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Textfetzen: Ich seh den Typen da im Werbeprogramm, der sieht gut aus, der macht mich an. Mir laufen keine 1000 Frauen hinterher, warum kann ich nicht so sein, wie der, yeah, yeah? – Kauf dir die Leidenschaft im Husten- und Orangensaft, tonight, den Duft der weiten Welt im Deospray für wenig Geld, geht high, ….sei frei, rauch Marlboro, kauf dir nen Sattel und keep cool… (Radio Wedding (1983), Song: Reklame)
Wie war das 1983? Richtig, ein vollkommen willkürliches Brainstorming in Stichworten:
- (West)Berlin war eine der wenigen Städte der Welt, die lange nach dem Mittelalter noch von einer funktionierenden Stadtmauer umschlossen wurde. Wer raus wollte, wollte rein und musste Zwangsumtausch bezahlen und das Reiseziel genauer angeben. Wer weiter weg wollte, fühlte sich als „Transe“, Kurzform für „Transitreisender“. „Nach Helmstedt Kaffee trinken, war eine gern benutzte Redewendung.
- Lummerland ist noch nicht gänzlich abgebrannt: Die Tage eines Innensenators und bekennenden Hardliners namens Heinrich Lummer (CDU) waren noch nicht verblasst. Er regierte mit streitigem Zepter von 1981 bis 1986 als Innensenator die aufgeheizte Westhälfte Berlins. Die Behauptung, ein gewisser Klaus-Jürgen Rattay sei Opfer eines inszenierten Busunfalls mit Todesfolge, hielt sich immer noch hartnäckig. Bewiesen wurde das nie.
- Radio und Fernsehen, das waren einsame öffentlich-rechtliche Solitäre, noch war das Projekt „offener Kanal Berlin“ nicht am Start, indem später verschiedene Menschen versuchen sollten, „Radio und Fernsehen von unten“ zu inszenieren. Das war dann in Wedding, übrigens, in der Voltastr.. Es war also von vornherein nicht die abwegigste Idee von ein paar jüngeren Nachwuchsmusikern, einen neuen, weiteren Radiosender zu gründen. Dessen Befehlsstelle soll Gerüchten zufolge in Wedding gleich hinter der SPD-Zentrale (Mülllerstr.) in der Wildenowstr. gelegen haben. Die neue Band namens RADIO WEDDING wurde als „Exempel“ gegen die Medienoligarchie der Öffentlich-Rechtlichen statuiert, oder war’s am Ende ein ganz anderer Grund? Na ja, unwichtig.
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1983 werkelte und zimmerte der Berliner „Myhtant“, Mythos-Gründer, Stefan Kaske schon herum, wie er eigentlich immer schon herumgefuhrwerkt hatte. Dort, in seinem Studio, entstand ein kleines Sammelsurium von Aufnahmen, die die ausgegründete Band RADIO WEDDING zu Promozwecken (Stichwort: Gigs) aufnahm, und das mit gutem Ergebnis. Zu dieser Zeit fehlte allerdings ein Gitarrist, der gut genug und würdig wäre, aufgenommen zu werden. Deswegen entschloss man sich kurzerhand, einfach ohne Guitarrero ins Studio zu gehen.

Die kleinen Audiostückchen, die dabei herauskamen, wurden nun erinnerungshalber von der Redaktion von blackbirds.tv in verstaubten Archiven angefordert und werden hier veröffentlicht als Belege ihrer Zeit und mit dem Hinweis auf ihre Hörbarkeit, gute deutsche Texte mit Kraft, Aussage und Biss und mit einem Sänger namens Peter Hess, der vor ca. fünf Jahren verstorben ist. Eine Trauerkerze für Peter! Peter Hess konnte Schreie ausstoßen, wie sie Heiner Pudelko (Interzone, ebenfalls verstorben) ausstoßen konnte, und er konnte sich am Mikrofon gerieren, wie ein leidender Rocksänger von großer Tragweite und Bedeutung.
Ein vorsichtiges Recherchieren über den Verbleib der seinerzeitigen Musiker ergibt in Stichworten:
- Gabi Mehlitz ist heute als „Bassgabi“ bekannt und immer noch in einer Vielzahl von verschiedenen musikalischen Formationen „nachtaktiv“. Gabi ist offenbar eine äußerst geschätzte Kollegin in der Fachwelt der klangverarbeitenden Handwerkszunft, Gewerk: Musiker. Wobei wir gestern noch hinzulernten: Wenn dir als Musiker die Welt gabi_esk vorkommt, so liegt das eventuell daran, dass es sogar „Die Gabys“ gibt. Die inzwischen nicht mehr ganz unvertraute Redewendung „Alles Gabi, oder was?“ soll so rechtschreibmäßig in Ordnung sein und impliziert „Alles ist gut“, nicht „Alles wird gut“ (Nina Ruge, ZDF). Ein feiner Unterschied. Willkommen im Hier & Jetzt!
- Eddie Heidner spielte schon früher hervorragend Klavier, aber auch Keyboards. Er gehörte seinerzeit zu den wenigen, die bereits eins der legendären Yamaha CP-70-Stutzklaviere besaßen. Heute spielt Eddie Heidner höchstens noch aus Entspannungsgründen Klavier, mit dem Vorzug auf „Analogie“, dem ePiano hat er abgeschworen.
- Sylve Kempfer war als Drumer von RADIO WEDDING 1983 ungefähr 17 Jahre alt und galt als Naturtalent am Schlagzeug. Im Übrigen war die Größe seiner Brille beeindruckend, insofern ein echter Trendsetter! Der konnte grooven. Auch heute noch schlägt er in verschiedenen Zusammenhängen die Trommeln, tritt er auf, wäre es sicher kein Schade, sein Fortkommen bis heute einmal anzusehen.
- Von Peter Hess sagten wir schon alles. Alles weitere bleibt unseren Erinnerungen überlassen. Texte der Band haben sich in unsere Erinnerungen rein gefressen und da liegen sie nun herum, seit heute nicht mehr völlig nutzlos. Sie stammen überwiegend von Eddie Heidner und bekamen durch Peter ein „Gesicht“. Von wegen „Schmachtfetzen“, gute Texte sind es. Und schöne, die man sich merken kann. Hat wohl seinerzeit „Captain Hook“(line) mitgeholfen, dass wir die Welt ein Stück weit besser verstanden.

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Die Legende lebt: Habt ihr auch noch solches Material von früher, aus den „guten, alten Zeiten“? Stellt doch mal was zusammen und „brieft“ uns entsprechend. Wir hören uns rein und veröffentlichen die besten Schmachtfetzen aller Zeiten. Infos, die uns fehlen, fordern wir nach. Einzige Bedingung: Wir bekommen gute, vollständige Informationen, die es sich lohnt hier abzubilden.
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Suchauftrag an die Öffentlichkeit
– Recherche 01.2010/Legenden: Die Redaktion sucht: Fotos, Audioaufnahmen und Informationen über die Band Caro: Sänger Lutz Salzwedel (ex-Passion, Regenbogen, Ostberlin), Morgenrot-Keyboarder Caro, Gitarrist Erich (+), Schlagzeuger Ronnie Bosien (Morgenrot) und andere, sowie das Stück „Still Hate to Loose“ in der nicht auf CD veröffentlichten „Rohfassung“ (Schwerpunkt Gitarrenarbeit Erich), davon geisterten seinerzeit Rohdiamanten (Cassetten) als Demos herum. Ziel ist dieser Rohdiamant, nicht die „glattgebügelte“ Studioversion mit Keyboard-Schwerpunkt.
– Recherche 02.2010/Legenden: Die Redaktion sucht: Fotos, Audioaufnahmen und Informationen von Zeitzeugen über den Zehlendorfer Ausnahmemusiker Festus (+). Festus war ein begnadeter Gitarrist, lebte und musizierte im Schwerpunkt der „Zehlendorfer Szene“ rund um die Zehlendorfer Kulturbrauerei, die Krumme Lanke (Sommer) und das Sonnenhaus (wo jetzt die Siedlung Am Rohrgarten in Düppel langweiliger vor sich hin steht).