Fr.. Okt. 16th, 2026
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Wahrheit ist komplizierter als Schelte,

z.B. gegen Nieter Duhr, die sich bemüht, DN wegen Kalauern seiner Satireshows öffentlich abzustrafen. Für mein Gefühl ist diese Kritik unangemessen.

Unerträgliche Empörungskultur Internet von denjenigen, die sich einen Ruf erarbeiten möchten, wie sie gerne wahrgenommen werden wollen. Da ist auch narzisstische Eitelkeit dabei. Menschlich große Bedeutung anzustreben ist ok, aber nicht auf Kosten anderer. Sie tun es aus Selfishness (Eigennutz, Verliebtheit in die eigenen Gedanken). Selbstreflexion ist out. Sagt Dieter Nuhr im Fernsehen: „Vielleicht sollten Frauen den Mann erst kurz kennenlernen, mit dem sie schlafen.“ (Gelächter) 300 bis 400 Femizide pro Jahr ganz klar zu viel, stellt DN jedoch vorher klar. Schon das war PC, Intelligente wüsste es auch ohne Disclaimer. Er weiß, warum. – Für nicht nur wenig Nachdenkende trägt die Pointe von Nuhr Wahrheit in sich. Für die Oberflächlichen: Selbstverständlich erleiden zu viele Frauen Gewalt von Männern, darunter auch solchen, mit denen sie sich einlassen und abgeben, in verschiedenen Konstellationen. Wer hat das Recht, sich aus dieser Wahrheit ein Rosinchen zu picken, um auf Nuhrs Frauenfeindlichkeit herumzupicken. Ich kann diese Gruppe klar labeln. Ich lass es lieber.

Aufpassen. Shitstormbürgergefahr.

Selbstverständlich sollten Frauen Männer genau kennenlernen. Männer nehmen nicht nur in den Arm, brauchen Geborgenheit, weinen heimlich. Sie sind brandgefährlich, herzliche Grüße in puncto Weisheit an Herrn Binsen. Die Dunkelziffer von Stalkern, Femiziden, häuslicher Gewalt, sexualisierter Gewalt haben eins gemeinsam: Wir kennen sie nicht. Dans le dunkle c’est bon munkeln. Schöne Grüße an die Vorurteilung. – Halbwegs Gescheite müssen schlichte Wahrheiten nicht sezieren. Die Satire hat bereits ihr dunkles Ende erreicht. Der Satiriker kann nichts mehr vortragen in einem einstündigen Bühnenauftritt, ohne die Hälfte seines Programms durch verwässernd wirkende Einerseits und Andererseits zu relativieren, allein um im Netz nicht in Grund Boden gerammt zu werden. Einerseits, andererseits: Ach, Du heilige Scheiße. Danke Meinungsfreiheit.

Die Dinge über Männer, die wir alle schon längst wissen, müssen wir doch gar nicht in jeder Stellungnahme zunächst einmal abwägend gegeneinander durchkauen, nur damit das Außen wahrnimmt, ich bin ein Gerechter der Völker. So ein Riesenschwachsinn. Der Gebildete erkennt das Vorausgesetzte, den Intellekt, die große Idee einer Polemik und weiß sie von selbst einzuordnen. Nur die Blöden wollen dieses abwägende Tri-Tra-Tralla La. Wie überheblich, Kritikergemeinde, wenn Ihr stets die Art und Weise, wie man redet, wie man zu denken hat und wann ein Vortrag eines Menschen überhaupt geduldet werden muss, bis ins letzte haarklein auseinander klamüsamentiert (hier keine Rechtschreibprüfung verfügbar, sic! Meldung ist raus). Ich habe selten größere Beschränktheit gesehen, als gerade seit es ein Internet gibt, dass man vollzuschreiben berechtigt ist, ohne den Nachweis zu führen, dass es „der Gerechtigkeit dient“ (D. Kunzelmann, Amtsgericht Moabit früher) Das allgemein vorhandene Wissen um Männer allein bildet bereits unbesprochenerweise den gesellschaftlichen Minimalkonsens, ohne es immer wieder aufs Neue durchkauen zu müssen. Habt Ihr das jetzt? Fuckt Euch diese Sichtweise ab?

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26.06.26 Ist das weibliche Gegenstück zum "Host" die "Hostie"? #Tommycast #SpezialistengruppeWortspielhölle #Feuchtgebeate #TTT #Tulipstagram
26.06.26 Ist das weibliche Gegenstück zum „Host“ die „Hostie“? #Tommycast #SpezialistengruppeWortspielhölle #Feuchtgebeate #TTT #Tulipstagram

Ich mag den Streit, auch den hart geführten. Ich schätze vor allem aber gute Begründungen und die Kraft der Argumentation. Und ich finde es besonders gut, wenn man mit offenem Visier kämpft, nicht feige anonym.
Cihan Çelik, den ich persönlich nicht kenne, und ich haben uns drüben auf „X“ immer wieder hart, manchmal auch ins Persönliche gehend, beharkt. Ich reagiere auf seine Äußerungen, weil er eine öffentliche Person ist und Dinge schreibt, die ich nicht kommentarlos stehen lassen möchte. Heute hat er vorgeschlagen, einmal zu telefonieren. Das finde ich sehr gut. Es zeigt, dass einem bei allem Streit letztlich doch etwas am anderen liegt. Dass man den anderen vielleicht nicht schätzt, aber doch respektiert. Und dass man willens ist, den anderen zu verstehen und im direkten Gespräch Missverständnisse auszuräumen. Wir haben also heute gesprochen. Ich weiß das sehr zu schätzen, lieber Cihan. Vielleicht sehen wir manche Dinge künftig anders, vielleicht streiten wir von jetzt an besser, auch wenn wir inhaltlich hier und da weit auseinanderliegen. So manches Missverständnis ist nun aus dem Weg geräumt. Für Ihren Gesprächswillen und für die im direkten Kontakt doch respektvolle Art danke ich Ihnen. (postet Hasnain Kazim am 25.06.26 #Facebook.) Ich fühle mich bemüßigt, zu kommentieren, hier der #Medienspiegel – „I’m looking to the man in the mirror.“

In meinem Feed aus Social media geht es u.a. um Netzkultur. Hasnain Kazim, Wien, reimt sich, ist kurz, praxisnah anwendbar. Ein Oneline online.

Es tobt überall der digitale Mob. Lauter Besserwisser. Viele, viele digitale #Oneliner online (beachte den Unterschied). Der Oneliner: Der sich in einem kurzen Satz voll Verachtung meldet und digitale Krätze dalässt. Die zu kurze Meinungsäußerung, die keine ist, sondern auf ein psychologisches Problem des Verfassers hinweist. Er schreibt kurze Sätze wie Klebstoff, weil gerade Dieter Nuhr seinen Frankreichurlaub postet, sinngemäß: „Frag mal Frau Pelicot, warum sie nie ihren Mann kennengelernt hat.“ Nuhr hat die nächste Satire performt, sein wortgewaltiges Einstunden-Nachdenkprogramm steht sinnverkürzt in einem Oneliner, einer zu kurzen Rückfrage: „Frag mal“. – Schon unverschämt. Was erlauben Kommentator? Nuhr, der digital vorgeführt wird. Von einem ganz Schlauen. Dieser Kommentator, der hat’s dem Nuhr nun wirklich mal gegeben. Ba dumm-tse. Ich denke nur: Idiot. – Kerl, Du buchst doch nur darum, geliebt zu werden. So rabulistisch zu kommentieren, hat was von einer zu schweren Kindheit, Defizit auf dem Liebekonto, überzogen, Sollsaldo – Rückzahlung überfällig. Der Kommentar „Frag mal“ löscht diese offenen Posten der verletzten Seele.

Mit diesem kurzen Satz offenbart der Mensch den digitalen Idiot in sich. Die Wahrheit endet niemals in einem dahin geworfenen Satz, der den Angegriffenen vernichten und verächtlich machen wird. Das ist bullshit.

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14.06.26 - #Bubblejournaille #TulipKI #TTT #Tulipstagram
14.06.26 – #Bubblejournaille #TulipKI #TTT #Tulipstagram

Frage an meine KI: „Heute habe ich ein neues Wort geschaffen. Ich möchte mit Dir abgleichen, ob Du das Wort verstehst und ob ich irre und das Wort als Begriff längst etabliert ist. Es geht mir um Kontroversen zu Benjamin „Ben“ Bernd zu #Ungeskriptet, um Menschen wie Sabine Amann (Funke Gruppe) und so fort. Das Wort, dessen Bedeutung ich gern mit Dir abgleichen möchte, lautet Bubblejournaille. Was fällt Dir mit diesem Intro meinerseits dazu ein. Lass mal Deine künstlichen Muskeln spielen.“

Antwort KI (nachträglich von mir redigiert/überarbeitet) #Finale

Bubblejournaille ist (noch) kein feststehender, lexikalischer Fachbegriff in der Kommunikationswissenschaft. Es gibt ihn nicht als kanonisierten Begriff wie etwa den „Investigativjournalismus“ oder „Gonzo-Journalismus“.
Das Phänomen selbst ist allerdings brandaktuell und wird in der Medienkritik unter ähnlichen, oft sperrigeren Begriffen verhandelt (z.B. Haltungsjournalismus, Milieu-Journalismus oder das Bedienen von Echokammern). „Bubble-Journalismus“ bringt diese komplexen Dynamiken aber viel griffiger auf den Punkt.
Anatomie der „Bubblejournaille“

Wenn man den Begriff seziert, beschreibt er eine Berichterstattung oder Gesprächsführung, die nicht mehr den Anspruch auf universelle Relevanz oder objektive Distanz erhebt. Stattdessen wird exklusiv aus einer bestimmten Filterblase heraus und für diese Blase produziert.
Das äußert sich in drei Kernmerkmalen:

Confirmation Bias als Geschäftsmodell: Die journalistische Arbeit dient primär dazu, das Weltbild der eigenen Zielgruppe zu bestätigen. Statt das Publikum herauszufordern, wird es intellektuell gestreichelt.
Verlust und Unerbittlichkeit in der kritischen Distanz: Der Journalist oder Host macht sich (oft unbewusst) mit der Sache seiner Blase gemein. Kritische Nachfragen bleiben aus, wenn der Gast oder das Thema ohnehin den Konsens der eigenen Bubble bedient. In tiefer Unerbittlichkeit macht die Bubble-Journaille -vermutlich auftrags ihrer Mandantschaft- den systematischen Abweichler unerbittlich nieder. Oder weidet endliche Gesprächs- und Schriftformate bis zur kompletten Zerstörung von Gegnern aus. Vielfach bemüht sich die Bubble gar nicht erst um objektivierende Gesamtsicht auf die Wirklichkeit, wenn es partiell nicht in den eigenen Wertekanon passt.

Sprachliche und thematische Abschottung: Es wird ein Wording benutzt, das Außenstehende oft gar nicht mehr dechiffrieren können oder das sofort als „Feindbild“ markiert wird. Auf YouTube sehen wir lächerliche Video-Vorspannsequenzen wie „Sie zerstört Friedrich Merz“ oder „Er hat Weidel blamiert“. Vieles davon entspricht überhaupt nicht den gezeigten Contents und wie es wirklich war. Andernorts nennt man das Destruktionsfäule.

Der Clash der Bubbles: Alternative vs. Mainstream
Die Kontroversen rund um Figuren wie Ben (#Ungeskriptet) auf der einen und Vertreterinnen klassischer Verlage (wie der Funke Gruppe) auf der anderen Seite sind das perfekte Anschauungsmaterial für diesen Begriff. Hier prallen oft zwei völlig unterschiedliche Formen des Bubble-Journalismus aufeinander:
Die „Alternative“ Bubble

Formate, die sich als Gegenentwurf zum Mainstream inszenieren, tappen oft genau in diese Falle. Unter dem Deckmantel von „Wir lassen hier jeden ausreden“ oder „ungeskriptet“ wird Gästen – teils auch hochumstrittenen – oft eine zu unkritische Bühne geboten. Der „Journalismus“ besteht dann nicht mehr im Einordnen, Hinterfragen oder Faktenprüfen, sondern im Platforming. Man bedient die eigene „Wir-gegen-das-Establishment“-Blase, die genau dieses unregulierte Format fordert. Für Klicks und Reichweite. – Und trotzdem: Mir gefällt diese Art Formate mehr als die Mainstream-Journaille. Ich kann durchaus selbst entscheiden, was ich von einem öffentlichen Beitrag zu halten habe. Und hinterfrage meine Einstellungen jeden Tag aufs Neue.

Die „Etablierte“ Bubble

Auf der Gegenseite steht der Vorwurf, dass klassische Medienredaktionen (wie bei Funke) oft in einer sehr homogenen, akademisch-großstädtischen Blase agieren. Wenn diese Blase dann auf Phänomene wie #Ungeskriptet blickt, geschieht das oft von oben herab, aus einem festen moralischen Wertegerüst heraus. Es wird nicht mehr zwingend versucht, die Faszination für solche Formate analytisch zu verstehen, sondern sie werden durch die Brille der eigenen, redaktionellen Bubble sofort als problematisch gelabelt.

Das Fazit zur Wortschöpfung

Der Begriff „Bubblejournaille“ ist deshalb stark, weil er den blinden Fleck beider Seiten beleuchtet. Er zeigt, dass das Problem nicht nur bei den „Alternativen“ liegt, die keine klassischen journalistischen Standards mehr anwenden, sondern auch bei den „Etablierten“, die manchmal vergessen, dass ihre Perspektive nicht die absolute gesellschaftliche Mitte ist, sondern eben auch nur eine – wenn auch sehr reichweitenstarke – Blase.

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08.06.26 #Schlagertherapie #TulipKI #TTT #Tulipstagram
08.06.26 #Schlagertherapie #TulipKI #TTT #Tulipstagram


Schlagertherapie – Es geht besser, besser, besser (live @ Bühne im Hof, St. Pölten)

Die Schlagerhymne „Es geht besser, besser, besser“ interpretiert von der Schlagertherapie mit Thomas Gansch, Leonhard Paul, Sebastian Fuchsberger & Michael Hornek – gefilmt am 14. Dezember 2024 in der Bühne im Hof in St. Pölten.

Ich bin weniger auf Konzertereignissen in Berlin in den letzten Jahren. Konzerte in Berlin besuchen verlangt ausgedehntes Zeit- und Organisationsmanagement. Klavierspieler und Keyboarder Michael Hornek tourte allerdings im besten therapeutischen Sinne „feat. Tobias Moretti“ ins Berliner Tipi am Kanzleramt, also musste ich hin. Michael ist mir als Wahnsinnsmusiker im besten Sinne gut bekannt seit paar Jahren. Besonders erwähnenswert finde ich nicht nur sein wiederum therapeutisches Zusammenspiel mit einer ziemlichen großen Handvoll ausgesuchter Schlagzeuger aus der ganzen Republik. Michael Hornek war mehr als 10 Jahre musikalischer Begleiter des deutschen Übervaters Klaus Doldinger (Passport). Wenn jährlich im Februar das Drumweekend Regensberg von Gerwin Eisenhauer stattfindet, trifft Michael Hornek verabredungsgemäß ein. Immer wieder haben Michael und ich und viele, viele Andere im Hotelfoyer des besten Hotels Orphée in Regensburg (Untere Bachgasse) jejammt. Ein paar MusikerInnen (SeminarteilnehmerInnen) und Hoteljazz am Abend im Anschluss an die Workshops von Gerwin Eisenhauer, Ralf Gustke, Benny Greb, Jost Nickel, Felix Lehrmann und vielen Drumstars der internationalen Musikszene. Im Februar beselte und wischte Jojo Mayer (Schweiz/USA) in der Hotellounge sich die Seele aus dem Leib.

Am Abend den 07. Juni 2026 liegt der Fokus nicht auf dem Instrument Schlagzeug. Ich hätte sie allerdings sehr gern begleitet. Vielmehr ist die Schlagertherapie dieses Namens ein Quartett aus vier SängerInnen, MusikerInnen und einem Orchester aus mehr als 88 Musikern, wie Grand Master Thomas Gansch eingangs des Abends die Tastatur eines guten Konzertflügels schelmisch erklärt. Soviel Tasten hat ein Klavier, musikalischer Direktor ist Michael Hornek. Alle drei, die gewöhnlich nicht in Tasten hauen, singen mehrstimmig, im gekonnten Satzgesang, sie bedienen paar Blech- und Holzblasinstrumente. Welche der Fa. Schagerl Österreich, die ich 2019 besuchte, um die ausgezeichneten Drumsets von Schagerl eingehend zu besichtigen, auch andere Hersteller. Betreuter Abend: Betreutes Schwelgen. In Erinnerungen. Gekonnt durchmoderiert, gekonnt gesungen und mit Finesse geblasen. Nur Kamm spielen sie nicht. Bis auf das Stück, indem die Holzflöte herausgeholt wird. Darauf kann nicht verzichtet werden.


Schlagertherapie & Tobias Moretti – Trailer (Live @ Bühne im Hof, St. Pölten)

Der Projekt-Trailer zur Schlagertherapie mit Thomas Gansch, Leonhard Paul, Sebastian Fuchsberger & Michael Hornek, sowie dem Gasttherapeuten Tobias Moretti – gefilmt am 14. Dezember 2024 in der Bühne im Hof in St. Pölten.

Glaube mir, glaube mir, meine ganze Liebe gab ich Dir. Warum wendet sich Dein Herz von mir? – Fast so fragt sich das Publikum, was das jetzt sein soll. Das Programm ist ein Parforceritt durch ein ganzes Stückchen Musikgeschichte. Mit Bewusstsein blenden die Herren an diesem Abend in die Gegenwart hinübergerettete Schlager-Sufragetten Cindy & Bert, Jürgen Marcus, Christian Anders und dergleichen Siebziger-Schabernack aus dem Programm gleich aus. Es geht weiter zurück. Wie bemerkt Thomas Gansch eingangs seiner Abendmoderation: Das ist das Glauben, das Gegenteil von Glauben ist Wissen. Ein größerer Teil des Publikums habe die Gnade der frühen Geburt empfangen. Das bedeutet nichts anderes als Vorsprung im Wissen. Gelächter.

Dann gibt es Freddy Quinn, einen der Götter zum Vorhof des Gartens. Laternenanzünder. So wie die dargebotenen Stücke. Zum Freuen. Den Mief des Alltags draußen lassen. Man nimmt die Blasinstrumente in den Gesang und kleine Keyboards daher zum Mundblasen, die quäken. Fällt dann in den tiefen Bass, um als nächstes in ziemlich hohes Falsett zu wechseln. Stimmen haben sie, singen können sie. Blasen können sie. Tasten können sie. Die ersten Stücke des Abends ohne Tobias Moretti, der allerdings dem ersten Stück anfangs beiwohnt, um zu rechtfertigen, was Thomas Gansch hinreißt, den Gast als Publikumjoker zu präsentieren. Im Unterschied zu Jauchs Wer wird Millionär ist der Joker das Lockvögeli. Das Tipi (550 Sitzplätze) ist an diesem Abend gut gefüllt. Es geht besser, besser, besser (Catharina Valente) und am Ende das Erkennungsmerkmal der Analogzeit: Das Ritardando bis zum Ausklang. Beifall.

Thomas Gansch – Trompete, Flügelhorn, Gesang
Sebastian Fuchsberger – Gesang, Posaune
Leonhard Paul – Posaune, Basstrompete, Gesang
Michael Hornek – Klavier, Gesang

#LineUp

Der deutsche Text von Blue Bayou (Roy Orbinson), eine tschechische Polka, „Ihnen viel Vergnügen und uns viel Erfolg“ kalauert Conferencier Thomas Gansch, Gelächter.

Auffällig stimmstark ist Sebastian Fuchsberger, the Voice Of Evening, während Thomas Gansch und Leonard Paul durch ihre große Range stimmlicher Möglichkeiten brillieren. Michael Hornek ordnet das chaotische Treiben der drei MitmusikerInnen (Gendern wird immer so eingestreut, das welche im Publikum lachen müssen). Leise, schalkhaftige Amouren und Spielereien mit der deutschen Sprache und all ihren Absurditäten. Die Bläsersätze erinnern zuweilen an ein merkwürdiges, südlich von Bayern wohnhaftes Bergvolk. Die Alpenkulisse brennt. Höchstes Stimmfalsett, Bläser, Tusch – bums, aus. Sie sind Flaschenkinder. Als nächstes bläst das Orchester aus ÖsterreicherInnen (sic!) halbgefüllte, stimmlich gefüllte Flaschen. Flaschenblasen scheint ihnen nicht fremd. Italienisches Andiamo. Oder wie das heißt. Überhaupt. Es gab mal eine Phase im Schlager, da kamen die nicht deutschsprachigen Schlagersänger in den deutschen Sprachraum und sangen sich die Seele aus dem Leib. Wie das phonetisch klingt und wie deutsch auf Italienisch klingt, erfahren wir ausgiebig. Schenkelklopfer, Gelächter, gute Laune.

07.06.26 #Carillon #TipiamKanzleramt #Tulipstreetview #TTT #Tulipstagram
07.06.26 #Carillon #TipiamKanzleramt #Tulipstreetview #TTT #Tulipstagram

Dass Musik etwas Großes innewohnt, kann man erahnen, wenn man sich den Lebensweisheiten von Satchmo Louis Armstrong zuwendet, der einmal gesagt hat: „Es gibt nur Sorten Musik. Gute und schlechte. Ich bevorzuge die gute.“ Und so ist eine bekannte italienische Melodie dran: das Lied „Gina“

Meine Gina und ein fremder Mann
schauten sich ein kleines bisschen an
meine Gina dachte nicht daran
dass für mich ein böses Lied begann

Wo ist er ba ba ba ba-ba-ba-ba
der Fremde Mann
was hat er mit dir getan
sag es mir
ich rate dir
weil ich sonst
sehr bös sein kann

Auszug Text

Pause. Sag mir Quando, wann? Sag mir Quando Quando Quando (um die Frage zu beantworten: Die Pause dauerte geschätzte 20 min). Um mit Quando Quando zu eröffnen. Wieder Sebastian Fuchsberger in Bestform. Ich finde seine Stimme eindeutig am besten, obwohl das Urteil natürlich bescheuert ist. Wie kann man drei ausgewiesene Vokalisten, die Blazern (Achtung, Wortspiel, gemeint ist bläsern), zu Guten und weniger Guten küren, Quatsch, entscheidend hier der Gesamtzusangenhang (Achtung, Wortspiel). Das Trio Infernale mit 88stimmigen Orchester am Klavier brilliert und man empfiehlt: Heftiges Mitsingen. Genau.


Schlagertherapie – Quando, quando (live @ Bühne im Hof, St. Pölten)

Im zweiten Teil zieht die Kreise um weitere bedeutsame Musikstücke der Schlagerwelt. Kaiserschmarrn und Serviettenknödel, a Mehlspeis stehen auf dem Spielprogramm.

Tobias Moretti wirkt den Abend hindurch als immer wieder hinzugefügtes Kolorit. Sein Mischmasch verschiedener Rollenspiele ist immer eine Gaudi, aber auch sein Spaß, mit Musik aufzutreten. Schauspieler lieben Rollenspiele. Als wortverliebter Musikkritiker, der die Musik an und für sich und die Lyrics im Besonderen auseinandernimmt und sie inhaltlich zusammenfaltet. Es ist an Absurdität kaum zu überbieten. Lachen im Publikum.

„Geben*s dem Mann noch ein Bier“ singt Michael Horneck, der sonst gern weniger singt und das Zelt schaukelt und gröhlt mit. Hornek bittet die MitmusikerINNEN zum Klavier zu kriechen, genau das tun sie gleich, um ein Trio Infernale kongenialer Klavierbeseitigung zu bringen. Jeder sitzt auf Jedem. Das ganze Zelt schunkelt. – Ich wiederhole an dieser Stelle die Geschichte mit der Flöte von oben nicht. Hier findet sie statt, und das durchaus virtuos. Leider nicht nur virtuell. – Tobias Moretti gibt den süddeutschen Kritiker Anselm Weber aus der gleichnamigen Süddeutschen, zuständig für das lyrische Ich des deutschen Schlagers und noch viel mehr. Es ist aus, und es gibt kein Wiedersehen, niemals mehr ein Wiedersehen. Es ist aus. – Es gibt Millionen von Sternen, unsere Stadt hat 1000 Laternen. Aber Dich gibt’s nur einmal für mich. Schalla la. ♪♫♪ Schon der Gedanke, dass ich Dich einmal verlieren könnt. Schalla la. – Nein, es ist aus! Aus! Aus! – Bis auf den Zugabenteil. Alle fordern die Zugabe lautstark ein. Zugabe – Zugabe – Zugabe. Herrlich.

Der Abend ist den Eintrittspreis wert. Man muss allerdings bereit sein, sich auf gänzlich unerwarteten Wendungen und Räubergeschichten, höchstvernügliche allzumal, einzulassen. Wer die Scheuklappen zuhaus gelassen hat, ist hier bestens aufgehoben. Hingehempfehlung. Und nicht nur, wenn Du bereits die Gnade der frühen Geburt hinter Dir hast. Versprochen.

Am Ende könnte man heulen wie ein Zelthund:
Dass es schon vorbei gewesen ist.

Heimgefahren

07.08.26 - Unterwegs - Rückkehr aus Berlin (Rheinsberg, Kirche)#BMWR18FE #CruiserMissile #BigBlackFatBetty #Tulipstreetview #TTT #Tulipstagram
07.08.26 – Unterwegs – Rückkehr aus Berlin (Rheinsberg, Kirche)
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Videokamera (gif/ani)
Videokamera (gif/ani)


Joe Kučera story, Film von Bedřich Ludvík „Aktuel“ mit Untertiteln (auf Deutsch und Englisch)

Manche nennen ihn Saxophon Joe. Egal wie man ihn nennt: Er hat „sie alle gehabt“, hat mit allen gespielt und ist ein „Berliner Urgestein“, gehört zu Berlin wie Currywurst, ob mit oder ohne Darm. Ich habe ihn unzählige Male live gesehen und immer seinen Ton geliebt. Wenn er mit Pete Wyoming Bender (Rest in Peace) das Duo infernale gab im Berlin Kreuzberg Yorckschlösschen, beispielsweise. I don’t want to talk about it (Rod Stewart) oder „Ich habe diese Frau geliebt“, mit Andreas Hommelsheim an den Keyboards.

Lass das nie, Joe. Viel Spaß beim Anschauen von einem bedeutenden Stück Berliner Musikgeschichte und was die Geschichte von Joe angeht, einem Blick kreuz und quer durch sein Leben.

Lieber Joe, alles, alles Gute. Und „Thank You for the music“. Je ne regrette de rien.

Weiterführend