1411/16: Rechtsprechung: Zum Bundesverfassungsgericht, Moses Pelham + Kraftwerk – Urteil 31. Mai 16 – 1 BvR 1585/13 #Sampling

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Steht der künstlerischen Entfaltungsfreiheit ein Eingriff in das Tonträgerherstellerrecht gegenüber, der die Verwertungsmöglichkeiten nur geringfügig beschränkt, können die Verwertungsinteressen des Tonträgerherstellers zugunsten der Freiheit der künstlerischen Auseinandersetzung zurückzutreten haben. Dies hat das Bundesverfassungsgerichts mit heute verkündetem Urteil entschieden. Er hat damit einer Verfassungsbeschwerde stattgegeben, die sich gegen die Feststellung wendete, dass die Übernahme einer zweisekündigen Rhythmussequenz aus der Tonspur des Musikstücks „Metall auf Metall“ der Band „Kraftwerk“ in den Titel „Nur mir“ im Wege des sogenannten Sampling einen Eingriff in das Tonträgerherstellerrecht darstelle, der nicht durch das Recht auf freie Benutzung (§ 24 Abs. 1 UrhG) gerechtfertigt sei. Das vom Bundesgerichtshof für die Anwendbarkeit des § 24 Abs. 1 UrhG auf Eingriffe in das Tonträgerherstellerrecht eingeführte zusätzliche Kriterium der fehlenden gleichwertigen Nachspielbarkeit der übernommenen Sequenz ist nicht geeignet, einen verhältnismäßigen Ausgleich zwischen dem Interesse an einer ungehinderten künstlerischen Fortentwicklung und den Eigentumsinteressen der Tonträgerproduzenten herzustellen.

Letztlich ist vielverbreitet moderner Journalismus, auch wie er in Blogs betrieben wird, Sampling. Die zeitgenössische, sekundenhafte Wiedergabe von vorgekautem Tobak. Bzw. vorgeschnupftem. Der nur geringfügig veränderte Einleitungssatz dieses Artikels ist ein Zitat aus einer Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts heute morgen. Der Musiker Moses Pelham hat gegenüber der Düsseldorfer Band Kraftwerk (nicht Kraftclub) obsiegt. Das Urteil wird Bedeutung haben für die gesamte Branche. Die BGH-Richter hatten zuvor entschieden, dass ein fremder Beat – und sei er noch so kurz – nur dann einfach kopiert werden darf, wenn er nicht gleichwertig nachgespielt werden kann. Für die kurze Zeit von vier Jahren hätten also äußerst gute Schlagzeuger mit weitreichenden Instrumentenkenntnissen einen klaren beruflichen Vorsprung gehabt, weil der BGH das Nachspielen extrem guter, bisweilen schwieriger Beats für prioritär hielt. Die BVG-Entscheidung schiebt da einen Riegel vor. Nachaffen, also Drummer, die erfolgsverwöhnte Beats hammerhart exakt nachzimmern, haben heute morgen einen Auftragsstopp bekommen. Schade für Drummer wie Jan „Stix“ Pfennig oder Ralf Gustke bzw. Felix Lehrmann, die für gute, gekonnte Grooves und „Groove wie Sau“ in diesem Genre herausragend stehen.

Heute nehmen wir das Bundesverfassungsgericht zur Kenntnis und sampleln das juristische Substrat. Schon morgen wird weiter abgekupfert: Wie im obigen Journalismus ist Musik heutzutage vielfach und verallgemeinernd mit oder ohne Bedauern feststellend, ein Sampling des bereits Gewesenen. So richtig originale Musik täte vielfach besser. Allerdings ist es auch nicht die Aufgabe des tulipanischen Berichterstatters aus Schwarzvogelstan, die allgemeine Verbesserung von Musik zu fordern, indem jedes Sampling unterlassen werde. Nein, es sind auch viele gute Musikstückchen, Tortenstückchen der Popmusikindustrie durchs Gerühr und Gequirle mit Sampling-Apparaten herausgekommen.

Wohl bekomms. Wir bleiben auf Beobachtungskurs. Ein Foto, für das wir keine Nutzungsrechte besitzen, ist heute in der Spezialistengruppe:Musikerrwitze auf facebook aufgetaucht und trägt eventuell durchaus die Bezeichnung „Das Foto des Tages“, doch schaut selbst….

Weiterführend
Gelinkt: Die Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichs im kompletten Wortlaut
Empfohlen: Dokumentarfilmer antwortet Niggemeier auf einen Schmierenjournalismusvorwurf zum Thema Xavier Naidoo #Lesetipps

Kopflos (gif)

1403/15: Lied für einen Moment: I Love Your Smile

der Kritiker: MRR in jungen Jahren!

Ich liebe Dein Lächeln.

Für ein Lied des Tages reicht es nicht. Es geht eher um einen flüchtigen Augenblick. Um Morgengedanken. Eine Radiosendung heißt „Der schöne Morgen“.

Mir schwirrt im Kopf die gestrige Fernsehberichterstattung über Flüchtlinge herum, die eine Zwei-Zimmer-Wohnung zu ortsunüblichen Bedingungen zur Verfügung gestellt bekommen über „soziale“ Hilfsorganisationen und dafür 5.800,- EUR hingelegt bekommen.

Den Kriegs-Flüchtlingen ist das peinlich, sie würden gern Deutschland nicht zur Last fallen, sagen sie im Interview, und eine ganz gewöhnliche Wohnung beziehen. Ein Syrer rechnet vor, dass für diesen Mietpreis fünf Familien untergebracht werden könnten. Die Gemeinde von Oldenburg ist relativ schlau und hebt sich wohltuend von den anderen Orts handelnden Stadtkämmerern ab, die gleich kontingentweise das Geld zum Fenster rauswerfen, weil der Markt eben so sei.

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1388/16: Positionen: Love, Respect and Understanding – Leider die Ausnahme! #Linktipp

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Bembers will Meddl

Bembers ist im Planet, holt sich ein Seidele Bier – ein Häferl – und spricht den DJ an. Spiel doch mal Meddl. Den Rest erzählt er selbst.

Liebe, Respekt, Toleranz, Verständnis: Alles Fremdworte.

Dissen, Rumhacken, Stil- und Richtungskämpfe. Dabei wies Bembers bereits 2011 darauf hin, wie sich Neid, Zwietracht, Hass und Intoleranz überwinden lassen. Der DJ hätte doch nur Meddl spielen müssen.

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Michi Hartmann (Foto: Privatarchiv)

1384/16: Positionen: Als Frau auf Session, erlebt Michi Hartmann krassen Scheiß! Krasser Scheiß, krasse Session, krasse Gitarren!

Michi Hartmann (Foto: Privatarchiv)

HOLY SHIT oder warum ich zur Emanze wurde
2. April 2016 – Text: Michi Hartmann

Samstag nacht: Ich bin auf eine Jamsession gegangen. Eigentlich sollte ein Konzert stattfinden, ich war eingeladen, aber die Band kreuzt nur teilweise auf. Ich werde den Leuten vorgestellt als Gitarristin, spiele ein bisschen auf dem vorhandenen Instrument, alle Jungs sind erst mal megageflasht, vor allem weil es afrikanische Musik ist und ich weiss bin. Ich sage, Musik hat keine Farbe und jeder Mensch kann alles lernen.

Der Sänger sagt, es ist das erste Mal in seinem Leben, dass eine Frau für ihn Gitarre spielt und er ist nicht mehr jung. Naja, denke ich, geh mal woandershin, da findest du auch Musikerinnen, aber stimmt ja, es gibt nicht so viele. Wir spielen. Die Leute sind begeistert, die Session rockt, die Leute sind voll baff, weil ich spielen kann und locker mithalte obwohl ich auch noch blond bin.

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1369/16: Kritik: Nur wenn sie laut ist. Am Beispiel der Straßenmusikerin Elen Wendt zeigt sich die hässliche, deutsche Fratze

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der Kritiker: MRR in jungen Jahren!

One letter difference: Dass der Rechtstaat zum Rechtsstaat verkommt, liegt in der Hinzufügung eines Buchstabens. Oder: Der äußerst unliebsame, digitale Rechtstaat, mit harschen Vorschriften gegen die Vorstellung, ein bisschen Musik im öffentlichen Straßenland zu machen. So kleinkariert. So widerwärtig. So deutsch.

Die Straßenmusikerin Elen Wendt ist hier schon vorgekommen und mit gutem Grund: Sie mag Musik, wenn man ihr zuhört. Derartiges ist allerdings noch keiner besonderen Erwähnung wert. Denn hinzu kommen muss, dass sich beim Zuhörer ein Wohlgefühl unmittelbar nach der Wahrnehmung einstellt.

Das ist im genannten Fall eindeutig so.

Regelmäßig tritt die Musikerin im öffentlichen Raum auf. Der öffentliche Raum ist das Ziel jeder Musikdarbietung, die davon lebt, wahrgenommen zu werden. Dass die Musik überhaupt wahrgenommen werden kann, verstärkt nach landläufiger Meinung, auch von Experten, den Erlebnisgenuss von Musik an und für sich. Vor ein paar Tagen war denn auch die in Berlin bekannte Busking Band Ruperts Kitchen Orchestra ihres nicht immer unumstrittenen Gründers und Drummers Andreas Raab beim Sender RBB am Hackeschen Markt zu sehen. Der öffentlich rechtliche Sender hatte die Band sicherheitshalber in einen Glaspavillon gestellt und ließ sie ein bisschen demoartig vortragen. Das Video der Sendung ist unten verlinkt. Raab erklärt darin eingangs, „wir klingen eigentlich ganz anders.“ – Eben: Man kommt nur nicht immer dazu. Hat Udo gesungen.

Im Kern des RBB-Berichts stand dabei auch die Genehmigungsregelung im verwaltungsbürokratischen Prozedere von genehmigungspflichtiger und genehmigungsfreier Straßenmusik. Drummer Andreas erläuterte: Es macht für Behörden den relefanten Unterschied in der Beurteilung, ob zum Zwecke der Musikausübung Verstärkeranlagen genutzt würden oder nicht?

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1338/16: Positionen: Dinge, die Musiker nicht sagen #Pictuality

1291/15: Video: Erinnerungen an Reinhard Mey


Reinhard Mey: Männer im Baumarkt

Songs an einem Sommerabend 2009, Kloster Banz, Bad Staffelstein

Meine Verehrung
Jede Woche am Freitag um 16 Uhr erzählen sie ihren Frauen, sie gingen zur Probe, zum Musizieren. Aber dann gehen sie zu Obi, Praktiker und toom. Männer im Baumarkt. ‪#‎Textwitze‬

Edit:
Reinhard Mey ist für mich der stille Poet, der leise. Er brüllt nicht, sondern sagt. Er bringt auf den Punkt, ohne zu bevormunden. Ich kann gar nicht sagen, wie lange schon Reinhard Mey für mich ein vorbildlicher, bescheidener, netter und verbindlich auftretender Mensch und ein bleibender Wert ist. War es ca. 1973 auf der Berliner Funkausstellung, als er im Sommergarten fürs Fernsehen auftrat und ich kurz mit ihm sprechen konnte? Ich war aufgeregt. Er hatte schon diese Moritat vom meuchelnden Grünpfleger aufgesetzt und aus dem Klempnerberuf Wissenswertes vorgetragen. ‪#‎Erinnerungen‬

Nachtrag:
Ich habe Annabelle vergessen. Sie war so herrlich intellektuell. Reinhard Mey bewog mich, mit der deutschen Sprache spielerischer umzugehen. In freier, kühner Formulierung. Mit den Jahreszahlen kann ich mich irren. Mit dem, was ich sage, nicht.

Aus
Spezialistengruppe:Musikerwitze auf facebook.

1290/15: Positionen: Elisabeth Steiner, Toms Diner, mp3-Kompression und Karlheinz Brandenburgs fehlender Geschäftssinn

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Beuteschema_Gute.Aufnahmen

„Brandenburg had a terrific understanding of technology and human anatomy and mathematics, but the guy couldn’t even patent the most obvious device that he invented, the portable music player.“ Stephen Witt hier „A Eulogy for the MP3

Gemeint ist im Zitat der als Erfinder des Formats mp3 geltende Karlheinz Brandenburg.  Antworten zu Verlinkungen in diesem Artikel gibt es in den Links, die man als weiterführend zu betrachten berechtigt ist.

Selten schafft es eine Art Leserbrief auf eine Artikelseite. Man kann ja mal eine Ausnahme machen. Bzw. eine Aufnahme von einem Feedback. Hui. In einem Leserbrief, der kenntnis- und gesichtspunktereich verfasst wurde, lesen wir wörtlich:

(Zitat)

Zuerst möchte ich sehr stark anzweifeln, ob der Autor das doppeldeutige Wort „free“ mit „befreien“ gut übersetzt hat. „For free“ heißt halt „kostenlos“ und insofern spielt der Buchautor mit eben dieser Doppeldeutigkeit. „Befreien“ ist dagegen nicht nur ein eindeutiger, sondern auch ein eindeutig positiver Ausdruck. Die Ambivalenz bleibt dabei auf der Strecke. Daher: Schlechte Überschrift/Übersetzung.

Weiter: Ja, die Erfindung der MP3 Daten-Kompression ist eine sehr gute Ergänzung zu den anderen Audio-Formaten. Aber MP3 erreicht natürlich nicht die Audioqualität einer 16bit Aufnahme auf CD. An eine 24bit oder analoge Aufnahme kann das Format erst recht nicht herankommen. Das betrifft vor allem die Tiefe und den Detailreichtum der nicht im Vordergrund stehenden Aufnahmeobjekte. Das komplette Obertonspektrum und damit die genaue Abbildung des Klangcharakters der Soloinstrumente wird ebenfalls nicht erreicht. Ein Studiobetreiber erzählte mir, dass er speziell wegen des MP3 Formats deutlich stärkere Hall-Effekte verwenden würde, da ein normal dosierter Hall von den Algorithmen gnadenlos verschluckt werden würde. Man höre sich z.B. Orchesteraufnahmen an, die per se wesentlich differenzierter und tief reichender sind als normale Pop-Aufnahmen. Der Unterschied wird auch ungeübten Ohren schnell offenbar werden. Und da wir bei den „ungeübten Ohren“ sind – ein weiterer Aspekt: MP3 hat das Hören von Musik generell verändert, da es nunmehr von Quantität statt Qualität dominiert wird. Man kann in Sticks oder MP3-Player unzählige Songs speichern und man betrachtet dieses als Qualitätsmerkmal – nicht die Klang- oder Musikqualität. Daraus lässt sich ableiten, dass Musik primär als Massenware angesehen wird. Eine intensivere Beschäftigung oder Konzentration auf wenige Stücke findet nicht oder nur selten statt. Einzelne Musiktitel werden also austauschbar und bekommen in den Ohren der Konsumenten dadurch noch weniger Wert zugewiesen. Was schon etwas heißen will, da für sie der Begriff „Wert“ im Kontext mit Musik angesichts der freien Downloadmöglichkeiten ein ziemlich bizarrer ist.

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MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

1289/15: Positionen: Meinungsnazis, Faschisten oder außerordentlich talentierte Eliten?

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MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

Was ist nur mit Deutschland los derzeit? Kaum haben die Söhne Mannheims einen Song namens Nie wieder Krieg veröffentlicht, um gegen den Militäreinsatz von Deutschland in Syrien ein Zeichen zu setzen, geht es schon wieder von vorne los. Es wird heftigst ausgeteilt. Detailverliebte Hasser analysieren schon wieder am Thema vorbei. Der Judenstern und die Muslime, sie erregen große Aufmerksamkeit. Oder sind die beiden Begriffe nur Selektoren in einem widerwärtigen Spiel? Der deutsche Michel, hier Michel F. aus Frankfurt/Main schreibt einen überflüssigen Offenen Brief an Xavier Naidoo. Im Sozialnetzwerk ist die Hölle los. Menschen nehmen in geradezu stußartiger Weise Stellung und vergleichen Äpfel mit Birnen. Es sind wirklich ganz besonders durcheinander geratene Zeiten. Kaum jemand gibt sich noch Mühe.

In den öffentlich geführten Debatten in sozialen Netzwerken wie facebook ist das Pro und Contra zu einem widerwärtigen Kampf um richtige Meinungen verkommen. Es geht nicht mehr um Gemeinsamkeit, sondern um Kampf, Niedermachen und Unter- bzw. Überlegenheit. Es gibt einen zunehmenden Hassgroll armer, bedauernswert vereinsamter Menschen, die eine krankhafte Ausuferung von Gerechtigkeitssinn und Meinungsabsolutismus an den Tag legen, dass es einem ganz schwummrig wird. Dabei ist das soziale Netzwerk äußerlich sozial: Jedes Profilbild sieht annähernd gleich aus.  Auch die von vollkommen durchgeknallten Menschen. Das macht es nicht leichter.

Sehr schön lässt sich das Spiel dieser freien Radikalen austesten durch so genannte Selektoren. In der Geheimdienstsprache sind das die Schlüsselworte des geheimdienstlichen Interesses. In der öffentlich verfügbaren Bibliothek verfügbarer Meinungen sind Selektoren Begriffe, die man als Schlüsselreize beschreiben könnte. Sie reizen ihren Leser unverzüglich bis aufs Blut und allein ihre Erwähnung wird sofort niedergekämpft.

Solch ein Selektor ist beispielsweise Andreas Gabalier. Oder Helene Fischer. Heino trifft inzwischen eine Altersmilde. Sehr schön funktionieren in diesen Tagen die Selektoren Xavier Naidoo und Jürgen Todenhöfer.

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1239/15: Gedenken: „Trauer“ – Herbert Grönemeyer & das World Quintett

Trauerkerze

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Lichter spiegeln sich in schmutzig-nassen Pfützen,
gelb und fettig, schmutzig auch und schwer
Helle Häuserfenster können gar nichts nützen
Tore hallen hehr und leer
Liegt der Nebel müde auf den Straßen
und der Regen rinnt und rinnt
Menschen sind zu traurig, um sich noch zu hassen
und es hüstelt irgendwo ein Kind
In den Gärten liegen halbverfaulte Blätter,
stehen Bänke, traurig, nass und grau,
kommt die Sonne immer seltener und später
Nimmt’s der Mond mit scheinen nicht genau
Dringt das halbe Tageslicht noch durch den Nebel
trüb und grau und klebrig schwer
Klirrt die Wache schläfrig mit dem Säbel
und ein nasser Vogel zittert sehr
Dringt das halbe Tageslicht noch durch den Nebel
trüb und grau und klebrig schwer
Klirrt die Wache schläfrig mit dem Säbel
und ein nasser Vogel zittert sehr.
(Trauer – Selma Meerbaum-Eisinger)

Das Lied des Tages der Berliner Formation Bluma (Artikel vorher) erinnert mich in ungewollter, allerdings nicht unangenehmer Art und Weise an ein Lied, das mir mehr als viele andere so zu Herzen ging, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Ich war zutiefst berührt. Heiter bis wolkig, Bluma bis Klezmer, Klezmer zu Selma – genauer, zu Selma.TV, um auch begnadete Rechercheure zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Herbert Grönemeyer hat das bei mir nicht notwendigerweise immer vermocht. Lange Zeit hielt ich ihn ohnehin für einen mit Bildern spielenden Sänger, Texter und Komponisten, der zwar kenntnisreich mit Andeutungen spielt, aber zu klaren Aussagen nicht fähig ist. Seit wir das Album Mensch von Herbert Grönemeyer gehört haben, ist dies Gerücht jedoch nicht weiter tragbar, es entpuppte sich als Vorurteil.

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Concert For George - Remembering!

1233/15: Lied des Tages: Anoushka Shankar – Ein sitarner Nachruf auf Ravi Shankar

Concert For George - Remembering!


Sinfini Session: sitar player Anoushka Shankar pays tribute to her father, Ravi Shankar

Von wem sollten wir lernen? Von John Lennon? Von Kurt Cobain? – Erinnerungen sind stets romantisch. Sie subsummieren unsere Gedanken oft unpräzise und stacheln uns auf, was gewesen ist, romantisch zu verklären.

Das Concert For George, eine Erinnerungsveranstaltung zu Ehren des verstorbenen Beatle George Harrison, gehörte für mich zu den absoluten Highlights meiner musikalischen Initiation. Dabei war diese recht ansehnlich fortgeschritten, damals als es stattfand.

Wenn wir 2015 Twitterstreams betrachten, stoßen wir auf Twitterperlen, wie diese: „Wir leben in einer Welt, in der man Sami Slimani und Dabibee kennt, aber nicht Kurt Cobain und John Lennon. Ich möchte das nicht.“ (Twitteraccount @extrakaese) – Und mit Verlaub: Das ist Käse. Dieser Tweet ist irgendwie reaktionär, wie Beton soll alles bewahrt werden. Nur ja nichts Neues. Nein danke. Es wird hoffentlich noch ganz viel Neues geben, das sagt mir mein Aurin, meine Kindliche Kaiserin, sie heißt Neugier.

Inzwischen verstehe ich den Tweet besser, 14-jährige wussten, mir den Tweet verständlicher zu machen. Ich verstand zunächst nur das Ende. Ich finde, Cobain und Lennon darf man partout nicht vergleichen. Dass ich inzwischen verstehe, was dieser Tweet mir sagen soll, ist schließlich den Erläuterungen eines 14-jährigen zu verdanken. Und so ist es, man muss denken in jede nur erdenkliche Richtung und aus jeder Altersperspektive heraus. Wir Älteren können von den Jungen lernen.

Und umgekehrt.

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1194/15: Positionen: Dürfen Proben mitgeschnitten werden? Vorsicht, Kamera! Paar Überlegungen zu ostentativem Digitalismus.

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Melissa Etheridge (* Name geändert) betrat zum ersten Mal den Proberaum: Den Mantelkragen hochgeschlagen, eine große Mütze übers Gesicht, Sonnenbrille Marke Fliegenaugen: Als erstes scannte sie die Räumlichkeiten gewissenhaft ab. Wände und Decken. Irgendwo Aufzeichnungsgeräte? Dann legte sie entspannt ab: Nichts dergleichen. – So könnte künftig das Vorsingen beginnen. – Immer wieder im Streit: Wie stark ist das Recht des Einzelnen vorzuschreiben, ob wir in der musikalischen Probe digitale Aufzeichnungen anfertigen dürfen? Oder -vor allem dies- auf gar keinen Fall Aufnahmen erstellen zu dürfen? Ein paar Gedanken dazu. Durchaus absichtlich meinungsstark. Ich bitte um konstruktiven Widerspruch.

Dabei ist das Einführungswort des höflichen Hinzugewinns zuallererst: Vielen Dank für die Aufnahme. Mit Einführung digitaler Aufnahmegeräte ist das Aufzeichnen von Bandproben in recht guter Qualität viel leichter geworden. Aber auch schon in den Siebziger/Achtziger-Jahren liefen Cassettenrecorder mit, um auf Bandproben Kontrollmitschnitte anzufertigen. Selbst Demos wurden handgeschnitzt angefertigt, beispielsweise um an Gigs zu kommen. Kein neues Thema. Neu ist das Thema Digitalismus indes, seit es Internet gibt und im Web 2.0 kinderleicht Parallelveröffentlichung erfolgen kann.

Hier gibt es meinungsmäßig stark auseinander driftende Pro- und Contralager. Im Interesse der Versachlichung ein paar Gesichtspunkte, vielleicht ein Versuch, eine starke Meinung zu bilden und diese konsequent zu vertreten.

Ich persönlich kann die menschlichen Ängste und Befürchtungen verstehen, allzu schnell im Internet zu landen, mit musikalischem Probematerial, dessen Veröffentlichung man als „nicht reif“ bezeichnen könnte. Das Recht am eigenen Bild ist ein noch schwerwiegenderes Thema als das Recht am eigenen Ton, will man erst einmal meinen. Um diese Frage, um Veröffentlichungen im Internet, geht es mir gar nicht.

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MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

1183/15: Positionen: Gekommen um zu bleiben. Von Weltgeltung und Bedeutung.

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MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

Eins der großen, letzten ungelösten Probleme: Manch Musikers Weltklang und Bedeutung pflanzt sich nicht fort. Viele Musiker verharren im ständigen Vorspiel. Mehr bei dieser Sache, einer ungebremsten Lust, zu bleiben wäre erforderlich. Der musicus interruptus bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück. Weder der große Akt an sich wird von ihm angestoßen, noch der unabwendbare, zwangsläufige Klimax. Er ist nie zufrieden mit sich selbst und den Anderen. So kann nichts entstehen, sich nichts fortpflanzen. Der gnadenlose Höhepunkt des persönlichen Werkschaffens, eine Attitüde der Andeutung, der Antäuschung und des Verharrens in der Mittelmäßigkeit. Wir sind Helden hat es so formuliert: „Wir sind gekommen um zu bleiben, wir gehen nicht mehr weg.“ – Das ist der „perfekte Fleck“.  #Erkenntnisse #2becontinued

1170/15: Positionen: Der Musikinstrumentenmarkt verändert sich massiv: und was bleibt, was wird?

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Ich habe weder Betriebswirtschaft noch Marketing studiert, sondern bin gelernter Feingerätemechaniker. Die Musik ist aber mein Leben und das verbringe ich seit meinem 12. Lebensjahr in der Firma Thomann. Mein Vater hat mir früh die Leitung des Unternehmens übertragen und mir den wertvollen Tipp mit auf den Weg gegeben, immer auf die Kunden zu hören und von ihnen zu lernen. (Hans Thomann, Vorstellung, hier)

Im Grunde ist das Rennen entschieden. Die Sache ist gelaufen.

Gewonnen haben für einen Zeitraum von zehn, zwanzig Jahren die großen Onlineversender.

Das boomende Geschäft mit dem Onlinehandel macht die Menschen nicht insgesamt glücklicher, sondern dümmer und flacher. Schreiende Schuhkäufer (Zalando) gelten als großartige werbewirksame Ikonen. Man kann nur hoffen, dass Musiker anders sind. Den Versuch, uns zu perfekten Schuhkäufern im übertragenen Sinne zu machen, erleben wir bereits. Dafür gibt es jetzt sensationelle „Bundles“. Wow.  Aber wirklich große Erlebnisse im Einzelhandel sind dafür nahezu weggebrochen: Von Haptik kann niemand mehr sprechen. Das Einkaufserlebnis, in einem gutsortierten, angenehm duftenden Laden zu gehen, Dinge anzufassen und zu „begreifen“, ob wir etwas wirklich benötigen, ist dem Flatscreen gewichen. Zweidimensional gehen wir einkaufen. Per Mausklick, am Schirm.

Noch sind die entscheidenden Schlachten im Netz nicht geschlagen. Google Nose: Das Riechen am Parfüm bzw. am Satz Saiten. Google Glass, das mehrdimensionale Schauen, Scannen und nötigenfalls das Verpixeln von Privatsquäre, all das steckt noch in den Kinderschuhen. In der Zwischenzeit sind diejenigen groß und fett geworden, die zur richtigen Zeit den richtigen Riecher hatten.

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1167/15: GruSuMu: Gruppe sucht Mitmusiker, Tipps´n Tricks, Namedropping, Networking und „socialising“

Header Wunderbare Welt der Kleinanzeigen

„Bei einer unserer Fahrten mit Feeling B hatten Schneider, Flake und ich schon den neuen Bandnamen. Wir hatten den an die Wand von unserem Robur LO geschrieben: Rammstein Flugschau. Doof, wie wir waren, schrieben wir Rammstein gleich mit zwei M, weil wir nicht wussten, dass der Ort Ramstein nur ein M hat. Wir haben uns erstmal aus Quatsch so genannt, aber der Name blieb kleben wie ein Spitzname, den man nicht gut findet. Wir schafften es nicht mehr, den loszuwerden. Rammstein wollten wir eigentlich nicht heißen, das war uns zu festgelegt. Wir haben noch gesucht: Milch oder Erde oder Mutter, aber der Name war schon durch.“ – Paul Landers, Rammstein-Bandmitglied über den Bandnamen

Der „Weiße Ritter“ und nicht „Der Ritter der Kokosnuss“

Der Weiße Ritter: Das ist eigentlich ein Begriff aus der Wirtschaft.

Auf Musik angewendet, bedeutet er (für mich) folgendes:

Du suchst einen Musiker. Nicht per Anzeige, sondern auf der Basis „guter Empfehlungen“.
Du kennst Leute.

Auch wichtige.

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1165/15: Positionen: Wieviele Akkorde braucht der Musiker?

icon Positionen

Die Antwort: Es kommt eben darauf an.

Das Thema wurde heute erschöpfend diskutiert in der Spezialistengruppe: Musikerwitze auf facebook. Wohin der Mensch nur gelangt, wenn er bereit ist, Opfer zu bringen. Datenopfer zur Ausweidung von Konsumenten- und Zielgruppeninteressen. Alle anderen bleiben hübsch anonym und haben Spaß, frei nach Sheryl Crow. Weswegen auch sie in diese unvollständig bleibende Liste der Akkordik hinein gehört.

1161/15: Historie: Rock´n Roll, ich gab Dir die besten Jahre meines Lebens!

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Kevin Johnson „Rock´n & Roll, I Gave You The Best Years Of My life“

(Auszug aus DDR-Lexikon)

Rock´n Roll, ich gab Dir all die besten Jahre meines Lebens… (aus einem Song von Kevin Johnson)

Die Definition des Rock ’n‘ Roll in einem DDR-Lexikon wurde unter Mitwirkung zahlreicher Fachwissenschaftler erstellt. „WD“ steht für West-Deutschland. Quelle: „Kleines Lexikon A-Z“, Verlag Enzyklopädie Leipzig, 1959.

Was aber geschah am 7. März 1988 in Ost-Berlin?

Antwort

1150/15: Positionen: Ein dreifach Tusch auf Roland Kaiser. Und ein Chapeau vom Chef!

Chapeau.

Lieber Roland Kaiser,

danke für die treffenden Dresdner-Worte, gerichtet an die irrlichternden Vertreter der #Pegida-Montagsaufmärsche gegen Völkerverständigung, für die Spaltung der Menschheit in gute und schlechte Menschen und vieles mehr. Wie sagte doch die Sirene der Pegida, Kathrin Oertel? Zitat: „Lieber Roland Kaiser, seit Jahren verfolge ich Ihre Musik. Ich war ein großer Fan von Ihnen. Aber sie haben sich politisch verkauft!“ – Wir schreiben’s hier schnell mit, wir, das ist die Lügenpresse!

Das rockt. Und wie…und wer genauer wissen will, worüber wir hier reden: Einfach mal die Tagespresse zum Thema Roland Kaiser Dresden durchleuchten. Und die ganzen Lügen aus Dresden in die Schrottpresse der Geschichte, in die Lügenpresse. Bis der ganze Saft aus- und weggelaufen ist. Einer der großen Humanisten des letzten Jahrhunderts zieht hier demnächst seinen Hut und ruft leise lächelnd: „Je suis Charlie.“

Roland Kaiser rockt und ist sich nicht zu schade, etwas zur Klärung beizutragen:  Er fordert nun dazu auf, der „Angst vor dem Unbekannten Neugier“ entgegenzusetzen und sich „vorbehaltlos auf Menschen einzulassen“. Kein Wunder: Roland Kaisers Gitarrist hat den „Led Zep-„Faktor. Sagte jedenfalls Roland Kaiser, als er ihn bat, ihn gitarristisch zu begleiten.

Überhaupt: Wir freuen uns über einen regen, agilen und offensichtlich sehr wachen Roland Kaiser. Jauchzet, frohlocket! Und danket dem Herrn!

An der Gitarre vom Kaiser: Torsten „Todd“ Wagner, der „Lord of the Rings„. Es freuet sich in unserem Herzen die kindliche Kaiserin…

1092/14: Sängerin gesucht: Es ist schwierig. Auch für die Sängerin!

SängerIn gesucht?


Wo ist eigentlich die Eins?

Am 14.06.14 diskutierten Musiker in Berlin-Moa-Beat eine wichtige Frage: Wo ist die Eins? – Sie kommt vor zwei, drei und vier. Im Ergebnis überraschend, wenn wir genau zuhören, stellen wir fest, dass es auf diese Frage mehr als eine richtige Antwort gibt. Denn wie der Keyboarder zum Drummer sagt: „Du hast überhaupt nicht zugehört!“. Die Eins kann bspw. auch da sein, wo der Rattenschwanz (an Akordik) ein Ende hätte. Oder so ähnlich. Am Ende führen beide Betrachtungen zum gleichen Ergebnis: Die Eins steht stets ganz vorn, unmittelbar am Anfang. Man muss also gar nicht genau zuhören. Diese Erkenntnis war es wert, der Öffentlichkeit erzählt zu werden. Künftig herrscht Klarheit. Auch über die gegenseitige Wertschätzung, worum es im Folgenden geht.

Der hier eingangs verwendete Banner ist ca. 4 Jahre alt. Ich werde ihn daher nicht kaufen, er ist zerkratzt. Das Luftkissenfahrzeug ist voller Aale.

Sänger gesucht. Sängerin gesucht. Wo sind sie? Sängerinnen suchen, in Singsing und anderswo. Manchmal kommt dabei heraus: Nur Singsang. Singsing, also der Wille, mehr als eine Probeprobe zu veranstalten, das hängt von vielem ab. Von der Sängerin, aber auch von den Macken der Mitmusiker, von ihrer Einstellung. Und von ihrer Unsensibelheit gegenüber leicht verletzbaren Seelen.

Popcouchcoaches allerorten unterwegs. Wichtige Miene zum verkniffenen Spiel. Die noch nichts erreicht haben, aber schon mal so tun, als wären sie wichtig. Unheimlich wichtig. Dabei ist Singen eine sensible Angelegenheit, es betrifft Sänger und Sängerin zutiefst. Es ist ein persönlicheres Instrument als die gekauften aus Japan, mit Chromfittingen und Markenemblem.

Es ist irgendwie „die eigene Seele“, die man verkauft.

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Dark Side Of The Huhn

1068/14: Kritik: Zum Pink Floyd Album „The Endless River“, Titelbildern, Toten, Hühnern und dem „missing link“ am Keyboard

der Kritiker: MRR in jungen Jahren!

Die guten Dinge haben ihre Zeit. Und bleiben in den Erinnerungen schön.

Jetzt ätzt der Spiegel gegen das neue, von einem 18-jährigen entworfene Cover der kommenden Pink-Floyd-CD, einem Sammelsurium von alten Aufnahmen aus dem Jahre 1994 (CD „The Division Bell“). Das war auch schon nicht mehr Pink Floyd. Die Puristen unter den Anhängern jedenfalls vermissten Roger Waters seinerzeit. Musikalisch war das Album leider kein Höhepunkt der Band.

Vor einigen Jahren befasste mich das Lesen von Artikeln über Pink Floyd aus passender Gelegenheit. Bei all meiner Verehrung als bekennender PF-Fan blieb der Eindruck haften: Das war auch ein zerstrittener Haufen zuletzt. David Gilmour ist ganz sicher ein „head“, ein Kopf, vielleicht sogar ein Dickkopf. Er weiß, was er will. Das wusste er immer.

Ein zumindest merkwürdiges Gefühl beschleicht einen angesichts von weiteren Presseveröffentlichungen.

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Fotoserie "A Crowd Of People Stood & Stared"

1065/14: Fotoserie: ‚A Crowd of poeple stood & stared‘, „a passion of love“

Fotoserie "A Crowd Of People Stood & Stared"

Fotoserie „A Crowd Of People Stood & Stared“

A crowd of people stood and stared
They’d seen his face before
But nobody was really sure
If he was from the House of Lords
A Day In A Life – Beatles, Auszug

Bier trinken. Flaschenbier.

Niemand weiß, woher der Biertrinker wirklich kommt. Aus welchem Umfeld. Warum er sich so gibt, wie er sich gibt, als ein aufrechter, Bier trinkender Fan. Er ist Bestandteil eines Publikums und erregt unsere Aufmerksamkeit. Wir fertigen heimlich ein paar Fotos von ihm an. Aus Überzeugung.

Er trinkt sein Bier nachmittags, aus Überzeugung. Und trägt sein T-Shirt vor sich her, rücklings lesen wir „Fucking racism“, das ist gut. Er ist der Gute. Aus Überzeugung.

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1053/14: Literatur: Nina Hagen „Bekenntnisse“

Nina Hagen Bekenntnisse

Erst mal Ufo, dann Shiva, und jetzt noch Jesus. Also, was ich so nicht gewusst habe, dass Nina ein unglaublich liebenswürdiger Mensch ist, ein Mensch, der so voller Liebe ist, wie ich das im Grunde genommen eigentlich selbst erlebt habe. (Bernhard Meuser, Verleger ihres Buchs „Bekenntnisse“) – Nina Hagen ist bekennende Christin. Die Sängerin und Schauspielerin ist berühmt für schrille Outfits, markante TV-Auftritte und ihre imposante Stimme. Sie hat viel erlebt, auch viel probiert und legt nun in ihrer Autobiographie ganz persönliche „Bekenntnisse“ nieder. Auf dem Ökumenischen Kirchentag in München und bei ihrer Lesung in Friedberg begleitete Bibel TV-Redakteurin Anna Dressel die frischgetaufte Nina Hagen.

Ausgerechnet „bibel.tv“, das sagt ja schon alles, ist man schnell daher mit irgendeinem krassen Schnellurteil. Doch der Film ist sehr gut gelungen und ziemlich nahe dran an einer  liebenswerten, charismatischen und geschichtsträchtigen Frau der deutschen Zeitgeschichte: an Nina Hagen dran bleiben, kein leichtes Unterfangen.

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1008/14: Positionen: Die Diskussionen um „arm oder reich“ in der Kirche haben Pause, wenn Gott nach Berlin kommt

Helmut.Kohl

Prince-Eintrittskarten

Wohin unsere Musik live tendiert bei einigen wenigen, zugegeben fast göttlichen Musikern und ob das Witz oder Aberwitz ist? Je suis don’t know. Ich kann mit so hohen Zahlen als Schlagzeuger nicht rechnen. Mehr als vier auf’m Flur (on the Floor) ist kniffelig. Aber mehr als 250 Möppen für einen Abend pro Person: Herrschaften!

Sexy MF: Thomas Strauß aus Berlin ist bekennender Prince-Fan. Nun zwischerte die Newspresse vom überraschenden, zwischen geschobenen Gig des Kleinstmeisters aus Minneapolis mit Mädchenband 3rdeyegirl. Schnell ein paar Karten besorgt. Halleluja.

Nun preiset den Herrn, wenn Ihr´s Euch leisten könnt. Alle andere bleiben draußen. Prince sagt: „Weil ich es mir wert bin.“ So bekommt der Prince-Song „Thieves In The Temple“ eine ganz andere Bedeutung, im Nachhinein.

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Erzählt - ein Mikrofon aus Bulgarien

908/14: Positionen: Klassische Sänger, Mikrofonierung, Gesangstechnik, Sekt und Konsomolken wie der Casapietra

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Erzählt - ein Mikrofon aus Bulgarien

Jerusalem von Stahl, Eisen und Finsternis,
Durch Deine Mauern haben wir Dich befreit,
Die Soldaten rannten hinein in Blut und Rauch,
Und nach dem Tod kam die Trauer …

(aus: „Jerusalem aus Gold“)

Aus meiner persönlichen Erinnerung folgender Aspekt, und darauf schnell einen Sekt:

Meine Mutter ist schon seit längerem verstorben. Sie war früher Artistin, mein Großvater war sogar ein sehr berühmter Hochseilartist und ist in dem Film „Truxa“ von 1936 als Double dieser Filmfigur zu sehen. Später erwarb er die Rechte, diesen Namen exklusiv zu nutzen und trat u.a. im Berliner Wintergarten auf und war so berühmt, wie heutzutage Michael Jackson berühmt war – na ja, mit geringfügigen Abstrichen, selbstverfreilich.

Daraus jedenfalls schloss Mutter zu wissen, wie es hinter und auf der Bühne abging. Also wirklich abging. Nach welchen Regeln dort die Künstler ticken und wie der technische Usus dessen war. Mit zum Teil lustigen Ergebnissen. Eins davon ist das hier.

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863/13: Positionen: „Wenn man sagt, die achtziger Jahre sind ein Reinfall gewesen, ist das noch ziemlich geschmeichelt.“

Von Laabs Kowalski

Header Legenden - Früher war´s  und besser...?

(Auszug aus dem Buch: „Rock Around The Clock – Die Wahrheit über 60 Jahre Pop & Rock und nichts als die Wahrheit“.)

Wenn man sagt, die achtziger Jahre sind ein Reinfall gewesen, ist das noch ziemlich geschmeichelt. Sie stellen vielmehr ein Jahrzehnt der Verfehlungen dar, gelenkt und ruiniert von Figuren wie Reagan, Thatcher und Kohl. Was zählte, war das Durchsetzen eigener Interessen, und das bedeutete: Geld machen, in möglichst kurzer Zeit so viel Kohle abgreifen wie möglich. Auf der anderen Seite waren die Achtziger rücksichtslos albern. Die Frauen staffierten sich wie Nutten aus und trugen Ohrgehänge aus grellfarbigem Plastik. Männer zwängten sich in Anzüge und Bundfaltenhosen und fielen in Ohnmacht, sobald ihre Bügelfalte an Schärfe verlor.

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858/13: Positionen: Wem ich die besten Jahre meines Lebens gab? Vielleicht dem Rock´n Roll? Eine Standortbestimmung

Header Legenden - Früher war´s  und besser...?

„I Gave You The Best Years of My Life“ – Von Laabs Kowalski

Laabs Kowalski, Jahrgang 1963, lebt als freier Autor in Köln und fällt uns auf mit starken Texten. Einer davon erzählt von früher und was davon noch übrig blieb. Wie geschaffen für einen Blick durch die historische Brille. Chapeau!

Leute, die früher von Musik besessen waren und nach Fehmarn fuhren, um Jimi Hendrix live zu erleben, fahren heute einen Fiat Loser und verbringen ihr Dasein damit, Alimente zu zahlen. Das Leben war nicht gut zu ihnen, und manchmal fragen sie sich heimlich, warum. Etwas später in ihrer bereits ausklingenden Jugend trugen sie Platten von Tangerine Dream und Ash Ra Tempel mit sich herum und gaben sich intellektuell und verwegen. Hin und wieder trifft man sie heute, und sie wähnen sich lässig, weil sie das Haar um ihre Glatze herum langwachsen lassen und zu einem dünnen Pferdeschwanz binden.

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855/13: Die Wunderbare Welt der Kleinanzeigen: Er ist abends immer müde, doch am Morgen gibt er Gas

Header Wunderbare Welt der Kleinanzeigen

Jeder trägt einen anderen inneren Hund mit sich herum. Hier beschreibe ich einige davon. Und auch meine…

Trude Herr sang „Ich bin morgens immer müde“. Der Song ist jetzt auch Jüngeren bekannt, weil Laing aus Berlin den Song neu aufgenommen haben. Damit wurde er zu einem (neuen) Hit. Die Frauen machen das mit Klasse.

Ein richtiger Ohrwurm.

Bei Musikern kann es aber auch anders rum sein. Z.B. wenn sie sagen: „Ich bin abends immer müde“.

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850/13: Positionen: Was Wolfgang Dauner von der Jazzförderung hält: „IN STUTTGART WIRD DER JAZZ VERBRANNT“ #MSP

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MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

Wolfgang Dauner, der „Frank Zappa des Schwabenlandes“ (* 30. Dezember 1935 in Stuttgart), ist ein deutscher Keyboarder, Jazzpianist und Filmkomponist. Sein Sohn, Florian „Flo“ Dauner (* 3. Januar 1971 in Stuttgart) ist ein deutscher Schlagzeuger und Musikproduzent. Dauner Jr. arbeitet regelmäßig mit der deutschen Hip-Hop-Band Die Fantastischen Vier zusammen, trommelt bei Paul van Dyk und bei vielen anderen „Acts“. Wenn so aus Jazz Rock, Pop und populärste Musik wird, liegt´s in der Familie…, mit anderen Worten. (mit Mitteln der deutschen Wikipedia)

Wolfgang Dauner teilt auf seiner facebook-Seite mit:

IN STUTTGART WIRD DER JAZZ VERBRANNT

Die Landesregierung: Der Studiengang für Jazz und Pop wird abgeschafft.

Jazz ist DAS musikalische Phänomen unseres Jahrhunderts-viel mehr noch als moderne Konzertmusik, 12 Tonmusik, Rock und all das andere, ja, man kann sagen , er ist überhaupt DAS hervorstechende künstlerische Phänomen des 20.und 21.Jhdts.

Der Jazz bedarf deshalb der gleichen Sorgfalt, Pflege, Förderung, auch natürlich Subventionen wie alle die anderen Künste – und wir wissen: Die bekommt er nicht. Die erstaunliche Kraft des Jazz liegt darin, dass er Rap, Disco, Techno, Blues und all das andere genährt hat. Wir können hören: Ernährt sie noch immer, er wird sie auch im kommenden Jhdt. nähren.

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843/13: Positionen: Innensenator Frank Henkel (CDU) hat Ahnung von Musik #Zitate

Presseecho - Medienecho

„Weil er musikalisch und künstlerisch nicht viel drauf hat, ist er immer darauf angewiesen, sich durch Aufmerksamkeitserzeugung ins Gespräch zu bringen.“ (über Bushido)

Ohnehin überlegen wir seit ein paar Tagen, wie wir dem Ausfall des als „Rüpel-Rapper“ bezeichneten Herrn Bushido hier musikalisch entgegnen? Im Grunde mit Ignoranz. Nicht beachten, was der Mann so macht. Und dann gibt es Myriaden Fans dieses geistig-moralischen Brandstifters. Können Myriaden Fliegen nicht irren?

Der vielleicht CDU-freundlichste Kommentar dieser Tage kommt von blackbirds.tv, der vielleicht durchaus anderer Meinung gewesenen Website Berlins. Hier sagt die Website: Hast fein gemacht, Innensenator. Frag Frank!

_link Lotse

836/13: Positionen: In den Besenkammern der eigenen Möglichkeiten, von Dirk Zöllner und einer neuen CD „under construction“

Dirk Zöllner (Foto: © Rubini Zöllner)

Dirk Zöllner (Foto: © Rubini Zöllner) – mit Dank


Komm, wir setzen die Segel! (by Dirk Zöllner, CD-Ausschnitt aus „Uferlos“, nachbearbeitet)

Ab heute ziehen wir uns ins Studio zurück und die Geburt eines neuen Zöllneralbums wird eingeleitet. Mit André Gensicke, Marcus Gorstein, Andreas Bayless, Oliver Klemp, Heiko Jung und Marcel All Orange Music. Ich bin aufgeregt. (sagt Dirk Zöllner auf facebook, aktuell, und leitet damit eine nichtöffentliche Kloster- bzw. Werkstattphase ein) – Wir fragen uns: ..kann´s noch besser werden…? „Uferlos“ war schon ein Meilenstein, finde ich. Und nach „7 Sünden“ ein ziemlicher Schwenk…. – Dirk Zöllner sagt: „Ich weiß es nicht.“ Genau. So ist es.

Während der Sommer im Monat Juno des Jahres 2013 in die Vollen geht, meldet Dirk Zöllner, sich dieser Tage einschließen zu wollen. Nicht im Kloster Andechs wie Horst Seehofer oder den Südtiroler Bergen, wie Adson von Melk, der junge Novize in „Der Name der Rose“, der seine persönliche, erstmalige „Klosterfrau Melissengeist“ kennenlernt, sie besteigt und mit ihr (körperliche) Liebe macht. Der graue, altehrwürdige William von Baskerville (Sean Connery) kommentiert süffisant: „Ich verfüge zwar nicht über den Vorzug Deiner Erfahrung“, zu den fleischlichen Gelüsterfahrungen seines blutjungen Novizen. So sieht Altersweisheit aus, jawoll.

Dirk Zöllner ist eher so „wie Sand“, der Wind trägt ihn umher. „Ich bin die Spur.“

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