Sa. Okt 1st, 2022


John Cage – 4’33“ (BBC) – via Youtube

Ein Anschwellen von Tönen nennt man nicht Erektion, sondern Crescendo. Ein Abschwellen nicht „coitus interuptus“, sondern decrescendo. Vielleicht ist das für das Verständnis dieses Artikels allerdings hilfreich zu wissen. Oder?

Es ist ein schwelgerisches, überschäumendes Stück, diese Darbietung von John Cage in insgesamt drei Teilen. Schaut es euch intensiv an und lauscht (=lauschen, dann autschen). Berühmte Vorbilder, besser Inspirationsquellen gab’s genug, bspw. Simon & Garfunkel (Sounds of Silence). Und außerdem ist bald Weihnachten, stille Nacht, heilige Nacht. Nun kämpfen Musiker naturgemäß dagegen an und machen Lärm, um gehört zu werden, aber bei längerem Nachdenken ist da schon was dran: Musik ist nicht nur, was man hört, sondern auch das dazwischen! Denkt mal drüber nach!

Die besten Songtexte, finde ich seit langem, sind diejenigen, die mir nicht sagen, wie ich zu denken habe, sondern bei denen große Bilder im Kopf entstehen! Ich brauche kaum Anklagen, Revolten oder soziale Anliegen, die ich im besten Fall gerade noch gut finde, meist aber mit vollkommen anderen -eigenen- Augen sehe, wie mancher Künstler, der  mir da textlich eins überhilft. Ich brauche ehrlichen, ungetunten Input von außen und ich filtere, was ich sehe, durch eigene Augen. Das hier oben ist allerdings „ganz großes Kino“!

(Danke, Wigald)

Ein Gedanke zu „372/10: Video des Tages: Cohn Cage schuf einen Klassiker der Musikweltgeschichte von 4:33 Minuten“

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