bleiben, sind im Übrigen Auswüchse von ethischem Journalismus! Eins kann man dem SPIEGEL nicht nachsagen: dass er schlecht recherchiert! In Journalistenkreisen geht die Mär, nur zwei Gruppen von Journalisten könnten gut recherchieren: Die vom SPIEGEL und die von der BILD-Zeitung. Was bei BILD „Mann drehte sich durch Fleischwolf, BILD sprach zuerst mit der Bulette“ ist, ist beim SPIEGEL Investigativismus, kurz: Muckraking. Oder sagen wir: vom gesunden Menschenverstand gesteuert!- Anspruch & Realität, deutscher Redaktionsalltag 

Machen wir uns nichts vor: Die Zeiten sind insgesamt anders geworden! In den späten 68-er Jahren war der Springer-Verlag an der Berliner Kochstr. das Hassobjekt der Antibürgerlichen. Wasserwerfer, Türenboykott, Auslieferungsversuch gescheitert, ganze Auflagen blieben liegen. Heute hat der Springer-Verlag selbst die seinerzeitigen Gründe für die teils nicht zu rechtfertigenden, überzogenen Ressentiments beseitigt.

Heute ist die Vuvuzela das Hassobjekt der Intellektuellen! Andere Kritik richtet sich -tröpfchenweise- auf den SPIEGEL und seinen publizistischen Erfolg! Kann man denn sagen, dass DER SPIEGEL die Meinung in Deutschland macht? Wäre das nicht vielleicht sogar -im Vergleich zu Großbuchstaben-Zeitungen, ein Gewinn für Deutschland? Die Meinungsmacht, die der SPIEGEL auffährt, sei gleichsam Meinungslokomotive und „state of the art“ und wer im SPIEGEL Erwähnung fände, …gehöre dazu zur „Haute Volaute“? Publizistische Geschütze der Sonderklasse sind in Nr. 53/2010 zu erwarten! Das Titelbild steht schon, hier der Entwurf.

SPIEGEL-Mashup "Yorckschlösschen"

SPIEGEL-Mashup "Yorckschlösschen"

Down the street you can hear her scream you’re a disgrace as she slams the door in his drunken face, and now he stands outside and all the neighbors start to gossip and drool, he cries oh, girl you must be mad, what happened to the sweet love you and me had? Against the door he leans and starts a scene, and his tears fall and burn the garden green and so castles made of sand fall in the sea, eventually (Meinung des ortsunkundigen Berlin-Touristen James „Jimi“ Hendrix aus Seattle, irrtümlich annehmend, das Yorckschlösschen sei aus Sand, nicht aus Sandstein, gebaut!)

In einer Berlin-spezifisch angelegten Sonderausgabe aus der Serie „Die fabelhaften….“ (Berge, Häuser, Flüsse ….Schlösser… Deutschlands)  legt der SPIEGEL eine gut recherchierte und kenntnisreich geschriebene Episodensammlung mit glanzvoller Hof-Berichterstattung hin. Weithin Beachtung hatte zuvor die Berichterstattung „aus dem Bergischen Land“ gefunden, bspw. vom Guttenberg.

Das Yorckschlösschen, gelegen an der „sündigen Yorckmeile“ (so ein Kenner, der nicht genannt werden will), an der so berühmte wie berüchtigte Freifrauen wie die Gräfin zu Hohenau einst wohnten, hat es den Redakteuren vom Feuilleton des SPIEGEL angetan. Nach Guttenberg und Silly, die jüngsten Berichten im SPIEGEL zufolge nicht mehr auf Ostrock-Festivals von Ewiggestrigen auftreten möchten, nach „Swingerclub im Grunewald“ (Details widerlich, aber bitte: hier

Briefumschlag an Gräfin Hohenau (Geheimes Staatsarchiv)

Briefumschlag an Gräfin Hohenau (Geheimes Staatsarchiv)

Kurz vor dem Umzug von der Brandstwiete (Anschrift des SPIEGEL) an den Hafen (das Gebäude ist gerade im Bau) beschloss die Redaktion, die Kulturberichterstattung über die jetzige Hauptstadt Berlin stark zu intensivieren und die Bonner Berichterstattung praktisch einzustellen. Zu provinziell, hinterwäldlerisch, irrelevant! Dumpfbacken hatten behauptet, die Hauptstadtentscheidung würde revidiert.


Route 66 – Bill Ramsey, Paul Kuhn, Roger Radatz live @Yorckschlösschen (via Youtube)

Die reich bebilderte Ausgabe Nr. 53/2010 wird für Abonnenten um eine Live-DVD ergänzt, so jedenfalls die Planung, gegenwärtiger Stand. Roger Radatz & The Evolution (hier: hier) anhören und sehen, wie sie auf der Bühne des „Ladenlokals mit integriertem Amüsemangtrakt“ (O-Ton Immobilienmakler & Stammgast Raff Z. Ahn) swingen. Alte Filme (mit Ton) zeigen Bill Ramsey (Hauptberuf „Zuckerpuppe von der Bauchtanztruppe“), Paul Kuhn („Es gibt kein Bier auf der „Zeil“!“, Frankfurt/Main) und Stephan Remmler („Da da da“) beim Schunkeln, Musizieren und beim Ringelpiez mit Anfassen.

Die Spezialredaktion „Dienste“ hat die Geheimbund-Strukturen im Yorckschlösschen beleuchtet, die sich hinter reinen Fantasienamen wie „Tisch des Grauens“ oder „Iron Man“ aka „Guardian of the Groove“ in Wirklichkeit verbergen! Redakteur Feind Seelig (* siehe unten) dazu auf Anfrage: „Das waren wir unseren Lesern schuldig!“

Kommissar Zufall half kräftig mit: Die Website blackbirds.tv groovt tatsächlich, eine Stichwortsuche „Groove“ ergibt folgende Fundstellen! Es ist, als sei dies Wort auf der Berliner Website integraler Bestandteil der Corporate Identity. Auf einem -weit gemächlicheren- Fotoblog wie mugshooting.de hingegen, tritt das Wort „Groove“ seltener und sogar eher überraschend auf (Test: hier), das hat damit zu tun, dass ein Fotograf Hände und Beine ruhig halten muss, bevor er abdrückt. Groove ist der Feindbegriff des Fotografen. Wer mag schon verwackelte Bilder? Ganz anders die Berichterstattung hier….nachfolgendes Video beweist das!


„Sie kam Australien“ – Text: Karl Johannes Schindler (via Youtube)

In einem Essay beleuchtet Karl Johannes Schindler (hier: hier) -bekannt als engagierter Nachfrager bei Tisch und Gelegenheit, die Schaffung des Klassikers „Sie kam aus Tralien“ (Rechtschreibung nicht überprüft, eventuell auch „Traljen“), der Berliner Aktionskünstler Johnny Haschkeks (hier: hier) erläutert, wie man einen zirkusartigen Trommelwirbel hinkriegt. Die Abgrenzung zum Laster fällt manchmal schwer, wird aber in praktischen Handzetteln verteilt viel einfacher in Handhabung und mit Fortüne!

Abgrenzung zum Laster (Quelle: Nina Hagen via facebook)

Abgrenzung zum Laster (Quelle: Nina Hagen via facebook)

Schließlich treibt einem das persönliche Bekenntnis eines Pete Wyoming Bender (hier: hier) am Ende ein paar Tropfen Traurigkeit in die Augen, die gleichsam heraus spritzen, wenn er gesteht, wie er diese Frau geliebt hat, die er einst im Yorckschlösschen, aber schweifen wir nichts ins Private ab. Herr Haschkeks und Herr Radatz erklären Berliner Hardrockfans in einem ausführlich bebilderten Workshop zum Nachstellen, wie man den Pommensgruß á la Ronnie James Dio -R.I.P., Ronnie!- (siehe Titelbild, danke, Gudrun Arndt) hinkriegt.

Halt mich fest, ich werd verrückt! (Textzeile von Trio, Großenkneten)

Register SPIEGEL: Ronnie James Dio, + 2010

Register SPIEGEL: Ronnie James Dio, + 2010

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Auszug "Der Bücherprinz" - Wilhelm Ruprecht Frieling

Auszug "Der Bücherprinz" - Wilhelm Ruprecht Frieling

Auf Nachfrage heißt es, der SPIEGEL werde in einer der nächsten Ausgaben auch über andere kulturelle Hightlights in Berlin berichten. „Wir waren ganz betrunkeneindruckt“ vom Besuch im Yorckschlösschen,“ so Kulturredakteur Dietrich Detail (* geändert), es sei eine weitere Ausgabe ähnlichen Inhalts unter dem Arbeitstitel „Die fabelhaften Quasimodo-Boys – Untertitel: Berlin ist auch nicht Notre-Dame!“ in Planung. Man habe den geplanten Titel dem berühmten Magier Lousi Al-Alousi, Buckliger aus Bagdad, zur Prüfung vorgelegt und warte auf Ergebnisse seiner Authentizitätsprüfungskommission.  Al-Alousi ist ein entfernter Vetter des Quasimodo mit früherem Wohnsitz im Irak und hat nachweislich mehr als 1.001 Nacht in Berlins Kellern verbracht, bevor man -so der SPIEGEL- voreilig Korrespondenten nach Paris und Berlin-Charlottenburg ausschwärmen lasse.

Die unverbrüchliche Wahrheit allerdings ist:

Man hat den buckligen Quasimodo (hier: hier) noch nie im Yorckschlösschen gesehen! Notre Dame ist eben weit weg von Kreuzbergs sündiger Meile!

Quasimodo Verfilmung - Livemusik sieht besser aus!

Quasimodo Verfilmung - Livemusik sieht besser aus!

4 Gedanken zu „309/10: Pressespiegel: Plant der SPIEGEL Tiefenrecherche in Berlin-Kreuzberg über Geheimbünde?

  1. Alter Schwede, in einem Artikel genannt zu werden mit Roger Radatz, Stefan Remmler, Bill Ramsey, Paul Kuhn, Pete Wyoming Bender, Ronnie James Dio und Jimi Hendrix, da krieg ich ja Herzrasen.
    Ich glaub, ich brauch jetzt erstmal n Keks …

  2. Pingback: xdrum.eu – pimp my drumming! » 172/10: Twitter Wochenschau am 2010-10-24

  3. Pingback: http://blackbirds.tv – Berlin fletscht seine Szene » 331/10: Gigs, Reviews: Der “Groove-Guardian” schaute traurig zu und am Morgen danach “Land unter”

  4. Pingback: http://blackbirds.tv – Berlin fletscht seine Szene » 499/11: Legenden: Paul Kuhn ist eine lebende Legende, ein “all lifetime favourite” meinerseits und Berliner, nach alledem!

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