67/10: Gigs/Preview: HoBoLeMa – Am 06.04.10 findet im Quasimodo musikalisches Weltwunder statt!

HoBoLeMa = Holdsworth, Bozzio, Levin, Mastelotto (amerikanischer „Aküfi“ -Abkürzungsfimmel für ein unaussprechliches Weltklasseset)

 

Update: DAS KONZERT IST AUSVERKAUFT!

Weltklasse-Musiker ! Und nur zufällig entdeckt: blackbirds.tv bewegt sich aus investigativen Recherchegründen im Berliner Nachtleben im Quasimodo. Was das Quasimodo ist? Hier eine von mehreren denkbaren Antworten. Die Abkürzung HoBoLeMa wird auf dem aktuellen Tourplakat nicht konsequent fortgesetzt, dort ist die Reihenfolge der aufgezählten Protagonisten BoHoLeMa, ergo können wir amerikanische Abkürzungs-Algorithmen,  mit etwas Wein oder Bier im Kopf, auch bequem anders herum lallen. Das gibt uns eine gewisse „Freiheit im Geiste“. Oder doch lieber nichts trinken? Weltklasse-Musiker werden erwartet….

Aber wer hätte gedacht, dass einem aus ganz anderen Gründen solche Musiker per Plakataushang (Foto.Podcast) unterkommen?  Musiksachverständige aufgepasst: Terry Bozzio (Drummer, Frank Zappa, Steve Vai u.v.a.), Tony „The Funk Fingers“ Levin (Bass, Peter Gabriel, King Crimson, Yes – lt. Wikipedia „einer der besten Rockbassisten der Welt), Allan Holdsworth (Gitarre, Tempest, Soft Machine, Tony Williams (R.I.P, Tony!), Stanley Clarke, Herbie Hancock u.v.a.) und Pat Mastelotto (drums, Mr. Mister, Al Jarreau, die Pointer Sisters, Kenny Loggins, Patti LaBelle, XTC, Hall & Oates, David Sylvian, The Rembrandts, Cock Robin, u.v.a.).

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Foto.Podcast: Konzertankündigung Quasimodo

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Terry Bozzio – The Black Page – Zappa plays Zappa (mit Dweezil Zappa) – via Youtube

Was sagt man der Berliner Musikerwelt über Terry Bozzio? Dass Terry Bozzio einer der mehreren Schlagzeuger von Frank Zappa war, die dieser zu seinen Lebzeiten (R.I.P., Mr. Zappa!) verschliss? Von wegen. Bozzio gehört mit Sicherheit noch zu denen, die vielen in Erinnerung geblieben sind. Denn die Kette der zappaesken Drummer ist lang, überflüssig jetzt hier noch weitere zu erwähnen. Zappa war schon in den Sechziger-Jahren eine Art von musikalischem „Teppichluder“ und hatte den Schalk im Nacken. Um Musiker anzutesten (populäres Wort: Musikercasting oder auch „eine Audition haben“), schrieb er ein weißes Stück Papier mit „Fliegendreck“ (Noten) voll und schwärzte das Stück Musik sukzessive ein. Als das Stück fertig komponiert war, war aus dem Notenblatt eine fast schwarze Seite geworden: demzufolge nannte Zappa das Stück „The Black Page“. Und es gilt bis heute als Referenzstück. Wer dieses Stück fehlerfrei spielen kann, und vielleicht auch noch gut & groovy, der konnte damit rechnen, in Zappas Begleitband wenigstens in Erwägung gezogen zu werden. Das obige Video zeigt Terry Bozzio bei einem Gig im Zusammenwirken mit dem Sohn von Frank Zappa und mit dem Stück „The Black Page“. Und damit niemand behauptet, was Terry Bozzio da spielt, wäre sozusagen ein sessionartiger Spontaneinfall, hier noch Subscription für Schlagzeuger (als pdf). Bitte bisschen üben, gut & groovy nachspielen und dann für eine der nächsten Jamming-Sessions im Quasi bewerben (weitere Infos hierzu erfolgen demnächst gesondert).

Tony Levin, ja, ächz, das ist durchaus ein Wahnsinniger. Am Bass, am Chapman-Stick und an einer Vielzahl anderer Instrumente. Sein Hauptsteckenpferd ist der Bass und den spielt er gut, und wenn es sein muss, auch mal mit kleinen, auf die Finger gezogenen Drumsticks. Er hat das Bassspiel durchaus weiter entwickelt und ist vielen hauptsächlich als Sideman von Peter Gabriel bekannt, dessen Stück „Sledgehammer“ (ahh!) auf seine Bassroots zurückgeht. Wer noch keinen Chapmann-Stick kennt, der möge sich in Berlin einen gewissen Herrn Hartmann (Schweizer mit Berliner Wohnsitz) anschauen, der das Ding beherrscht. Weiterführend berichtete Carina Prange auf Jazzdimensions hier.

Pat Mastelotto dürfte für uns in Deutschland noch derjenige der mitreisenden Musiker sein, den wir am wenigsten kennen, und das ist allerdings unverständlich. Das Who’s Who der musikalischen Formationen ist ähnlich beeindruckend, wie das der anderen Protagonisten.

Eins stimmt nicht: Es ist nicht dasselbe, in der heimischen Dunkelkammer des Internets vor dem Flatscreen zu sitzen, Kaffee zu trinken, zu rauchen und via Youtube Ausflüge auf die musikalischen Paradiesvogelinseln zu unternehmen. Nein, um gute Musik wahrzunehmen, braucht es auch die Vibes, die etwas lautere Frequenz, hinzu kommt etwas persönliche Impression (Beeindruckung), die dann entstehen kann, wenn man selbst „mal den Arsch hochkriegt“, Konzertkarten ordert und zuschaut, wenn vier Weltklassemusiker audioomnipotent in ihre Instrumente hauen.

Zum Schluss gibt’s hier noch eine Art Review aller denkbaren Tonartskalen auf der keineswegs harmlosen Jazzgitarre als Sound- und Guckschnipsel auf die Ohren & Augen. Der Mitschnitt stammt vom 02. Januar 2010 und wurde in Seattle aufgenommen.  Das Video belegt uns, dass das was uns erwarten wird, für Musiker in Berlin interessant sein wird. Uns erwartet ein spirituelles Inferno von Rhythmen, Bassläufen und einer kompletten Neueinteilung der Welt in Skalen, die wir so auch wieder nicht jeden Tag gehört haben. Und eins noch: dass Musiker doch nur spielen wollen, aber das sagten wir schon.


2010 Holdsworth, Bozzio, Levin, Mastelotto Live in HD Solo Compilation, Seattle January 2nd (via Youtube)